28.01.2019 - 15:50 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Pfarrkirche St. Marien Sulzbach soll nach Renovierung wieder aufblühen

Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist mit "überregionaler Bedeutung" eingestuft: Die Kirche St. Marien prägt die Innenstadt von Sulzbach. Jetzt soll sie innen und außen renoviert werden - die Kosten dafür liegen im Millionenbereich.

Hoch- und Seitenaltar sind von Gerüsten umstellt: Auf ihnen bewegen sich die Experten, die den Sanierungsbedarf genau festlegen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Schon oft war Renovierung angesagt im alten Gotteshaus, zuletzt 1984-88 innen und außen und 2000 bis 2003 die Dachsanierung. Doch was jetzt kommt, wird alles in den Schatten stellen: Rund zwei Jahre lang soll das Gotteshaus eine umfassende Verjüngungskur erhalten, bestätigt Kirchenpfleger Erich Weiß unserer Zeitung. Und das wird kosten.

Gutachter am Werk

Doch zunächst laufen die Voruntersuchungen: Gerüste stehen im Altarraum und am rechten Seitenaltar, Restaurator Gerhard Staudigl von der Parsberger Firma Preis & Preis klettert bis fast zur Decke und untersucht Farbfassungen, Putze, Oberflächen. Die Firma Landskron aus Regensburg wird sich der Inneneinrichtung wie den Altären annehmen, und schließlich begutachtet ProDenkmal aus Bamberg die Außenfassade. Liegen die Ergebnisse vor, setzen sich Bauherr (katholische Kirchenstiftung St. Marien), Fachbehörde (Landesamt für Denkmalpflege) und Baureferat der Diözese mit dem Architekturbüro em-Architekten Amberg zusammen und erarbeiten ein Maßnahmenkonzept. Auf dessen Basis und der Kostenschätzung wird dann endgültig entschieden: Was ist machbar in welchem Umfang, was brauchen wir unbedingt, was können wir uns leisten, was nicht?

Ausschreibung erst 2020

Dann muss mit der Bischöflichen Finanzkammer und diversen Zuschussgebern über die Finanzierung verhandelt werden. Ist diese in trockenen Tüchern, folgen die Zuschussanträge. Dabei, so Architekt Johann Ernst, komme der Kirche ihr jüngst erworbener Status der "überregionalen Bedeutung" schon zugute. Wenn die Zuschüsse bewilligt sind und die Stiftungsaufsichtliche Genehmigung vorliegt, kann die Ausschreibung erfolgen. Das, so schätzt Johann Ernst, dürfte frühestens Anfang 2020 der Fall sein.

Auch die Reihenfolge der Arbeiten hat Ernst, der auch die Bauleitung übernimmt, schon definiert: Zuerst geht es bei der Statik-Sanierung um das Fundament und die Fassade, dann wird innen die gesamte Raumschale der Kirche neu gefasst und gestrichen und am Ende die Ausstattung restauriert, was meistens vor Ort passiert. Darüber werden wohl um die zwei Jahre ins Land ziehen.

Neuer Altarraum

Dekan Walter Hellauer als "Hausherr" wünsche sich einen neu gestalteten Altarraum, erklärt Johann Ernst weiter. Dazu soll ein Künstlerwettbewerb die Ideen liefern. Volksaltar, Ambo und Sedilien (Sitze für Priester und Altardienst) fallen darunter. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Innenschale im neuen Glanz erstrahlen und auch die Altäre mit den Asam-Bildern sind dann, ihrer Bedeutung angemessen, restauriert.

Viel Arbeit also für Johann Ernst und das Büro "em": Planung, Zuschussanträge, Ausschreibung und nicht zuletzt die Bauleitung liegen in seinen Händen. Nächstes Jahr, so bedeutet er im Gespräch, läuft sie dann an, wenn alles gut geht - die größte Sanierung der St.-Marien-Kirche in ihrer über 650-jährigen Geschichte.

Restaurator Gerhard Staudigl beschriftet die Befundstellen.
Renovierung St. Marien.
Renovierung St. Marien.
Renovierung St. Marien.

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