12.01.2020 - 15:45 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kostümverleih Sulzbach-Rosenberg: So macht Fasching Spaß

Zum sechzehnten Mal startet die FG-Knappnesia in Sulzbach-Rosenberg ihren alljährlichen Kostümverleih zur närrischen Zeit. Ob simple Last-Minute-Verkleidung oder aufwändiges Kostüm, bei der Faschingsgesellschaft ist fast nichts unmöglich.

Emmi Kolb und Brigitte Ritter mit ihrer finalen Auswahl.
von Laura Schertl Kontakt Profil

Der Zauber der Verwandlung erwartet die Besucher direkt hinter der Holztür. Dicht an dicht drängeln sich im Vereinsheim in der Frommstraße 18 Prinzen und Prinzessinnen, Teufel und Engel, Sträflinge und Polizisten, Freddie Mercury und Michael Jackson. Oder genauer gesagt: Das, was man braucht, um einen Tag in deren Fußstapfen zu treten. Zwischen Federboas, Perücken und jeder Menge Glitzer erfüllt sich hier für jedermann der Wunsch vom Anderssein.

Nicht umsonst spricht Michael Gradl, Vizepräsident der FG-Knappnesia in Sulzbach-Rosenberg, von den „heiligen Hallen der Traumfabrik“, wenn es um die Kostümzimmer geht. Seit 2004 findet hier der ganzjährige Verleih der Verkleidungen und Roben statt. Die meisten wurden für die Showtänze der Garde von Hand geschneidert und sind dementsprechend hochwertig. Sie nach der Nutzung einfach auszusortieren – ausgeschlossen. So entstand die Idee des Verleihs. „Die Stoffe und die Kostüme selbst sind unsere größte finanzielle Belastung“, erklärt Michael Gradl, „Sie werden unseren Tänzern vom Verein gestellt, damit auch Menschen mit weniger Geld bei uns mitmachen können.“ Werden die ausgemusterten Kleider später verliehen, finanzieren sich so schon die nächsten Kostüme. Eine wichtige Einnahmequelle für die Knappnesia.

Zwischen fünf und zwanzig Euro kosten die Kostüme der Knappnesia, die Reinigung danach ist schon dabei. „Manche haben es gut gemeint und die Sachen zuhause gewaschen, aber das geht meistens eher schief“, weiß Margit Rathei. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied im Verein und leitet den Kostümverleih zusammen mit Monika Kick und Maria Enders. Zu dritt haben sie den Überblick über die knapp 700 Verkleidungen. „Die drei wissen, wo jedes Kostüm hängt. Bei uns ist das schon schwieriger, Männer und Kleidung ...“, sagt Christian Kellner und lacht. Er ist Präsident der Knappnesia und weiß um die Qualität der Kostüme: „Wer etwas hochwertiges will, ist bei uns absolut richtig.“ Ob Biene Maja, Sesamstraße oder Ghostbusters, die Auswahl ist schier endlos. Einmal Prinzessin sein? Mit den wallenden Ballkleidern und Reifrock ein Leichtes. „Viele haben schon eine genaue Vorstellung vom Kostüm, wenn sie kommen. Gerade die Prinzessinnen-Kleider sind sehr beliebt“, erzählt Margit Rathei, „Manchmal passt es dann aber doch nicht. Aber wir finden meistens was.“

Knapp 700 Kostüme und Accessoires stehen für die Faschings-Fans bereit.

Jetzt zur Faschingszeit hat der Verleih des Vereins seine Hauptsaison. Aber auch für Geburtstage, Junggesellenabschiede oder Schulabschlüsse wird er gerne genutzt, weiß Margit Rathei: „Dadurch, dass wir die Kostüme immer für eine Gruppe schneidern, haben wir sie immer mehrmals. Entscheiden sich also ein paar Leute für ein Thema, ist ein Besuch bei uns natürlich ideal.“ Ab Januar bis zum Faschingsdienstag hat der Verleih immer am Donnerstag von 17 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Die Beratung kommt bei den drei Damen auch nicht zu kurz, weiß Christian Kellner: „ Die schauen dich an, dann schauen sie das Kostüm an, dann wissen sie schon, ob das zusammenpasst. Und dann schlägt man im Zweifelsfall eben was anderes vor.“ „Oder man überredet“, fügt Margit Rathei hinzu.

Die Kostüme der Knappnesia sind größtenteils von Hand geschneidert.

Die ersten Kundinnen muss sie allerdings nicht überreden. Brigitte Ritter und Emmi Kolb wissen ganz genau, was ihnen gefällt – und was nicht. Die erste Auswahl, eine Prinzessin und eine Köchin, überzeugt nur teilweise. Vor allem die Flügelchen an den Ärmeln des Prinzessinen-Kostüms von Emmi Kolb fallen durch. Zumindest, wenn es nach ihr selbst geht. Die Arme sähen in dem Kleid nicht gut aus. „Spinnst du, was ist denn da, mit deinen Armen? Gar nichts!“, rügt ihre Begleitung. „Da kannst du doch auch einfach noch ein schwarzes Shirt drunter ziehen, das kriegt man überall“, schlägt Monika Kick vor. Es hilft nichts, die Flügel müssen weg. Und das Kleid auch. Auch das nächste Kostüm fällt raus – zu eng. „Da kann ich ja gar nichts mehr essen“, bemängelt Emmi Kolb, „und der Bauch erst!“

Es geht lustig zu bei der Anprobe, es wird gelacht, gescherzt und auch ein bisschen gewitzelt. Lustig sein, anderen Leuten eine Freude machen, das gefällt Christian Kellner am Fasching am Besten. „Das ist auch das Ziel des Vereins. Wir besuchen aktuell 15 Altenheime, Einrichtungen wie die Lebenshilfe und machen generell viel mit Kindern. Die freuen sich alle sehr, schunkeln und tanzen mit. Das macht schon sehr viel Spaß.“ Michael Gradl möchte außerdem mit einem Vorurteil aufräumen: „Wir sind kein Party- und Saufverein. Wir machen sehr viel karitative Arbeit und engagieren uns. Die Tänzer arbeiten ein halbes Jahr hart, um bei den Shows so abliefern zu können. Durch die Freude der Menschen und den Applaus zahlt sich das alles aus.“ Ausgezahlt hat sich auch die lange Anprobe von Brigitte Ritter und Emmi Kolb. Am Ende wird es ein rotes Kleid mit Schleife und Pailletten. Auch wenn es „sticht“, wie Emmi Kolb sagt. Brigitte Ritter kann dem nicht zustimmen: „ Ich hab doch dasselbe Kleid an, da sticht gar nichts!“ Die Antwort folgt prompt: „ Wie du meinst, aber ich kratz dich nicht.“

Das Team des Kostüm-Verleihs: Michael Gradl (hinten links), Christian Kellner (hinten rechts), Maria Endres, Margit Rathei und Monika Kick (vorne, von links).
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