14.03.2019 - 15:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Lohn und Image sind Berufsschülern wichtig

Berufsschul-Abschlussklassen sind mit einer Umfrage über Zufrieenheit der eigenen Ausbildung beschäftigt. Auch "Hartz IV-Vorurteile und Realität" sind ein Thema.

Die Protagonisten eines außergewöhnlichen Projekts (von links): Pädagoge Harald Sieber, Helen Leonhardt, Tizian Feuerlein, Alina Klein, Matthias Lechner und Christina Weiß.
von Wolfgang LorenzProfil

Die designierte Leiterin am Beruflichen Schulzentrum (BSZ), Sabine Fersch, brachte es in der vollen Aula auf den Punkt: Die Präsentationen zu den Themen "Wie zufrieden bin ich mit meiner Ausbildung" und "Hartz IV-Vorurteile und Realität" waren "spannend, kurzweilig, informativ und fundiert".

Die Abschlussklassen bei den Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen hatten sich unter Federführung von Harald Sieber und seinem Lehrerteam - Veronika Dehling, Rita Gerner-Bähr und Christian Eisner - an dieses Entwicklungsprojekt gewagt. Nach mehrwöchiger Vorbereitungszeit freuten sich über 150 Gäste auf die Ergebnisse. Sieber lobte die Unterstützung aller Lehrkräfte.

Die Klasse WAF 12 B hatte sich mit Zufriedenheit bei der eigenen Ausbildung beschäftigt. Helen und Tizian berichteten über Resultate, für die über 250 Schüler aus 15 Klassen und diversen Branchen befragt wurden.

Der eigene Beruf, so die Auswertung, wurde vor allem über Bekannte, Freunde und Familie gefunden, auf den Plätzen folgten die Agentur, das Internet und die Tageszeitung. Bei den Kriterien für einen Ausbildungsbetrieb standen der Lohn und das Image fast punktgleich an der Spitze, gefolgt von Wohnortnähe, Aufstiegschancen und sicherer Übernahme. Bei Fragen um Ausbildungszufriedenheit spielten Faktoren wie Wertschätzung, Integration ins Team und betriebliche Aufgaben eine besondere Rolle. Nach Ende der Ausbildung sei die Übernahme bei der Agentur für Arbeit so gut wie sicher, die Kaufleute für Büromanagement seien mitunter "Wackelkandidaten". Bei den Zeugnissen über Schule und Lehrer gab es fast nur sehr gute Noten. Lediglich der bauliche Zustand des Gebäudes stand bei der Schülerumfrage in der Kritik.

Die Klasse 12 A startete ebenfalls mit Zahlen in ihr Projektthema "Hartz IV-Vorurteile und Realität": Das Moderations-Tandem verwies auf Medien, die Vorurteile schüren würden, und auch TV-Serien über das Thema könnten ein Bild verfestigen, das betroffenen Menschen nicht gerecht werde. Jeder Zweite kenne zumindest einen Hartz-IV-Empfänger. Die Erfahrungen der Azubis bei der Agentur für Arbeit seien nicht alle gleich gut. Die jungen Damen warnten aber vor Vorurteilen diesen Menschen gegenüber, die aus verschiedensten Gründen in Not geraten sein können.

Sonja Schleicher, Geschäftsführerin des Jobcenters, hatte für die starke Arbeit der jungen Leute ein Sonderlob parat. Dritter Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein freute sich, dass die baulichen Probleme am BSZ bald der Vergangenheit angehören.

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