So eine Vorgruppe hat nicht jeder: Seit 2012 aktiv, haben sich die Cellar Boys in ihrem Probenkeller regelmäßig getroffen, um kernige Rock- und Blues-Oldies zu interpretieren und eigene Songs einzuüben. Ihre Frühjahrs- oder Herbstkonzerte im Capitol waren stets ein Hit, aber jetzt ist Schluss: Drei der fünf Bandmitglieder haben andere Pläne, und weil der Tastenmann auch bei Red Fox mitspielt, war die Idee schnell geboren: eine Stunde Abschiedskonzert als Anheizer für die Kollegen.
Knackiger Beginn
Mit den Rolling Stones und "Under my thumb" bewiesen die "Senioren" gleich zu Beginn, dass sie noch recht knackig spielen können. Claptons "If I don't be there by morning" fiel ebenfalls astrein aus, und der unvermeidliche "Folsom Prison Blues" mit Johnny Cash alias Drummer Lurchi Gebhardt gehört als erstes jemals geprobtes Lied der Band natürlich ins Repertoire. Konny Sommer steuerte wie immer zuverlässig und stetig den passenden Bass bei.
Thommy Müller gab sein selbstgeschriebenes "I ride alone" zur Country-Runde zum Besten, "Big Train" war ebenfalls ein Band-Projekt. Zwei herrlich langsame Songs hinterließen mächtig Eindruck: "Sunrise in Texas" und "Willin'". Dann durfte sich Thommy Müller beim Klassiker "Jessica" an der Gitarre so richtig austoben, nachdem Matthias Sommer das Piano-Solo klasse rübergebracht hatte.
Zwei tolle Gitarristen
Es gab mehrfach Szenenapplaus, ebenso für den zweiten Super-Gitarristen Uli Lommer, der Mark Knopflers "Sultans of Swing" virtuos und hochkonzentriert aus den Saiten zauberte. Mit den "Dead Flowers" der Rolling Stones als geplante Zugabe endete dann die Existenz der beliebten Band, die allerdings noch etwas jünger ist als ihre Vorbilder.
Der König ist tot, es lebe der König: Diesen Spruch könnte man auf den Abend anwenden, denn die Red Fox Blues Band übernahm das Rock 'n' Roll-Zepter nahtlos: Ob Bad Company, Lynyrd Skynyrd, Johnny Winter oder B.B. King - sie beherrschen die Palette der Rock- und Blues-Klassiker inzwischen perfekt.
Und so geriet ihr erster großer Auftritt zum Rundum-Erfolg: Stephan Kiesel, Schlagzeug und Peter Wolf (Bass) sorgten stets für den nötigen druckvollen Vortrieb, Matthias Sommer an Piano und Orgel brillierte auch bei dieser Band, Gitarrist Matthias Weber blies gekonnte Soli auf der Bluesharp, und die beiden Solo-Gitarristen Max Müller und Sebastian Wolf wechselten sich mit ihren unterschiedlichen Stilen bravourös ab. Als Frontmann agierte Stefan Sehnke (Gesang), der den ganzen Abend auch gut zu tun hatte: Immerhin 27 Lieder wies die Setlist auf, das Publikum nahm die Gelegenheit zum Tanz zu alter, aber bestens interpretierter Musik in Scharen wahr.
Sieben Mann geben alles
"She caught the Katy" von den Blues Brothers, die Stones-Kracher "Brown Sugar" und "Jumpin' Jack Flash" liefen ebenso klasse von der Bühne wie Südstaaten-Rock à la "Gimme three steps" oder der "Whiskey Rock-a-Roller". Die sieben Mann der RFBB gaben alles, das Publikum dankte es ihnen. Die Band ist auf dem besten Weg, den berühmten Kultstatus zu erreichen. Denn Konkurrenz aus dem Keller braucht sie ja jetzt nicht mehr zu fürchten.














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