06.03.2020 - 14:29 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kultur stärkt Identifikation mit Sulzbach-Rosenberg

Die Sulzbach-Rosenberger Kultureinrichtungen, zu denen nicht nur etablierte Museen oder Festivals zählen, sondern auch Vereine und private Gruppierungen, verdienen eine starke Stimme. Das könnte ein Kulturbeirat sein.

Das Podium bilden (von links) der Vorsitzende des Kulturbeirats Augsburg, Korbinian Grabmeier, Maria Müller (TRAFO-Moderatorin), Ralf Volkert (Verein Kultopf) und Gesprächsleiter Michael Hehl.
von MÜBProfil

Aufgaben und Ziele eines Kulturbeirats erörterte eine Podiumsdiskussion im Schulmuseum, zu der die Wählergruppe SuRo 2030 eingeladen hatte. Als Blaupause dient die Stadt Augsburg, in der es seit 2015 ein solches Gremium gibt. Dessen Vorsitzender Korbinian Grabmeier bilanzierte seine Entwicklung, Erreichtes, Positives und Negatives. Die gegenseitige Akzeptanz von Stadtpolitik und Kultur herzustellen, bedeute das "Sägen eines dicken Bretts". Es lohne sich jedoch für alle Seiten, war Grabmeier überzeugt.

Die von Moderator Michael Hehl referierte Aufstellung der institutionellen und freien Kunstakteure warf zunächst ein sehr positives Licht auf die Sulzbach-Rosenberger Stadtgesellschaft. Bei näherem Hinsehen zeigte sich aber für Maria Müller, die als TRAFO-Moderatorin eher den Blick von außen hatte, dass sich die Akteure zum Teil nicht kennen, geschweige denn vernetzen. Darüber hinaus offenbarten die TRAFO-Workshops, dass mehr und attraktive Angebote für und von Jugendlichen gewünscht würden; das Mitmachen der Bevölkerung: "Nicht nur für, sondern mit." Einen ersten Schritt zur Verbesserung der Kommunikation bedeute der von der Kulturwerkstatt angestoßene vierteljährliche Kulturstammtisch. Jedoch verfüge auch er über keine Brücke zur Stadtpolitik.

Ralf Volkert, Buchhändler und im Verein Kultopf aktiv, versprach sich von einem Kulturbeirat die Bündelung von bürgerschaftlichem ehrenamtlichen Engagement und Politik. Er fördere das Verständnis für langwierige politische und verwaltungstechnische Prozesse auf der einen sowie für die Nöte und Wünsche der Kulturszene auf der anderen Seite. Kultur sichtbar zu machen, stärke die Identifikation mit der Stadt, waren sich die Teilnehmer einig.

Ein Entwurf der Geschäftsordnung des Kulturbeirats orientiert sich an Augsburg und überträgt die Mitgliederanzahl auf die Größe Sulzbach-Rosenbergs. Neben Bürgermeister und Kulturamtsleiter sollen ihm neun Vertreter der Kulturszene (Jugend, Literatur, Kirchen, Musik, Museen, Bürger- und Volkskultur) sowie drei kulturell interessierte Vertreter der freien Kulturszene angehören. Er tagt öffentlich, und die Protokolle sind für die Allgemeinheit einsehbar. Aufgabe des Kulturbeirats wäre es, Fragen der Kultur mit Expertenwissen zu behandeln und Empfehlungen an den Stadtrat auszusprechen.

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