16.10.2018 - 17:03 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kuscheln mit dem Terminator

Für Irene Maas ist ein Traum wahr geworden: Sie hat ihr Idol Arnold Schwarzenegger getroffen. Im Interview erzählt die Kraftsportlerin, wie sie sich sechs Monate darauf vorbereitet hat und warum Männer manchmal Angst vor ihr haben.

Das Treffen mit „Jahrhundertlegende“ Arnold Schwarzenegger Ende September in Barcelona sei „absolut mitreißend“ gewesen, sagt Irene Maas.
von Tobias GräfProfil

Schon beim Interview in Irene Maas Wohnung am Katzenberg wird klar: Die 51-jährige Sparkassenfachwirtin hat ein exklusives Hobby. Schwarzenegger-Wandgemälde, Terminator-Büsten und Bodybuilding-Literatur zeugen von ihrer Leidenschaft für Kraftsport, der sie seit über 20 Jahren nachgeht. Ende September hat sich die durchtrainierte Sportlerin einen Traum erfüllt und ein VIP-Ticket für ein persönliches Treffen mit dem austro-amerikanischen Weltstar auf der "Arnold Classic Europe" ergattert.

ONETZ: Frau Maas, wie kam es zu Ihrem Treffen mit Schwarzenegger?

Irene Maas: Als ich 2017 zum ersten Mal auf der Bodybuilding-Messe in Spanien war, habe ich ihn bereits getroffen und ein Autogramm bekommen. Das war richtig toll, so dass ich mir gesagt habe, das musst du wiederholen. Damals habe ich davon erfahren, dass es auch VIP-Tickets gibt für ein Treffen mit ihm in kleinem Kreis. Dieses Jahr habe ich rechtzeitig eines ergattert.

ONETZ: Ein VIP-Ticket kostet 150 Euro. Warum musste es Schwarzenegger sein? Es gibt andere bekannte Bodybuilder wie Markus Rühl oder Ronnie Coleman…

Irene Maas: Von denen habe ich schon längst Fotos, ich habe mich mit fast allen Bodybuilding-Olympiasiegern getroffen. Nahezu sämtliche Urlaube gehen dafür drauf, dass ich zu Messen fahre. Aber Schwarzenegger ist eine Legende. Mich beeindruckt, dass es jemand wie er, der nirgendwo hineingeboren wurde und aus der Steiermark kommt, geschafft hat, sich mit eisernem Willen durchzusetzen und sieben Mal den Bodybuilding-Olympia-Titel gewinnt.

ONETZ: Wie lief das Treffen ab?

Irene Maas: Das war absolut mitreißend. Wenn er dann den Raum betritt, spürst du sofort seine enorme Präsenz, das ist ein Gänsehaut-Moment. Er hat auf bayrisch mit mir gesprochen, mich in den Arm genommen - ich habe quasi mit dem Terminator kuscheln können. Auch mit 71 Jahren hat er noch einen Oberarm, da können die meisten andern einpacken. Für meine Figur habe ich von ihm die Bewertung "exzellent" bekommen, da war ich fertig und übermannt vor Freude.

ONETZ: Haben Sie sich Schwarzenegger so vorgestellt oder gab es Überraschungen?

Irene Maas: Er ist sehr charismatisch und hat einen tollen Gang. Das Treffen war jede Entbehrung in der Vorbereitung, jedes abgenommene Kilo wert. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass wir etwas mehr Zeit haben. Ich wollte ihn eigentlich fragen, ob er mit mir gemeinsam trainiert, aber leider war alles recht schnell vorbei. Er musste am nächsten Tag weiter zum Terminator-Dreh und war unter Druck.

ONETZ: Welche Rolle spielt Sport in Ihrem Leben? Woher nehmen Sie Motivation und Ausdauer?

Irene Maas: Angefangen hat alles vor über 20 Jahren. Damals hat mich eine Freundin eher widerwillig zum Probetraining im Fitnessstudio überredet. Heute gehe ich jede Woche mindestens dreimal oder öfter, das "Fit for You" ist ja gleich ums Eck. Ich finde einen athletischen Körper einfach absolut ästhetisch. Allerdings ist Sport für mich nicht nur Hobby, sondern auch Therapie. Ich habe seit Geburt an eine Wirbelsäulenverkrümmung, die mich bewegungstechnisch erheblich einschränkt. Der Muskelaufbau hilft mir, den Rücken zu stabilisieren.

ONETZ: Was sagen Familie und Bekannte zu Ihrer Sportbegeisterung? Gibt es da auch Unverständnis?

Irene Maas: Mein Vater ist manchmal etwas skeptisch, weil er befürchtet, ich würde mich nur von Fitnessshakes und Präparaten ernähren, aber das stimmt nicht. Meine Mutter beispielsweise steht voll hinter mir.

ONETZ: Kraftsport ist nach wie vor eine Männerdomäne. Fühlt man sich als Frau nicht manchmal allein unter all den Herren?

Irene Maas: Ja, es ist leider immer noch eine Männerwelt, ich fände es schön, wenn insgesamt mehr Frauen im Kraftsport vertreten wären. Auch der "Mrs.-Olympia"-Titel im Bodybuilding wurde abgeschafft, bei den Männern gibt es ihn noch. Allerdings habe ich selbst kein Problem mit meiner Rolle, ich fühle mich nicht fehl am Platz.

ONETZ: Gibt es gelegentlich Blicke oder Lob für Ihre gute Figur? Reagieren Männer anders als Frauen auf Sie?

Irene Maas: Naja, manche Männer haben schon Angst, dass mein Bizeps größer sein könnte als ihrer und fühlen sich dann wohl gekränkt (lacht). Und von manchen kommen auch Kommentare wie, "pass auf, dass du nicht mutierst". Die meisten finden es jedoch toll und zeigen das auch. Viel häufiger bekomme ich aber Lob von Frauen. Am besten ist es aber, wenn ich auf der Bodybuilding-Messe von anderen Besuchern auf ein gemeinsames Foto angesprochen werde, das ist eine große Anerkennung.

Irene Maas mit einem Schwarzenegger-Buch in ihrem Wohnzimmer. Beim Training orientiert sich die Sulzbacher Sportlerin auch an den Empfehlungen der Bodybuilding-Legende.

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