10.01.2019 - 11:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Landkreislauf-Rowdy zum Schluss doch einsichtig

Der Strafbefehl wegen Beleidigung und Körperverletzung beim Landkreislauf 2018 lautet auf 120 Tagessätze und ein Fahrverbot. Ein 73-Jähriger will ihn nicht akzeptieren, riskiert dafür sogar eine höhere Strafe. Dann gibt er doch nach.

Symbolbild.
von Markus Müller Kontakt Profil

Zwei Termine hatte das Amtsgericht Amberg für diese Verhandlung schon absolviert, und noch immer war der 73-Jährige nicht bereit, die Überzeugungskraft der gegen ihn vorliegenden Aussagen anzuerkennen. Er beharrte auf einem dritten Termin, um weitere Zeugen zu vernehmen, die womöglich seine Sicht der Dinge stützen könnten.

Richterin Sonja Tofolini tat ihm den Gefallen, betonte jedoch zugleich, diese Uneinsichtigkeit könne sich verschärfend auf das Strafmaß auswirken. Beim Strafbefehl über 120 Tagessätze Geldstrafe plus einem dreimonatigen Fahrverbot sei man nämlich von einem schuldeinsichtigen und reuigen Täter ausgegangen. Das stelle sich aber mittlerweile anders dar. Auch Staatsanwältin Jennifer Jäger teilte diese Auffassung: "Die 120 Tagessätze sind ein Geschenk", machte sie deutlich, was der Sulzbach-Rosenberger mit seiner Haltung aufs Spiel setzte. Dazu blühten ihm möglicherweise die Kosten des Verfahrens. Das alles schien den 73-Jährigen zunächst aber nicht zu beeindrucken.

Am ersten Prozesstag Mitte November hatten vier Aktive der Rosenberger Feuerwehr als Zeugen angegeben, der Senior habe sich von ihnen nicht aufhalten lassen und mit seinem BMW die wegen des Landkreislaufs abgesperrte Straße in Obersdorf benutzt. Einer der Zeugen sagte zudem, er sei vom Angeklagten als "Depp" und "Arschloch" bezeichnet worden. Der Rentner wies das zurück, genauso wie den Vorwurf des "Widerstands gegen Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichgestellt sind", den des tätlichen Angriffs und den der fahrlässigen Körperverletzung. Diese Punkte bezogen sich darauf, dass er mit seinem Pkw gegen die Schienbeine eines Feuerwehrmannes gerollt sein soll, der ihn nicht durchlassen wollte.

Der dritte Verhandlungstermin war für den 20. Dezember festgelegt worden. Doch er fand nicht statt. Eine Nachfrage unserer Zeitung bei Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich ergab nun, dass der 73-Jährige bzw. sein Verteidiger zuvor den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgezogen hatte. Der wurde damit rechtskräftig.

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