Angefangen hat es bereits vor der "Mundartwelle", die LaBrassBanda, der Keller Steff und andere vorangetrieben haben. Uli Radl von den Bauernsfünfern erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung: "Es war nach vielen Jahren englischsprachiger Musik bei Supergroup, Lidschi oder No Quarter bei uns beiden der Drang da, sämtliche Musikstile in einen Topf zu werfen, einen neuen Sound zu kreieren und den Oberpfälzer Dialekt als Stilmittel offensiv einzusetzen." Mitte der 2000er war die Oberpfälzer Mundart nämlich so gut wie gar nicht in der Kleinkunstszene vorhanden - zumindest musikalisch.
Ab 2007 entstanden dann die ersten Bauernsfünfer-Fragmente. Kleine verjazzte Motive, die zunächst mit sinnlos aneinandergereihten Diphtongen verziert wurden. "Schließlich", so Radl weiter, "entdeckte ich mein Talent für Wortspielereien und deren lautmalerische Verarbeitung in der Musik. Zur Dichtung kamen immer mehr Instrumente bei unseren kreativen Sessions hinzu." Der zusätzliche Einsatz eines Loopers, der eingespielte Rhythmen, Motive oder Wortfetzen mittels Fußschalter abspult, komplettiert seitdem den Bauernsfünfer-Sound.
2009 kam es dann bei der Ursel im Hirschen in Königstein zum ersten Live-Auftritt. "Zunächst ungewohnt für das Publikum und auch für uns. Manche hielten uns erst einmal sprichwörtlich für krank. Aber gar net krank ist ja auch nicht g'sund!", grinst der Musiker. Relativ schnell sprach sich dann die Bauernsfünferei herum. Die Szene hatte scheinbar danach verlangt. Viele Bühnen und Veranstalter meldeten sich und wollten die "verrückten" Oberpfälzer erleben. "Manche steckten uns in die Kabarett-Schublade, andere wieder in die der U-Musik oder auch in die der besonderen Künstler". Sie durften viele Highlights mitnehmen: Auftritte im Volkstheater in München, im Karl-Valentin-Musäum oder auch zwischen Dinosaurier-Skeletten im Trias-Museum in Ochsenfurt zählten sicherlich zu den Highlights. Etwas Besonderes waren vor allem gemeinsame Auftritte mit Fredl Fesl, Sigi Zimmerschied, Kofelgschroa, Keller Steff, Wellbappn. "Das setzt sich für immer fest."
Jetzt gab es eine Auszeichnung aus Franken: "Der Preis des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg hat uns überrascht - endlich einmal eine Ehrung aus Franken. Im Ernst - wir sind oft im Fränkischen aufgetreten und der Dialekt, die Musik und der Dialog mit dem Publikum haben immer funktioniert. Manchmal fast besser als in Amberg. Von daher fühlen wir uns geehrt, als zweite Oberpfälzer Musikgruppe nach der Feierwehrkapelln einen fränkischen Preis zu bekommen." Wie geht es weiter?Samstag, 12. Oktober, treten sie im Capitol auf, geplant ist ein wilder Ritt durch die Bauernsfünferei: "Zehn Jahre in Gummistiefeln". Stücke aus den Anfängen sind ebenso zu hören wie die erste Bühnenfassung der Hymne auf den FC Edelsfeld. Eine Woche später, am 19. Oktober, gibt's einen Abend im Kubus Ursensollen.













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