09.12.2018 - 16:15 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Musik an den Wurzeln des Jazz

Musik aus New Orleans und Chicago zwischen 1900 und 1930 sind die Motivation für die Musiker von Heye’s Society.Im Seidel-Saal in Sulzbach-Rosenberg lassen sie es krachen.

Die Jazz Formation Heye's Society.
von MÜBProfil

Namensgeber und Boss der Band ist Schlagzeuger und Sänger Heye Villechner. Moderator und Trompeter Toni Ketterle erzählte, dass Heye im Hamburger Star Club schon mit den Beatles gesungen habe. "Damals holten die Beatles noch gerne jemand zum Mitsingen auf die Bühne." Den Auftakt machte der "High society Rag", der für die Formation den Namen gegeben haben mag, bei dem Achim Bohlender mit einem wunderbaren Klarinetten-Solo glänzte. Es folgen der "Sugar foot stomp" aus dem Jahre 1923, der "Maple Leaf Rag" von Scott Joplin und Louis Armstrongs berühmter "Westend Blues". Das alte New Orleans wird in "Way down yonder in New Orleans" würdig besungen. "New Orleans function" und "Eh La Bas" sind musikalische Meilensteine in der Entwicklungsgeschichte des Jazz.

Heye Villechner am Schlagzeug gemeinsam mit Tino Rossmann am Klavier und Florian Burgmayr an der Tuba bildeten für die exzellenten Solisten Achim Bohlender an der Klarinette, Toni Ketterle am Kornett und Erwin Gregg an der Posaune stets eine verlässliche Basis für ihre Improvisationen. Aber auch die Basisinstrumente zeigten in Soloeinlagen ihr Können.

Nach der Pause folgt auf "Cornet chop suey" von Louis Armstrong, dann das der Puccini-Oper Tosca entliehene "Avalon" (was zu einem Plagiatsprozess führte). Dieses Stück wurde auch in der Interpretation von Benny Goodman berühmt.

Das Jahr 1925 repräsentiert das Stück "Creole love call" von Duke Ellington, es wurde in Europa durch die Comedian Harmonists bekannt. Vom wahrscheinlich ersten Jazzmusiker überhaupt, dem Kornettisten Buddy Bolden, sind keine Tondokumente erhalten, an "Making Runs" erinnert sich der Zeitzeuge Bunk Johnson vierzig Jahre später.

Und es gab viel Bekanntes wie "Georgia on my mind" von William H. Tyers und der Charleston "Ain't she sweet". Mit seiner markanten Stimme gab Heye dem Stück einen ganz besonderen Charakter, und den Rhythmus lieferte bei dieser Interpretation der Tubist Florian Burgmayr allein.

Zum Abschluss gab es den Ragtime "The Entertainer", von Scott Joplin, der 1974 als Musik zu dem Film "Der "Clou" mit Robert Redford und Paul Newman ein musikalisches Comeback feierte - und ein Jazzstandard, der "Tiger Rag". Hier mischten die Musiker improvisierend Melodien aus Dr. Schiwago, "Die Fischerin vom Bodensee", "Berliner Luft", "So lang der alte Peter" und "La Paloma" unter den "Oldtime Jazz".

Auf den stürmischen Schlussapplaus gab es Zugaben "What a wonderful world" und "Oh when the Saints". Mit einem besonderen Dank an Fred Tischler verabschiedete sich die Society.

Achim Bohlender mit der Klarinette und Toni Ketterle mit seiner Trompete von Heye's Society

Erwin Gregg spielt bei Heye's Society die Posaune

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