17.02.2019 - 11:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Possierliche Nager im Schaukasten

Biber gibt es in Bayern seit 15 Millionen Jahren, Menschen erst seit etwa 100 000 Jahren. Aber der Mensch hat das ältere Recht des Bibers nicht anerkannt und ihn 1867 ausgerottet. Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum widmet sich dem Nager.

Am Eingang zur Sonderausstellung empfängt eine Holzskulptur die Besucher. Der Biberbeauftragte Horst Schwemmer (Mitte) erläuterte sie Museumsleiterin Edith Zimmermann (links) und Bürgermeister Michael Göth (rechts): "Der Mensch sitzt dem Biber im Genick, aber wenn er kommt, hat er ganz verschiedene Tiere im Schlepp."
von Autor COGProfil

Vor über 100 Jahren wurden wieder Biber angesiedelt. Inzwischen leben in etwa 6000 Revieren wieder rund 22 000 Tiere. Nicht alle Menschen sind mit dieser Entwicklung glücklich, denn der Biber gestaltet die Landschaft, indem er Bäche staut oder Böschungen untergräbt.

Die Sonderausstellung umfasst acht große Informationstafeln, die der Bund Naturschutz in Bayern erstellt hat und die die vielfältigen Leistungen des Bibers für den Hochwasserschutz und die Landschaftspflege darstellen. Ergänzt werden die Tafeln durch Tierpräparate von Oberpfälzer Jägern und aus einer Nürnberger Sammlung. Da kann man nicht nur eine ganze Biberfamilie bestaunen, sondern auch Tiere, die oft mit Bibern verwechselt werden wie Bisamratte und Nutria. Außerdem werden viele Tiere gezeigt, die sich wieder ansiedeln, wenn ein Biber an einem Gewässer heimisch geworden ist, zum Beispiel seltene Vögel und Amphibien.

Nicht nur Kinder freuen sich über das echte Biberfell, das man streicheln darf, und über die Biberburg, die in der Ausstellung aufgebaut ist. So ist der Besuch für Jung und Alt eine kurzweilige und sehr informative Unterrichtsstunde in Biologie und Umweltschutz.

„Biber sind uns in manchen Punkten voraus“, erläuterte Horst Schwemmer, Bibermanager für Nordbayern und einer der Autoren der Ausstellung. „Sie können die Landschaft extrem gestalten.“ Daher seien sie einzigartig in der Natur. Das Verschwinden des Bibers sei eine Katastrophe gewesen. Jetzt bringe er Tiere und Pflanzen zurück, die der Landschaft verloren waren, „da passiert Biotopgestaltung. Aber wir müssen wieder lernen, mit dem Biber zu leben.“

Bei der Ausstellungseröffnung betonte Bürgermeister Michael Göth, dass der Biber für mehr Artenvielfalt in Deutschland sorgt. Museumsleiterin Edith Zimmermann erinnerte daran, dass der Biber ausgerottet wurde, weil man ihn wegen seines wertvollen Fells und als Fastenspeise jagte.

Mit großem Interesse betrachteten dann die Besucher, darunter auch Stadträte, die Ausstellung. Musikalisch wurde die Ausstellungseröffnung vom Streichquartett der Städtischen Sing- und Musikschule umrahmt.

Die Ausstellung „Biber – die guten Geister des Wassers“ ist bis zum Sonntag, 19. Mai, im Stadtmuseum, Neustadt 14-16, zu sehen.

Biber:

Hintergrund

Begleitend zur Ausstellung lädt das Stadtmuseum zu folgenden Veranstaltungen ein: Donnerstag, 28. Februar, 17.30 Uhr: Vortrag von Horst Schwemmer: „Biber – die guten Geister des Wassers“; Freitag, 22. März, 17.30 Uhr: Führung zur Biberburg und Biberpfad im Stadtpark. Treffpunkt am großen Spielplatz am Bahnhof.

Possierlich sind die Biber, aber obwohl sie eher klein sind, können sie doch ganze Landschaften gestalten
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