Sulzbach-Rosenberg
07.12.2018 - 16:20 Uhr

Schock für Rambo: Pfefferspray ins Auge

Der Alptraum eines jeden Hundebesitzers: Das Tier ist plötzlich völlig verstört, verletzt, verkriecht sich, leidet Schmerzen. Der Mischlingshund Rambo aus Sulzbach-Rosenberg bekam Pfefferspray in die Augen. Wer tut so etwas?

Mischling Rambo mit Nadine Graf und ihrem Töchterchen Lea. Der Hund erholt sich langsam von dem verstörenden Vorfall. Bild: Petra Hartl
Mischling Rambo mit Nadine Graf und ihrem Töchterchen Lea. Der Hund erholt sich langsam von dem verstörenden Vorfall.

Der mittelgroße Mischling hat ein schweres Schicksal hinter sich: Er war in Rumänien in einer Tötungsstation im Wald gelandet, wo rund 180 eingefangene Straßenhunde eingesperrt waren. Über Facebook entdeckte Nadine Graf (jetzt 25) aus Sulzbach-Rosenberg im Jahr 2013 diese Bilder. Sie hakte nach, bekam Kontakt und es gelang ihr, mit Hilfe eines dort lebenden Ehepaars einen der Hunde freizubekommen. Investiert hat sie insgesamt rund 180 Euro in die Rettungsaktion.

Leicht traumatisiert

Im Oktober 2013 traf dann ein Sammeltransport in Nürnberg ein, Nadine Graf konnte ihren jungen Vierbeiner dort abholen, er war sogar schon geimpft, kam aber trotzdem noch mal zum Tierarzt. Sie taufte ihn Rambo, und seitdem lebt der mittelgroße, rund 25 Kilo schwere Hund im Haushalt in der Geschwister-Scholl-Straße und spielt mit Nadines Töchterchen Leja (4).

Er hatte in der Station eine Nervenverletzung an der Schulter erlitten und war auch sonst etwas traumatisiert. Doch am Dienstag erlitt er einen Rückschlag: Er war gerade im Garten, als sein Frauchen ihn zuerst laut knurren und dann aufjaulen hörte.

Sie sah auf der Straße vor dem Haus noch eine Person weglaufen. Rambo rannte völlig verstört ums Eck ins Haus, verfehlte die Terrassentür, prallte an die Hausmauer. Dann verkroch er sich in einem Bett und rieb ständig seine Augen auf der Decke hin und her.

Von der Mauer aus

Seine Augen waren dick verschwollen, und Nadine Graf brachte ihn sofort zum Tierarzt. Dort diagnostizierte man einen Angriff mit Pfefferspray. Die Augen wurden gespült, eine spezielle Salbe muss seitdem dreimal am Tag verabreicht werden. Jetzt geht es dem Hund wieder etwas besser.

Beim Tierarzt riet man Nadine Graf, die Polizei einzuschalten. Diese ermittelt nun gegen den unbekannten Täter. Der stand vermutlich auf der Mauer des Gartens, denn sonst hätte er den Hund gar nicht erreichen können bzw. mit dem Sprühstrahl nicht getroffen.

Nadine Graf berichtet von Vorfällen in früherer Zeit, als ihren Angehörigen bei nächtlichen Telefonanrufen auf Band aufgenommenes Hundegebell vorgespielt wurde. Offensichtlich missfällt der Hund irgendjemandem in der Gegend.

"Ich verstehe das nicht, hier hat doch fast jeder einen Hund", meint die junge Frau verständnislos. Wenn er jemanden störe, könne man doch darüber reden. "Aber was geht im Kopf einer solchen Person vor, wenn sie den Hund mit Pfefferspray verletzt?" Rambo jedenfalls bellt seitdem vor Angst noch mehr, wenn sich jemand nähert. Das ist verständlich. Aber er ist nicht aggressiv, sondern eigentlich eher ängstlich. Denn der in Rumänien knapp dem Tode entronnene Hund hat nun auch in Deutschland eine sehr böse Erfahrung gemacht.

Kommentar:

Missachtung der Kreatur

Der Verdacht liegt nahe, dass es ein Hunde-Hasser ist, der den armen Rambo so misshandelte. Denn er stieg wohl auf die Mauer, um über den Zaun hinweg dem Tier Pfefferspray in die Augen zu spritzen. So stellt sich der Sachverhalt bisher dar. Wer tut so etwas? Wenn jemand einen bellenden Hund hinterm Gartenzaun nicht mag, kann er ja einfach weitergehen. Die wenigsten dieser Vierbeiner sind aggressiv, sie zeigen nur ihr Territorium an. Deswegen gleich die chemische Keule auszupacken, zeugt von tiefer Missachtung der Kreatur gegenüber. Es gibt hier offensichtlich ein Problem. Und das ist nicht der Hund.

Joachim Gebhardt

 
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