Update 09.07.2018 - 19:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Programmieren wie die Weltmeister

Android-Apps, Physical-Computing, Netzwerkprogramme und Neuronale Netze - das sind die Schlagwörter im Informatik-Unterricht des Herzog-Christian-August-Gymnasiums (HCA).

Von wegen daddeln auf dem Smartphone: Die Gymnasiasten des HCA haben ihre helle Freude daran, Apps selbst zu entwickeln. Bei einer Informatikmesse durften sie ihre Arbeiten vorstellen.

Bei einer Informatik-Messe stellten die Schüler jetzt ihre Arbeiten vor und sorgten nicht nur bei IT-Freunden für staunen. "Softwareentwicklung beschränkt sich dabei nicht nur auf Windows-Systeme", heißt es in einer Pressemitteilung des Gymnasiums. So hätten die Schüler sogar ihre eigenen Android-Apps geschrieben. Dominik Brunner (Q11) nutzte das W-LAN und GPS seines Smartphones, um einen Geotracker zu programmieren, der zurückgelegte Wege im Landkreis Amberg-Sulzbach auf einer Karte grafisch darstellt. Beim Smart-Home-System "James" von Linda Fuchs (Q11) kann man über das Handy und Sprachsteuerung die Lichter in den Räumen eines virtuellen Hauses auf dem PC an- und ausschalten. Auch Patrick Müller (Q11) hat ein Smart-Home-System entwickelt ("Hans"), das er über W-LAN mit einem Arduino-Controller vernetzen kann. So ist er in der Lage über Spracheingaben eine LED an- und auszuschalten.

Eine Beta-Version der App "Operation De Bello Gallico", entwickelt von Philipp Götz, Tobias Weiß und Tobias Hermann (alle Q12), steht bereits im Google Play-Store. Mit dieser App können Lateinvokabeln im klassischen Modus oder im spielerischen Challenge-Modus, alleine oder gegen Freunde auf mehreren Geräten, online geübt werden. Wählt man den Challenge-Modus, stellt man fest, dass selbst Lateinlernen süchtig machen kann. Sebastian Kiesel (Q11) arbeitet im Rahmen seiner Seminararbeit (Biologie) und einer Kooperation mit dem Bionicum Nürnberg an einer Quiz-App, in der es um Fragen der Bionik geht.

Tobias Kredler und Benjamin Blos (beide Q11) verbanden ihr Interesse für das Fach Geschichte mit ihren Fähigkeiten im Fach Informatik und entwickelten ein Spiel, mit dem man die Rolle eines Politikers der Weimarer Republik annehmen kann. Detaillierte Informationen über Parteien und Personen wurden dabei akribisch recherchiert. Simon Mehlhorn (Q11) und Sebastian Kiesel schrieben ein anspruchsvolles Programm für die Verwaltung von Schülerabsenzen, Dominik Brunner einen Chatserver und das zugehörige Client-Programm, das natürlich auch Emoticons zulässt. Nicole Böller und Hannah Berendes (beide Q11) schrieben ein Quiz im Stil von "Wer wird Millionär", das auf eine SQL-Datenbank zugreift. Das Programm "Space Battle" von Thomas Pürner (Q11), Dominic Bär (Q11), Linda Fuchs und Patrick Müller enthält eine ausgefeilte Grafik sowie Sound-Effekte und kann mit mehreren Rechnern im Netzwerk gespielt werden. Die Schüler der 10. Jahrgangsstufe präsentierten einen Cookie-Clicker (Julius Troisi, Jonas Pirner, Max Steinmetz), ein Labyrinthspiel (Max Rubenbauer), ein digitales 17-und-4-Spiel (Luca Walther) und eine erweiterte PC-Version des Klassikers "Flappy Bird" (Christoph Graml, Jonas Lindner, Jakob Hoffmann und Leon Segerer). Besonders beeindruckend war ein Spieleroboter, den Christoph Graml zusätzlich programmiert hat. Diese Software hat über ein neuronales Netzwerk gelernt, den Vogel in der Rolle des Spielers fehlerlos durch alle Hindernisse zu steuern. Christophs Beschäftigung mit neuronalen Netzwerken beschränkt sich aber nicht nur auf dieses Beispiel. Entwickelt hat er unter anderem auch schon ein Programm, das handgeschriebene Ziffern identifizieren kann. Zur Zeit arbeitet er an einem "neuronalen" Schachcomputer.

Mit einem weiteren faszinierendem Projekt konnte Toni Schall (10FS) die Besucher der Messe begeistern: Im Wahlunterricht Physical Computing baute und programmierte er eine helligkeitsgesteuerte Auslöseautomatik für eine Spiegelreflexkamera, die es ermöglicht, ein Streichholz im Moment seines Aufflammens zu fotografieren. Aber auch seine Mitschüler aus der 7. und 8. Jahrgangsstufe arbeiten an interessanten Projekten, unter anderem an einem selbstentwickelten Farbsensor, an einem selbststeuernden Fahrzeug und an einer Radarfalle.

"Die Fachschaft Informatik profitiert bei ihrer Arbeit sehr von der Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden, die ein wichtiger Impulsgeber für neue Konzepte und Ideen ist und fachliche Unterstützung bietet", heißt es in der Presse-Info weiter.



Von wegen daddeln auf dem Smartphone: Die Gymnasiasten des HCA haben ihre helle Freude daran, Apps selbst zu entwickeln. Bei einer Informatikmesse durften sie ihre Arbeiten vorstellen.

 

 

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