01.07.2019 - 15:11 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Mittelalter der Publikumsmagnet beim Altstadtfest

Blitzende Schwertklingen, rasende Feuerwirbel, kreisende Humpen, fröhliches Plantschen im Badezuber - all das verbindet sich zu einer faszinierenden Gesamtschau auf eine längst vergangene Welt.

von Autor RLÖProfil

Einmal mehr war das dreitätige Heerlager beim Stiber-Fähnlein Auf der Schanz der Publikumsmagnet schlechthin beim Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest. Jung und Alt ließen sich verzaubern vom Flair der Ritterzeit und der Renaissance.

Den ersten Paukenschlag beim Altstadtfest setzen "die Historischen" ja immer bereits am Freitag, wenn sie mit dröhnenden Trommeln hinaufziehen zum Stadtturm, wo schon die Böllerschützen und Kanoniere bereit stehen, um mit Donner und Pulverblitz das grandiose Fest anzuschießen. Auch der sich anschließende Festzug durch die Innenstadt zählt zu den unverzichtbaren Eröffnungsritualen des Festes, das sich heuer bei Sahara-Temperaturen zu einer wahren Hitzeschlacht entwickelte.

Wie oft mögen die historisch Gewandeten in ihren langen Kleidern, Wämsern und Kopfbedeckungen, die Ritter in ihren Eisenrüstungen die Frage gehört haben: "Sag' amal ehrlich, schwitzt Du nicht?" Realsatire, die man schmunzelnd zur Kenntnis nahm. Mini-Shorts und Badesandalen kannte das Mittelalter eben noch nicht. So sahen sich Akteure und Gäste auf der Schanz drei Tage und Nächte lang fröhlich vereint im gemeinsamen Schwitzbad - dem Vergnügen tat das keinerlei Abbruch.

Zunächst gehörte der Freitagabend im historischen Rund den Kindern: Nach dem offiziellen Bieranstich durch Bürgermeister Michael Göth zeigten Maria und Michael Prem aus Amberg gemeinsam mit den Kleinen vom Kindergarten St. Marien, wie viel Spaß man am mittelalterlichen Tanzen haben kann. Ein anschließendes "Feuer-Märchen", zelebriert von Tanja Weiß und Mitgliedern der Feuerkunst-Gruppe "Ardere Lilium", war gewissermaßen das kindgerechte Vorspiel zum großen Feuerspektakel am späten Samstag Abend, wo sich die begeisterten Zuschauer wieder zu Hunderten drängten.

Ein weiteres Glanzlicht setzte dem Mittelalter-Lager die lateinische Andacht auf, zu der sich am Samstag Vormittag zahlreiche Besucher einfanden. Unter der Regie von Norbert Riha (Ritter von der Zarg) wurde mit Gebeten und Chorgesang nach lateinischem Ritus die tiefe Frömmigkeit der Menschen im Mittelalter spürbar.

"Küchenmeysterei" lautete das heurige Generalthema, das allen Interessenten Einblick gewährte ins Kochen und Essen dieser Epoche. Mitglieder des Stiber-Fähnleins produzierten handwerklich Butter und Käse, aus denen feine Pasteten entstanden, und klärten auf über mittelalterliche Kochkünste, Tafelsitten, die Aufgaben eines Truchsess und mehr.

Darüber hinaus leisteten alle beteiligten historischen Gruppen (Stiber, Ritter von der Zarg Vilseck/Sorghof, Casteller Campus aus Kastl, die Deberndorfer, der Spundloch-Haufen Ingolstadt, Hraffnirs Sippe aus Schwandorf, die Schmiede von der Keltensonne Hormersdorf, die Münchner Drachen-Eiche, der historische Bierbrauer Stefan Kalkbrenner und nicht zuletzt die Sparte Sulzbach des Freien Schwertkreises Deutschland ihre ganz spezifischen Beiträge dazu, um allen Besuchern des Lagers das Leben des Mittelalters und der Renaissance plastisch vor Augen zu führen. Zum Dank für diese Gemeinschaft bat Stadthauptmann Albrecht Stiber alle Akteure am Samstag Abend wieder zur großen ritterlichen Tafelrunde, bei der angesichts der Temperaturen Humpen und Becher schier unablässig kreisten.

Bernd von Ammenberg und die Spielleut Eichelheer woben dazu den passenden musikalischen Klangteppich, und ein Heer von fleißigen Helferinnen und Helfern aus den Reihen der Stiber sorgte dafür, dass es den Gästen an nichts fehlte. Von wegen "finsteres Mittelalter" - da waren ganz schön viel Farbe und Glanz im Spiel. Man muss es erlebt haben!

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