12.02.2019 - 17:24 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stadt voll auf LED-Sparkurs

Roland Segerer ist guter Dinge. Der Elektrotechniker-Meister vom Bauhof der Stadt Sulzbach-Rosenberg spart mit seiner Tätigkeit dem Steuerzahler viel Geld. Die Umrüstung vieler Leuchtstellen auf LED-Technik eröffnet enormes Potenzial.

Der Herr der Lampen: Roland Segerer mit gängigen Modellen der städtischen LED-Umrüst-Aktion. Die Lampen strahlen zielgerichtet und verursachen so weniger Streulicht als die alten Röhren.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchten die Leuchtstellen (Straßenlampen und Scheinwerfer) der Stadt noch vor ein paar Jahren. Inzwischen sind gut 200 neue Lichtquellen dazugekommen, aber trotzdem ist der Bedarf der rund 3185 Leuchten nur mehr bei 0,52 Millionen Kilowattstunden - also eine Senkung um fast zwei Drittel. Bezahlte die Kommune vor ein paar Jahren noch rund 200 000 Euro pro Jahr an den Stromlieferanten, sind es inzwischen nur noch knapp über 100 000 Euro.

Segerer kann genau erklären, woher dieser Spareffekt kommt: "LED-Lampen nutzen den Strom viel effektiver und brauchen deswegen weniger Leistung, um die gleiche Leuchtkraft wie andere Mittel zu erzielen." Bei einem Rathaus-Strahler von 250 Watt seien dann nur mehr 50 Watt nötig. Über die sogenannten Gelblicht-Lampen, die damals schon Einsparung brachten, ging die Stadt konsequent den Weg Richtung LED-Technik. Das Ergebnis: Mittlerweile sind schon zwei Drittel aller städtischen Leuchtstellen umgerüstet, seit 2015 ist auch keines der früheren HQL-Leuchtmittel mehr im Einsatz.

Der Elektro-Chef des Bauhofs kann dazu eine klare Aussage treffen: "Im Jahr 2019 werden auch die letzten 259 Gelblicht-Lampen verschwinden und alle verbleibenden Leuchten auf LED umgebaut sein. Dann sind bis Anfang 2020 über 90 Prozent der Straßenbeleuchtung energiesparend" - eine feine Sache.

Ein gewohntes Bild: Das Sulzbacher Rathaus leuchtet nachts im Licht der Strahler.

Kritik wird laut

Doch es gibt immer auch kritische Stimmen. So hatte sich vor der letzten Stadtratssitzung die Umweltschutzinitiative zu Wort gemeldet und die zunehmende Lichtverschmutzung beklagt, die große Auswirkungen auf die Natur habe. Insbesondere die Beleuchtung vieler Objekte im Stadtgebiet und die geplante Anstrahlung des sanierten St.-Anna-Förderturms kamen in einem offenen Brief an das Stadtbauamt zur Sprache.

Nur zwei brennen nachts

Zumindest für den Technikbereich, was also Leuchtdauer und Kosten angeht, kann der Experte Auskunft geben: Von elf nachts angestrahlten Objekten im Stadtgebiet sind nur zwei durchgehend beleuchtet, und das aus Sicherheitsgründen: der Geschichts- und der Löwenbrunnen am Luitpoldplatz. Bei allen anderen heißt es um 24 Uhr: Licht aus. Abgesehen davon, dass LED-Lampen zielgerichtet strahlen und damit weniger Streulicht, also "Lichtverschmutzung", produzieren. Die Illumination, ausgelöst durch Dämmerungsschalter, ist im Sommer entsprechend kürzer als im Winter.

Verbrauch sinkt drastisch

Aber auch hier wird es künftig zumindest finanzielle Einsparungen geben, wie das Beispiel der Annabergkirche zeigt: Sie erhält Licht von der Dämmerung bis gegen 24 Uhr, ihre Strahler verbrauchen dabei durchschnittlich 2750 Kilowattstunden pro Jahr, also etwa für 680 Euro. Diese Quellen werden in absehbarer Zeit auch durch LED-Anlagen ersetzt - die Jahreskosten sind dann nur mehr 200 Euro. Das Gleiche gilt für alle anderen Objekte. Der Förderturm etwa liege mit nur 2016 Stunden im Jahr und auch dank dimmbarer Technik unter 300 Euro.

Zug um Zug ersetzen die Bauhof-Elektriker auch die Leuchtmittel in den städtischen Gebäuden, soweit nicht schon, wie in Bücherei und Sing- und Musikschule, geschehen. "Sobald eine der bisherigen Energiesparlampen den Geist aufgibt, kommt eine LED rein", merkt Segerer an, der aber ungern funktionierende Geräte einfach wegwirft. Der Umstieg ist bald abgeschlossen. Diese umweltfreundliche Umrüstung wird natürlich auch bezuschusst: Das Bundesumweltministerium bedenkt seit 2011 den kommunalen Klimaschutz mit einer Förderung von bis zu 25 Prozent. Auch 2019 sind noch Anträge möglich, die Richtlinie läuft vorerst noch bis 2022. Aber dann dürfte Sulzbach-Rosenberg schon komplett energiesparend leuchten.

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