29.11.2019 - 16:29 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Requiem in Christuskirche: In Musik gefasster Glaube

Vier Solisten, Chor und Instrumentalisten erweckten den Glauben an Gnade und die Hoffnung auf Erlösung musikalisch zum Leben. Sie gedachten der Verstorbenen in der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg.

Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke dirigierte die Sulzbacher Kantorei und das Kammerorchester St. Michov mit Leidenschaft und Verständnis.
von Autor COGProfil

In dramatischen Farben leuchtete das himmlische Jerusalem an der Altarwand der Christuskirche. Was das Mosaik als Bild zeigt, das drückte die Musik beim Konzert der Sulzbacher Kantorei zum Ewigkeitssonntag in Tönen aus: Den Glauben an die Gnade und die Hoffnung auf Erlösung. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem gedachte die Kantorei der Verstorbenen. Der gemischte Chor mit 30 Sängern war stimmlich hervorragend besetzt. Souveräne Sicherheit und überzeugender Ausdruck zeichneten den Gesang der Kantorei aus - das Ergebnis kontinuierlicher Chorarbeit durch Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke.

Vier Solostimmen

Die Vokalsolisten Christoph Brunner (Bass), Amin Kachabia (Tenor), Eunjung Kwak (Sopran) und Yehui Jeong (Alt) (von links) begeisterten mit ihren wunderschönen Stimmen.

Dieser hatte vier junge Sänger von der Universität der Künste in Berlin für die Solos engagiert. Die jungen Künstler überzeugten durch ihre frischen und raumfüllenden Stimmen von wunderbarem Klang. Die Sopranistin Eunjung Kwak sang mit eleganter Leichtigkeit und Lieblichkeit. Yehui Jeong bezauberte mit ihrem warmen, weichen Alt, der mühelos auch höhere Lagen meisterte. Auch bei größtem emotionalen Einsatz immer unangestrengt, präsentierte sich Tenor Amin Kachabia. Mit geschmeidiger Beweglichkeit und sinnlicher Tiefe erfreute der Bass Christoph Brunner. Die vier Gesangssolisten passten von der Timbrierung und dem Ausdruck sehr gut zusammen und machten ihre Quartettsätze zu einem besonderen Hörgenuss. Ob am Anfang der Satz "Tuba mirum" oder ganz am Ende des Requiems "Benedictus" - immer ließen sie Mozarts Komposition erstrahlen. Ergänzt wurden die Sänger vom Kammerorchester St. Michov. Die 25 Instrumentalisten begleiteten die Vokalisten einfühlsam und nuanciert. Hennecke dirigierte mit Feuer und Präzision.

Motetten mit biblischen Texten

Dramatische Sätze wie "Dies irae" interpretierte er mit wilder Emotionalität, während er die flehentliche Bitte "Salva me" ("Rette mich") in "Rex tremendae" mit anrührender Innigkeit gestaltete. Hennecke gelang es, mit nur wenigen Proben den Chor, die Solisten und das Orchester zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen.

Mozarts Requiem entspricht einer katholischen Messe. Zum Ewigkeitssonntag, an dem der Toten gedacht und das Vertrauen auf ein Leben nach dem Tod ausgedrückt wird, ergänzte Hennecke das Requiem um vier Motetten zu biblischen Texten. Jeweils eingeleitet durch Glockengeläut. Die evangelische Hoffnung auf Gnade und Erlösung wurde "Im Himmelreich" für Altsolistin Yehui Jeong und den Chor von Edvard Grieg deutlich. In Musik gefasster Glaube machte diese Motette zu einem bewegenden Erlebnis. Die Zuhörer ließen die Musik lange in sich nachklingen.

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