Sulzbach-Rosenberg
05.06.2018 - 16:52 Uhr

Radlos vor dem Schloss

Gutes Rad ist teuer. Immer öfter verschwinden aber Moutain- und E-Bikes in der Herzogstadt. Die Polizei hilft mit einer App.

Polizeihauptkommissar Peter Krämer mit einem teuren E-Bike-Fundrad. Viele Besitzer melden den Verlust ihres Rades aber gar nicht. Bild: Gebhardt
Polizeihauptkommissar Peter Krämer mit einem teuren E-Bike-Fundrad. Viele Besitzer melden den Verlust ihres Rades aber gar nicht.

Das Schloss liegt am Boden - durchgezwickt mit einem Bolzenschneider. Und das Mountainbike ist weg. Vor diesem oder einem ähnlichen Problem standen heuer schon ein gutes Dutzend Eigentümer. Die Polizeiprotokolle weisen allerdings auch öfter den Diebstahl eines unversperrten Drahtesels aus. Wie können die Beamten hier tätig werden?

Fahrradpass ausfüllen

Peter Krämer stellt klar: "Das A und O ist die Identifikationsmöglichkeit des Rades. Rahmennummer, Codiernummer, Marke, Typ, sonstige Kennzeichen, das sollte alles bekannt sein, um eine erfolgreiche Wiederbeschaffung zu ermöglichen." Die Rahmennummer steht am Lenkerkopf, am Sitzrohr unterhalb des Sattels, auf der Unterseite der Tretlager oder auf der Gepäckträgerplatte. Der gute alte Fahrradpass hat also noch nicht ausgedient. Ein Flyer mit entsprechendem Vordruck ist bei der Polizei zu haben und sollte ausgefüllt werden.

Natürlich gibt es auch die entsprechende App "Fahrradpass" für das Smartphone: Hier kann man sogar ein Bild des Rades speichern neben den Daten, die dann bei einer eventuellen Diebstahlsanzeige gleich an die Polizei übermittelt werden. Denn viele gestohlene Fahrräder werden wieder aufgefunden. Und bei der Schadensregulierung mit der Versicherung ist so ein Pass auch nützlich. Ein Aufkleber "Finger weg - Vorsicht, mein Rad ist codiert!" hilft ebenfalls, Diebe abzuschrecken.

Hier berichtet der Hauptkommissar von einem unerklärlichen Phänomen: "Viele der Besitzer zeigen einen Fahrraddiebstahl gar nicht bei uns an" - warum, das sei nicht ganz klar. "Entweder ist es ihnen egal oder sie haben keine Versicherung dafür!"

Es würden jedenfalls mehr herrenlose Räder entdeckt und aufs Fundamt gebracht als Diebstähle gemeldet. Fast nie sei ein als vermisst registriertes Rad unter den Funden. Diese werden dann nach einem Jahr versteigert oder verschrottet. Dabei könne die Polizei erst tätig werden, wenn eine Diebstahlsanzeige vorliege.

Aber bevor es soweit ist, rät Peter Krämer zur Vorsorge: "Wer ein Bike für 800 bis 2500 Euro kauft, sollte auch 50 oder 60 Euro in ein solides Schloss investieren!" Räder oder Rahmen sollten mit einer hochwertigen Sicherung zudem an festen Punkten wie Laternen oder Fahrradständern verankert werden. Vorder- oder Hinterrad zu blockieren, das reiche alleine nicht. "Nur besonders massive Bügel- oder Panzerkabel-schlösser sind tatsächlich geeignet."

Akkus im Visier

Zunehmen wird, so Krämer abschließend, auch eine neue Deliktart, nämlich der Teilediebstahl: Mit wachsendem Anteil der E-Bikes am Gesamt-Radbestand bedienen sich immer mehr Langfinger an den teuren Akkus. "Da sind schon mal bis zu 900 Euro fällig."

Geklaut wird in der Herzogstadt überall - am Bahnhof, am Waldbad, bei Festen, aus Hinterhöfen. "Einmal ging uns sogar ein Mann ins Netz, der in Nürnberg am Bahnhof ein Rad gestohlen hatte und per Zug nach Sulzbach gereist war. Eine Alkoholkontrolle brachte den Sachverhalt ans Licht."

Mehr Informationen zur App "Fahrradpass" und ihrer Printversion: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl-und-einbruch/diebstah...

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.