29.03.2020 - 18:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rosenberger Online-Andachten: St. Johannis läuft auf Youtube

In Zeiten, in denen der Hirte seine Schäfchen nicht um sich scharen kann, muss man neue Wege gehen. So denkt auch Uwe Markert als Pfarrer der evangelischen Gemeinde St. Johannis. Er will den Kontakt zu den Gläubigen aufrechthalten.

Für die Online-Andachten lässt sich Pfarrer Uwe Markert von seiner Frau in der Rosenberger St.-Johannis-Kirche mit dem Smartphone filmen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

"Wir versuchen, ein bisschen mit den Gemeindemitgliedern in Kontakt zu bleiben, denn telefonisch bin ich ja erreichbar. Hier gab es natürlich erste Anknüpfungspunkte bei Nachfragen zu Veranstaltungen, ob die ausfallen oder stattfinden. Daraus ergeben sich dann verschiedene Gespräche", schildert Pfarrer Uwe Markert seine Eindrücke von der neuen Situation, in der er die Christen nicht mehr direkt in der Kirche willkommen heißen kann.

Der Rosenberger Geistliche hat sich auch sofort an die Arbeit gemacht und Beiträge oder Musikstücke gesammelt, mit denen er kleine Andachten zusammenstellt. Dazu kämen auch noch Gebete von den Konfirmanden, die "manche gerne, manche auch widerwillig liefern". Diese kirchlichen Beiträge oder Gottesdienste können dann über die Internetseite johanniskirche-rosenberg.de abgerufen werden. "Das ist ein laufender Prozess, der sukzessive ergänzt wird", so Markert im Gespräch mit der SRZ-Redaktion.

Etwa 400 Aufrufe

Es gebe auch einen Youtube-Kanal "Johanniskirche Rosenberg", für den sich Pfarrer Uwe Markert von seiner Frau in der leeren Kirche mit dem Handy filmen lässt. "Hier hatten wir in kurzer Zeit etwa 400 Aufrufe. Na ja, an Ed Sheerans "Shape of You" mit 4,6 Milliarden Aufrufen kommen wir nicht ran, aber ich denke, dass wir als Kirche in einer pluralen Gesellschaft nicht von heute auf Morgen an Bedeutung und Akzeptanz gewinnen, nur weil in Bayern der Notstand ausgerufen ist. Da bleibe ich Realist und bin für die mir anvertrauten Leute da", sagt der Rosenberger Seelsorger.

Weiter würde sich Markert freuen, wenn er auch künftig von seinen Gemeindemitgliedern Musikvorträge, Grüße, Lieder, Gebete und Bilder per E-Mail unter pfarramt.johanniskirche.suro[at]elkb[dot]de zugesandt bekommen würde. Diese sollen auch weiterhin in die Online-Andachten einfließen und dienten natürlich auch der Kontaktpflege mit den Gläubigen.

Statt Gottesdiensten in der Johanniskirche gibt’s ein Alternativprogramm.

Was er allerdings bedauert, ist die Tatsache, dass er noch keine zufriedenstellende Lösung für die älteren Menschen, die weder PC noch Handy oder Tablet hätten und nicht im Telefonbuch stünden. "Die kann ich momentan ganz schlecht erreichen. Durch die Datenschutz-Grundverordnung haben wir keine Verknüpfung mehr zu den alten Telefonbüchern", schildert Markert als Hürde. Allerdings gebe es zurzeit noch das kostenlose Angebot eines vierwöchigen Abos des Sonntagsblattes, also der Nachrichtenzeitung, die von der Landeskirche herausgegeben werde.

Ansonsten dreht sich beim Rosenberger Geistlichen auch sehr viel um Absagen, wie etwa die Konfirmationen, die in den verbotenen Zeitraum fallen. "Aber was wird mit Taufen und Hochzeiten? Dioe Konfirmationen könnten um die Sommerferien herum nachgeholt werden, aber die angedachten Familienfeiern in den Gaststätten verlangen von den Wirten ein besonderes Management, wenn sie wieder öffnen dürfen" blickt Uwe Market in die Zukunft.

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