25.02.2020 - 16:56 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neue Ausstellung in der Galerie Gruppe 81

Die Galerie Gruppe 81 zeigt derzeit einen Zyklus von zehn Radierungen auf Kupferdruckpapier aus dem Jahr 1970. Sie stammen von Gertrude Degenhardt, der Schwägerin des Liedermachers Franz-Josef Degenhardt.

Zweiter Bürgermeister Günter Koller (hinten, Dritter von rechts) mischt sich bei der Vernissage in der Galerie der Gruppe 81 unter die Reihen der Bettlerbigband.
von MÜBProfil

2019 stellte die Galerie Gruppe 81 großformatige Gemälde der Bauhauskünstlerin Hedwig Thun aus den 30er-Jahren aus. Aktuell sind dort Werke von Gertrude Degenhardt zu sehen, die sich im Besitz von Ingrid Kurz befinden. Entstanden sind sie in einer Zeit, die von Jugendprotesten, der Beatgeneration und kritischen Liedermachern geprägt war.

Viele Kunstinteressierte, die sich noch an das Lied "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" erinnern, das dem Bilderreigen zu seinem Namen "Der Schmuddelkinder Kumpanei" verhalf, folgten der Einladung zur Ausstellungseröffnung. Die Bettlerbigband spielte zwar nichts von Franz-Josef Degenhardt, übernahm aber nichtsdestoweniger gekonnt die musikalische Umrahmung; sozusagen als Generalprobe für den Faschingsumgang in der Altstadt.

Bernhard Müller gab Einblicke in den Lebenslauf der 1940 in New York geborenen Gertrude Degenhardt. Während des Studiums in Berlin machte sie Bekanntschaft mit dem intellektuellen Kreis um den Liedermacher Franz-Josef Degenhardt und lernte dessen Bruder Martin Degenhardt kennen, den sie schließlich heiratete. Für Gertrude Degenhardt war der Liedermacher immer Inspiration. Sie fand Themen bei Musikanten, tanzenden und feiernden Menschen. Die detailreichen, satirisch-sozialkritischen Blätter haben heute nach 50 Jahren immer noch - oder wieder - ihre Gültigkeit.

Zweiter Bürgermeister Günter Koller gab sich in seinen Grußworten von den phantasievollen Radierungen sichtlich beeindruckt und wünschte der Ausstellung viel Erfolg, dem Abend gute Unterhaltung mit den Bettlern und anregende Gespräche. Die gezeigten "Schmuddelkinder"-Radierungen werden von weiteren Aquatinta-Radierungen ergänzt. Besonders eindrucksvoll ist das Blatt "Soldat, Soldat" aus dem Jahr 1967. Zu sehen sind auch ein Original-Cover der namensgebenden LP von Franz-Josef Degenhardt, gestaltet von Gertrude, und der Begleittext zu den Radierungen. Die Ausstellung ist bis zum Weißen Sonntag, 19. April, zu sehen, Öffnungszeiten samstags 10 bis 11 Uhr und sonntags 14 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung (09661/8 15 90 24).

Das Blatt 10 aus der Folge „Der Schmuddelkinder Kumpanei“.

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