05.05.2020 - 17:34 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Staatsforst schafft Platz für Amphibien

Zugegeben, der kleine Weiher neben der B 85 lag lange im Dornröschenschlaf. Doch der Borkenkäfer spielt ausnahmsweise für das Biotop eine positive Rolle. Der Staatsforst wertet die Stelle auf. Die Molche sind schon wieder eingezogen.

Das Biotop sieht schon recht einladend aus für die Amphibien der Nachbarschaft im Staatswald.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Waldarbeiten im Staatswald östlich der B 85 (gegenüber der Bereitschaftspolizei), die aus Gründen des Waldschutzes nötig wurden, sind nach vier Wochen schon beendet.

Durch die Waldarbeiter des Forstbetriebs Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten wurden hier vor allem Fichten schonend gefällt und im Anschluss aus dem Wald herausgebracht. Aktuell liegen die Stämme noch am Forstweg, um von dort abtransportiert zu werden. Insgesamt handelt es sich um rund 70 Festmeter.

Reibungsloser Ablauf

Im Anschluss erfolgte noch eine Waldpflege, bei der die jungen Laubbäume, die unter den alten Fichten bereits quasi in den Startlöchern stehen, gefördert wurden. Der zuständige Staatsförster Julian Sauter freut sich darüber, dass die Maßnahme aus Rücksicht auf die Amphibien, aber auch die vorkommenden Vogelarten zügig und schonend abgeschlossen werden konnte: "Es lief hier für Mensch und Tier reibungslos."

Wie kam es zu den Baumfällungen? Die Maßnahme war zum einen damit begründet, dass die meisten Fichten in diesem Waldstück von Borkenkäfern befallen waren. Mit den gestiegenen Temperaturen hätten sie die umliegenden Bäume und Wälder gefährdet, wenn die Fichten nicht gefällt worden wären.

Zum anderen wurde durch die Entnahme der Fichten der Lichteinfall gesteigert. Damit kann sich das dort vorhandene Feuchtbiotop im Frühjahr schneller erwärmen und begünstigt so die Entwicklung des Laichs der im Wald lebenden Frösche, Kröten und Molche.

Aus diesem Grund hat auch die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des Bundes Naturschutzes, der die Amphibienzäune entlang der Bundesstraße betreut, die Maßnahme ausdrücklich begrüßt.

Enten sind schon da

Förster Sauter konnte bereits wieder Amphibien und Vögel ausmachen: "Molche lassen sich wieder beobachten, und auch ein Entenpaar hat ganz unbeeindruckt von unseren Arbeiten mit dem Brüten begonnen."

"Durch die Auflockerung des Waldes um das Feuchtbiotop herum wird sich dort die Lebenssituation für Amphibien und andere wasserliebende Arten verbessern", meinte Betriebsleiter Philipp Bahnmüller gegenüber unserer Zeitung.

Neue Quartiere geplant

Zudem planen die Bayerischen Staatsforsten im kommenden Herbst, neben der schon angekündigten Beseitigung des Bodenschlamms auch noch, einige Überwinterungsquartiere zu errichten. Dazu werden aus abgestorbenem Laubholz sogenannte Totholzhaufen aufgeschichtet, in denen dann Frösche, Kröten und auch Reptilien die kalte Jahreszeit gut überstehen können.

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