19.01.2020 - 15:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Medusa, Kardinal und Geisterjäger beim Dorffasching

Bunte Schmetterlinge flattern durch den Saal. Die Geisterjäger sind skeptisch und halten ihre Waffen bereit. Sind die bunten Insekten vielleicht doch verkleidete Geister, von denen ja so einige Exemplare durch den vollen Saal schwirren?

Die Schmetterlingsgruppe flattert über die Tanzfläche im Saal des proppenvollen Kettelerhauses.
von Redaktion ONETZProfil

Der Kardinal am Tisch richtete vorsichtshalber ein Stoßgebet gen Himmel. Der Teufel neben ihm schaute verständnislos zu: Diese schillernde Szene ist keine Erfindung eines phantasievollen Schreibers, sondern der ganz normale Wahnsinn beim Rousnbercha Fasching im Kettelerhaus. Die Gemeinschaftsveranstaltung der Kirwaleit Rosenberg, der Tischgesellschaft Edelweiß, des Siedlerbunds Rosenberg und der Feuerwehr Rosenberg hat mit der vierten Auflage bereits schon Kultcharakter. Das liegt vor allem an den unwahrscheinlich vielfältigen, aufwendigen Masken. Ja, wenn die Rosenberger etwas anpacken, dann richtig. Da setzt man sich stundenlang hin und lässt sich bis zur Beinahe-Unkenntlichkeit schminken.

Pünktlich um 20 Uhr begrüßte Hildegard Geismann, die Vorsitzende des Siedlerbundes, die Gäste. Dann überließ sie die Bühne der Richard-Wagner-Band. Das Trio weiß die Feiernden von einem Stimmungshoch zum anderen zu begleiten. Schon geisterten Mitglieder der FG Knappnesia durch das Kettelerhaus und bereiteten den Auftritt der Garde vor. Das Prinzenpaar Maria I. und Frank I. war einer Veranstaltung in den Bergen verpflichtet. Dieses Jahr feiert die Faschingsgesellschaft ihr 60-jähriges Jubiläum. Die Garde ehrte den Geburtstag mit ihrer bunten Galashow, die mit frenetischem Beifall belohnt wurde.

Die Richard-Wagner-Band zündete ohne Pause einen Stimmungskracher nach dem anderen und wie von Geisterhand bewegt, hatte sich die Uhr um fast zwei Stunden weiter gedreht. Mitternacht bedeutete Maskenprämierung. Mitglieder der vier Veranstalter bildeten ein Bewertungsgremium. Übrigens, im Volksmund wird deswegen der Ball auch Vier-Mächte-Ball genannt. In einer langen Polonaise schwebten und schunkelten Verkleidete durch den Saal und stellten die Jury vor eine schwierige Aufgabe.

Nachdem sich Anfang und Ende der Polonaise nicht mehr eindeutig feststellen ließen, wurde die spannende Frage nach den besten Masken aufgelöst. Die Polizei-Gruppe, die Regenbogen-Gruppe, die Schmetterlinge und die Geisterjäger erhielten einen Preis ebenso wie Poseidon mit seiner Meerjungfrau, das Untoten-Paar, Medusa mit dem Todesengel und der Tod mit seiner Frau.

Im Saal lichteten sich die Reihen. Viele Gäste standen nun dicht gedrängt in der Bar hinter der Bühne. Seit letztem Jahr, als Albert Einstein auf dem Faschingsball zu sehen war, wissen wir ja, dass dort die Zeit wesentlich langsamer vergeht.

Sie haben keine Angst vor den Geisterjägern, diese beiden Untoten.

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