15.06.2018 - 16:33 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rekord-Wetter füllt die Bäder im Kreis Amberg-Sulzbach

Schon das April-Wetter war ein Rekord – und der Mai hat nachgelegt: Um fast vier Grad lagen die Temperaturen in Deutschland über dem Mittelwert der vergangenen Jahrzehnte. Das bescherte den Freibädern in Amberg-Sulzbach Besucher-Rekorde.

Manuel (11) hat richtig Spaß im Waldbad Sulzbach-Rosenberg. Bei seinem Freudensprung hatte er dort zwar eher wenige Zuschauer. Doch der Eindruck täuscht: Die hochsommerlichen Temperaturen haben den Freibädern in der Region Besucherrekorde zum Saisonstart beschert.
von Judith LehnerProfil

(pjle) „Die Leute reagieren sehr stark auf das Wetter“, hat Petra Pinzer vom Freibad Illschwang in den vergangenen Wochen festgestellt. Schon drei Wölkchen am Himmel könnten den ganzen Tag verderben. Beständig gutes Wetter sei der wichtigste Faktor für hohe Besucherzahlen. Rekordtag in der bisherigen Badesaison war Christi Himmelfahrt: Da sorgte laut Pinzer die Kombination aus strahlendem Sonnenschein und Feiertag für eine fast überfüllte Liegewiese.

Vorsichtige Badegäste

Im Naturbad Königstein hat Oliver Berger, Geschäftsführer der Marktwerke, noch ein anders Phänomen beobachtet: „Wenn an einem Tag schlechtes Wetter ist, dauert es ein, zwei Tage, bis die Leute wieder ins Bad kommen, auch wenn’ s am Tag drauf schon wieder schön ist. Ich kann das nicht erklären.“ Trotzdem ist er mit den bisher rund 2200 Gästen sehr zufrieden. Der neu installierte Kassenautomat habe zudem bei großem Andrang das Personal entlastet: „Die Investition hat sich schon gelohnt.“

"Das war mit Abstand der beste Saisonstart seit 20 oder 30 Jahren."

Albert Friedrich, Bademeister im städtischen Freibad Vilseck

Der Vilsecker Bademeister Albert Friedrich ist begeistert: „Das war mit Abstand der beste Saisonbeginn seit 20 oder 30 Jahren.“ Das gute Wetter spanne das Personal zwar ganz schön ein, aber helfe den Finanzen des städtischen Freibads in Vilseck: „Wenn am Saisonbeginn das Wetter so gut ist, merkt man das immer – da verkaufen sich viel mehr Saisonkarten.“

Diese Rechnung geht für Alfons Ostler, Schwimmmeister im Sulzbach-Rosenberger Waldbad, nicht so einfach auf. „Ein Freibad ist immer irgendwo ein Draufzahlgeschäft. Mehr Badegäste bedeuten natürlich mehr Einnahmen. Aber je mehr Leute kommen, desto mehr Reinigungsaufwand entsteht, und es braucht mehr Personal.“ Damit bleibe von den Eintrittsgeldern nicht mehr übrig als bei mäßigeren Temperaturen.

Flucht vor Gewittern

Die Hitze sorgt in den Freibädern mitunter auch für eine Menge Stress. „Das gehört aber eben dazu“, findet Dagmar Gabert, die im Riedener Freibad die Kasse betreut. „Wir freuen uns wirklich über jeden Besucher.“ Trotzdem ist Bademeister Max Wagner nicht ganz so glücklich mit der aktuellen Wetterlage. „Es ist jeden Tag das gleiche Spiel: Bis am frühen Nachmittag ist es voll, dann kommt das Gewitter und alle müssen das Bad fluchtartig verlassen.“ Wenn es aber bis in den Abend hinein schön sei, werde durchaus mal der Badeschluss nach hinten verschoben.

Das Freibad in Kastl meldet rekordverdächtige Besucherzahlen im Mai: 2810 Gäste wurden gezählt. Das sind 600 mehr als im Vorjahr und sogar fünfmal so viele wie 2016. Nur an zwei Tagen im Mai hatte das Freibad verkürzt geöffnet, an allen anderen konnten die Kastler es uneingeschränkt nutzen.

"Ein Freibad ist immer irgendwo ein Draufzahlgeschäft"

Alfons Ostler, Schwimmmeister im Waldbad Sulzbach-Rosenberg

Auch das Hockermühlbad in Amberg kann in der laufenden Saison deutlich mehr Gäste als im Vorjahr verzeichnen. Rund 33 200 waren es bisher – gut 3000 mehr als im gleichen Zeitraum 2017. Gleichzeitig hat aber auch das Kurfürstenbad den Sommer über geöffnet. Es sei vor allem bei Touristen sehr beliebt, sagt die Pressesprecherin der Stadtwerke, Karoline Gajeck-Scheuck. Aber auch bei Einheimischen, die während der Hochbetriebsphasen im Hocko den ruhigeren Betrieb im Kufü schätzen. Dort gebe es zudem ja auch einen Außenbereich.

Badewannen-Wasser

Im Naturerlebnisbad Schnaittenbach sind die Verantwortlichen auch zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison. Zwar sind die Besucherzahlen dort noch nicht rekordverdächtig, dafür wurde bei der Wassertemperatur ein Höchstwert erreicht: Aktuell kann man in 24 bis 26 Grad warmem Wasser baden, obwohl das Becken nicht beheizt wird.

In Hirschau gibt es keine genaue Besucherzahl, denn die Gäste des Campingplatzes am Monte Kaolino haben freien Zugang zum Freibad. Und den haben sie in den vergangenen Wochen ordentlich genutzt. Aber es gibt auch eine Menge zahlende Besucher. „Das darf schon mal sein, dann ist das Defizit nicht so extrem“, sagt Betriebsleiter Andreas Gebhardt. Trotzdem blickt er gerade nicht mit Sorge auf die weniger sonnige Wetterprognose für die kommenden Tage. Denn da könnten die Mitarbeiter endlich mal ein bisschen durchschnaufen.

Die Mitarbeiter in den Freibädern in Auerbach, Freudenberg und Hirschbach können im Vergleich zum Vorjahr keinen Unterschied feststellen – aber auch sie freuen sich über viele Gäste zum Saisonbeginn.

 

 

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