29.05.2019 - 15:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Lob für "phänomenale Arbeit" am Förderzentrum

Mit einem neuen Teppich im Lehrerzimmer beginnt alles. Im Lauf der Zeit häufen sich die Baustellen im Haus derart, dass am Ende die Generalsanierung mit Neubau steht: 15 Millionen Euro für ein unverzichtbares Herzstück der Förderung.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Nach fünf Jahren Bauzeit ist die Generalsanierung des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) abgeschlossen. Sein Gesicht hat sich deutlich verändert. Rund 15 Millionen Euro nahm der Landkreis als Sachaufwandsträger für die Generalsanierung in die Hand. Nun wurde die Schule bei einem Festakt mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Ein tolles Theaterstück der 1. und 3. Klassen "Wie die Tiere schwimmen lernten" stimmte auf den Abend ein. Politiker, Lehrer, Schulleiter, Bürgermeister, Wirtschaftsvertreter und andere Gäste füllten die Aula, in der Landrat Richard Reisinger gleich auf eines hinwies: "Der Umbau unter vollem Betrieb war eine enormer Kraftakt, den wir mit der Schulfamilie im laufenden Betrieb bestens bewältigten."

Beste Arbeit

Er richtete seinen Dank an den Architekten Alfred Popp sowie die bauausführenden Firmen und eben die Schulfamilie. Reisinger vergaß auch das Gebäudemanagement seines Hauses nicht: "Hubert Saradeth und Thomas Raithel mit ihrem Team haben beste Arbeit geleistet." Tatsächlich entstanden aus dem Wunsch nach einem neuen Teppich, habe der Kreistag 2011 die notwendige Generalsanierung beschlossen. Jetzt stehe hier ein "Treibhaus der Zukunft".

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, von Richard Reisinger als "Queen of Bavaria" begrüßt, zitierte eingangs Richard von Weizsäcker: "Es ist normal, verschieden zu sein." Sie sah das Verschiedensein als Chance, die Inklusion als Teilhabe. "Denn wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen". Heranwachsen an sich sei schon nicht leicht, wenn dann noch Förderbedarf dazukomme, sei es allein fast nicht zu schaffen.

Partner der Inklusion

Sie sprach von Partnerschaft in der Inklusion zwischen Eltern und Schule und sah die Kinder im Sulzbach-Rosenberger Raum bestmöglich begleitet: "Sie leisten hier phänomenale Arbeit." Wie schon im Theaterstück solle man Verschiedensein als Normalität begreifen. Das zeige sich in Sulzbach-Rosenberg: "Jeder Euro hier ist sinnvoll ausgegeben."

Architekt Alfred Popp konnte zwar keinen neuen Teppichboden vorweisen ("Den verlegen wir nicht mehr"), dafür aber einen symbolischen Schlüssel. Es gebe immer drei Lehrer in der Schule: die Mitschüler, die Pädagogen und den Raum. "Wenn die ersten beiden den dritten gerne aufsuchen, dann stimmt alles." Dekan Karlhermann Schötz und Kaplan Daniel Fenk segneten die neue Schule, in der laut Schötz "all inclusive" sei.

Schulleiterin Gisela Lehnerer blieb das Schlusswort vorbehalten: Sie zeigte sich sehr stolz auf ihr Kollegium das die mehrjährige Bauphase mit zwei Umzügen so engagiert gemeistert habe. Die wegweisende Entscheidung des Landkreises sei zur rechten Zeit gekommen, um in pädagogische zeitgemäße Kompetenz zu investieren. Die neue Schulband, nach eigenen Aussagen bei Null gestartet, setzte den ausgezeichneten musikalischen Schlusspunkt.

Info:

Handlungsbedarf

„Wir mussten handeln. Der energetische Zustand der Gebäude, Wärmeversorgung, Brandschutz sowie Sicherheitsanlagen waren nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Landrat Richard Reisinger. Spatenstich für die rund 15 Millionen Euro teure Generalsanierung war im Juni 2014. Nun bietet die Nutzfläche von 5000 Quadratmetern Platz für 14 Klassen, davon zwei Stütz- und Förderklassen, Differenzierungs- und Gruppenräume, drei Aufenthaltsräume und Speisesaal mit Ausgabeküche für Ganztagsschule sowie Einfachturnhalle. Alle Klassenzimmer haben moderne Medientechnik. Geheizt wird mit Fernwärme aus Biomasse, der Luftwechsel in den Klassenzimmern erfolgt per zentraler Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das gesamte Gebäude hat energiesparende LED-Beleuchtung und eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch.

Am Sonderpädagogischen Förderzentrum werden aktuell mehr als 180 Förderschüler bis zur 10. Klasse unterrichtet und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung positiv unterstützt. Die Kosten von rund 15 Millionen Euro tragen der Landkreis als Sachaufwandsträger und der Freistaat (Förderung rund 5 Millionen Euro). Hinzu kommen Mittel des Bundes von rund einer halben Million Euro.

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