10.09.2018 - 17:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Matthias Schwarz verstorben: Bergmann und Politiker

Er war engagiert und trug sein Schicksal aufrecht: Der Bergmann und langjährige SPD-Geschäftsführer, Stadt- und Kreisrat und Senioren-Aktivist Matthias Schwarz verstarb am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Matthias Schwarz.

Er war engagiert und trug sein Schicksal aufrecht: Der Bergmann und langjährige SPD-Geschäftsführer, Stadt- und Kreisrat und Senioren-Aktivist Matthias Schwarz verstarb am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Geboren 1939 im elterlichen Bauernhof in Wasching im Bayerischen Wald im Landkreis Freyung-Grafenau, wuchs er mit sieben Geschwistern auf und musste bereits als Kind schwer auf dem Bauernhof mitarbeiten. Noch keine 18 Jahre alt, brachte ihn sein Onkel nach München zur Bundesbahn, wo er ein paar Jahre später seine heutige Frau Helene kennenlernte. Sie hat ihn, sagte er immer, im September 1960 "nach Sulzbach-Rosenberg verschleppt". In Poppenricht schlossen Matthias und Helene Schwarz standesamtlich und in Ringelai im Bayerischen Wald kirchlich den Bund der Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen.

Matthias Schwarz wurde Bergmann. Am 4. Oktober 1960 fuhr er im Schacht Karoline ein. Daraus wurden 13 Jahre schwere Bergmannsarbeit unter Tage. Ab 1. Februar 1974 bis Oktober 1989 übte er den zeit- und nervenaufreibenden Beruf eines SPD-Geschäftsführers im Unterbezirk Amberg-Neumarkt aus, bis ihn im November 1989 ein Tumor im Kleinhirn aus dem Berufsleben warf. Seit der schweren Kopfoperation war Schwarz erwerbsunfähig und Rentner.

Der weiterhin stets Aktive interessierte sich schon in jungen Jahren für die Politik. So wurde er 1963 Mitglied der SPD im Ortsverein Sulzbach-Rosenberg. Vom ersten Tag an voll dabei, war er bald bekannt in Stadt und Land, auch als Mitbegründer der damals sehr aktiven Jungsozialisten-Arbeitsgemeinschaft. Er wurde in den Bezirks- und Landesvorstand der Jusos und sogar für zwei Jahre zum stellvertretenden Landesvorsitzenden unter Vorsitz des "Roten Rudi" Schöfberger gewählt.

Als "Benjamin" konnte er 1966 mit 25 Jahren in den Sulzbach-Rosenberger Stadtrat einziehen, dem er zwölf Jahre angehörte. Sechs Jahre war er im Kreistag, 1978 kandidierte er mit einem beachtlichen Ergebnis zum Landtag. Als abhängig Beschäftigter wurde er bereits 1964 Mitglied einer DGB-Gewerkschaft. Acht Jahre lang führte er die IG-Bergbau-und-Energie-Ortsgruppe in Sulzbach-Rosenberg, wo er auch im Bezirksvorstand und in der Bundesknappschaft vertreten war. Er gehörte zudem dem Betriebsrat der Grube Sulzbach an.

Während seiner Tätigkeit als SPD-Geschäftsführer fungierte er als Betriebsobmann in Ostbayern und saß im Betriebsrat der SPD. Matthias Schwarz belebte die Arbeiterwohlfahrt in Stadt und Land wieder und war 14 Jahre lang deren Stadt-und Kreisvorsitzender. 12 Jahre wirkte er im Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Als Elternbeiratsvorsitzender kümmerte er sich um die Schüler der Gehörlosenschule in Nürnberg und in der Landesrealschule in München.

Schwarz war in vielen Vereinen vertreten und Ehrenmitglied im Gehörlosenverein Schwandorf. Bis zuletzt wirkte er noch immer im politischen und gesellschaftlichen Leben, hauptsächlich bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft "60plus" als Pressewart und Schriftführer, wo er viele Fahrten organisierte, alles per Computer. Trotz seines Handicaps beklagte er sich nicht über Arbeitsmangel. Matthias Schwarz wird am Donnerstag um 14 Uhr im Waldfriedhof beigesetzt.

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