19.07.2019 - 17:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rosenbergs Wahrzeichen fällt Stück für Stück

Drei Stahltürme und die lange Silhouette der Anlage - Rosenberg stand über 100 Jahre lang in ihrem Schatten. Die Maxhütte prägt im Süden das Gesicht des Stadtteils. Doch jetzt regiert der Bagger: Bald ist das Stahlwerk verschwunden.

Die Bagger leisten ganze Arbeit am alten Stahlwerk und arbeiten sich nach Osten vor.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil
Mit den markanten Gasfackeln prägt das alte Werk die Ortsansicht im Süden.

Ein Jahr Pause liegt hinter der gewaltigen Aktion - zahlreiche Auflagen sind nun erfüllt, die Bagger haben ihre Arbeit wieder aufgenommen: Hinter hohen Absperrzäunen geht ein Trupp von 20 Mitarbeitern der deutschen Firma Ferraro (Group) aus Neunkirchen mit ihren Großgeräten wieder ihrer Arbeit nach. Beginnend von der Hochofenseite, arbeiten sie sich nach Osten vor. Ziel ist der Abbruch des gesamten OBM-Stahlwerks.

Die gesamte Anlage, eigentlich ein riesiges, eingehaustes Kran-System, wird rückgebaut. Das bedeutet einen enormen Aufwand: Rund 80 Prozent des Objektes bestehen aus Stahl. Dieser wird als Schrott komplett recycelt. Zu berücksichtigen sind neben dem Schutz des Bodens auch andere Materialien, sogenannte Stäube, die extra entsorgt werden müssen. Selbst der Bauschutt wird penibel untersucht auf Belastungen und entsprechend behandelt. Auch Bodenaustausch wird noch folgen.

Objektmanager Bernhard Dobler vom Eigentümer, der Maxhütten-Verwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (MHVV) in der Max-Aicher-Stiftung, rechnet damit, dass zum Jahresende die meiste Arbeit getan ist. "Ende 2019 wird das Ergebnis sehr gut sichtbar sein." Er bittet vor allem die Anwohner um Verständnis für eventuelle Belastungen durch Lärm und Staub während der Rückbauphase. Selbstverständlich werde sich die Firma bemühen, Emissionen so gering wie möglich zu halten.

"Der Eigentümer ist froh, dass jetzt alle Auflagen erfüllt sind und die Fläche abgeräumt und entsiegelt wird", erklärt Dobler. Denn die Pläne für den rund 1,1 Hektar großen Bereich liegen schon in der Schublade. "Im vorläufigen Flächennutzungsplan der Stadt ist hier nämlich ein Mischgebiet vorgesehen". Als sehr positiv bewertet Dobler auch, dass letztlich alle Fachstellen der Behörden an einem Strang gezogen und das Projekt nach vorne gebracht hätten. Erwartet werde nun auch noch das Gutachten über die künftige Nutzung der Hochofenplaza, welche die Stadt in Auftrag gegeben habe: Was wird erhalten an Gebäuden und Anlagen, gibt es eine Event-Halle, wird alles zum Museum, wird der Hochofen begehbar oder nicht? Die Klärung all dieser Fragen hängt von der Expertise ab. In Rosenberg kann man nun verfolgen, wie Stück für Stück die jetzt marode Anlage - die so lange das Ortsbild geprägt hat - verschwindet. Spannend ist auf jeden Fall, was an ihrer Stelle dort entstehen wird.

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