22.07.2019 - 16:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Eine neue Brücke kommt - irgendwann

Sie ist einspurig eng, niedrig und nah ans Wasser gebaut: Die Eisenbahn-Überführung in der Erzhausstraße steht im Fokus von Deutscher Bahn und Stadt. Sie soll erneuert werden. Doch die Bahn will keine Planung zur möglichen Höhe liefern.

Vor fast genau sechs Jahren stand die Erzhausbrücke bei einem Hochwasser wieder im Blickpunkt: Die Unterführung befindet sich an einer schwierigen Stelle mit mehreren sogenannten Zwangspunkten.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

In der Bauausschusssitzung kam das Thema jetzt auf den Tisch: Schon im April hatte es geheißen, dass die DB Netz AG mit Sitz in Nürnberg die Erneuerung der Eisenbahnüberführung über die Erzhausstraße zu planen. Die Stadt sollte sich dazu äußern, ob ein Änderungsverlangen bei den Abmessungen des Brückenbauwerks besteht. Hier ergaben sich nun neue Aspekte

Viele Zwangspunkte

Beim Ortstermin, so erklärte Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn, wurden die beengte Breite von 4,40 und die unzureichende lichte Höhe von 3,05 Meter (zugelassen lediglich für Fahrzeuge bis 2,8 Metern Höhe) bemängelt. Unübersehbar waren jedoch auch die vielen räumlichen sogenannten Zwangspunkte:

kurze Straßenlänge zwischen Überführung und Brücke über den Rosenbach und der anschließenden Kreuzung mit der Staatsstraße 2040,

eine einzuhaltende Straßenlängsneigung von acht Prozent,

die höhenmäßige Anpassung der einmündenden Straßen ,,Bahnweg" und ,,Am Anger",

die Durchleitung des Spitzerbaches unter der Überführung mit der Thematik Hochwasserschutz und die Zufahrt zu der Gärtnerei Pürzer.

Bahn macht nicht mit

Im April fassten die Stadträte den Beschluss, zunächst kein Änderungsverlangen geltend zu machen, sondern lediglich eine Planungsvereinbarung anzustreben. Denn es sollte zunächst geklärt werden, inwieweit sich eine Änderung der Brückenabmessungen für die Stadt rechnet. Die Stadt bat die DB Netz AG, eine entsprechende Planungsvereinbarung vorzulegen. Ziel: Feststellen, ob es technisch und wirtschaftlich sinnvoll wäre, eine Verbreiterung oder eine Erhöhung der lichten Höhe am Brückenbauwerk vorzunehmen. Eine in jeder Hinsicht optimale Lösung könne es dort aus technischen Gründen sicher nicht geben, das war dem Ausschuss klar. Man wollte aber wissen: Was geht maximal, wie hoch sind die Planungskosten? Darauf schrieb die DB Netz AG zurück: ,,Zur Erstellung einer Planungsvereinbarung benötigen wir die notwendige lichte Höhe und Weite, so dass wir Lösungen erarbeiten können. Eine Studie zur Ermittlung der wirtschaftlich günstigsten lichten Höhe und Weite ist nicht Gegenstand unserer Planungsvereinbarungen."

Der Beschluss des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses wurde daher nicht umgesetzt. Die Stadt fragte unterdessen bei der Regierung der Oberpfalz an, ob eine Förderung denkbar sei, wenn die Regelabmessungen eines Brückenbauwerks nicht eingehalten würden. Die Antwort aus Regensburg: Eine Förderung gibt es nur dann, wenn "unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit als Grundlage" die Verkehrsverhältnisse verbessert werden können.

"Das Baureferat ist personell nicht ausreichend mit qualifiziertem Personal ausgestattet, um eigene Brückenplanungen mit Kostenschätzungen zu erarbeiten", legte die Stadtbaumeisterin dem Ausschuss jetzt dar. Um die "Sinnhaftigkeit eines Änderungsverlangens" beurteilen zu können, müsste eine entsprechende Machbarkeitsstudie von der Stadt selbst beauftragt werden.

Auch eine Geldfrage

Diese brachte der Ausschuss jetzt einstimmig auf den Weg: Ein Fachbüro soll den Stadträten nach einer entsprechenden Untersuchung sagen, ob es vernünftig ist, Änderungen an den Abmessungen anzustreben. Das ist auch eine Geldfrage, denn erfahrungsgemäß berechnet die DB für Extrawünsche erhebliche Beteiligungskosten für die Kommunen. Die Stadträte wissen das natürlich, deswegen wollen die Bauausschuss-Mitglieder von den Experten jetzt wissen, was man ausgeben müsste und ob sich Verbesserungen überhaupt rechnen.

Wünschenswert, so die Stadtbaumeisterin, wäre zumindest eine Erhöhung der Durchfahrt auf 3,3 Meter, damit wenigstens die Feuerwehr die Erzhausstraße mit ihren großen Fahrzeugen nutzen kann. Tun wird sich allerdings auch nach Erhalt der Studie so bald nichts: Der Erfahrung nach liegen solche Brückenerneuerungs-Projekte bei der Bahn meist im Bereich zehn Jahre plus. Aber zumindest die Richtung wäre dann klar.

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