Update 21.08.2018 - 16:11 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Staubspektakel für Zwei- und Dreiräder

Eine staubtrockene Angelegenheit, die Leute zusammenbringt - gibt's das? Ja, wenn die Darsteller auf zwei Rädern daherkommen. Oder auf dreien.

Jörg Ollhoff und Jörg Regg an der Turnstange holen sich nach drei souverän gefahrenen Sonderprüfungen den obersten Treppchenplatz bei den Gespannen.
von Redaktion ONETZProfil

(mfh) Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth starteten die 40. Oberpfälzer Geländefahrt Sulzbach-Rosenberg-Classic gemeinsam. Sie senkten die Startflagge und hielten damit eine Tradition hoch, die in den 50er- und 60er-Jahren Tausende von Zuschauern mobilisierte. Und wer weiß, ob sie als Buben nicht den legendären Brüdern Hartmann mit ihrem BMW-Gespann beim Start zugesehen haben?

Geländesport hat keine Einschränkungen. Im Gegenteil, es ist ein Sport für alle Altersgruppen und für die ganze Familie. Besonders wird das bei den Gespannen deutlich. Hier fahren Ehepaare, Vater und Tochter oder auch der Opa mit dem Enkel. Das wird auch in den Nennungslisten deutlich, wenn bei Fahrer und Beifahrer der Familienname identisch ist. Die Gespanne mit ihren spektakulären Fahrmanövern sind sowieso die Publikumslieblinge. Sieben Fahrzeuge waren gemeldet, sechs gingen an den Start und fünf erreichten das Finish.

Heutzutage dient die Veranstaltung der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts alter Geländesportmotorräder. Es sind über 200 Fahrzeuge aus den 1950er-Jahren bis Baujahr 1993 am Start. So manches Museum würde sich über diesen Bestand glücklich schätzen. Aber nicht nur so manches Motorrad hat Geschichte geschrieben.

Schon heute hat sich der Name Eddy Hau unauslöschlich in die Bücher der Sportgeschichte eingedruckt. Der 1952 geborene Werkzeugtechniker war von 1969 bis 1974 als Privatier auf den Rennstrecken unterwegs, wurde dann Zündapp-Werksfahrer und gewann 1988 die Marathonwertung der Paris-Dakar-Rallye. Der 66-Jährige ist fit wie ein Turnschuh. In der Klasse Motorräder von Baujahr 1979 bis 1982 über 250 Kubik bestieg er das oberste Treppchen.

Der Name Horst Bauer steht in der Region Sulzbach-Rosenberg für aktiven Motorradsport. 2017 konnte er bei der AMC-Wertung die meisten Starts für sich verbuchen. In der Seniorenklasse mit Motorrädern ohne Hubraumbegrenzung fuhr er souverän nach vorn. Bei der Sonderwertung bewältigte er den Parcours jeweils unter vier Minuten und setzte sich deutlich vom Zweitplatzierten ab, der die Vier-Minuten-Marke bei jedem Durchgang überschritt.

Eine Runde von 40 Kilometern mussten die Teilnehmer dreimal durchfahren. Die Sonderprüfung fand auf einem großen Stoppelfeld bei Gallmünz statt. Es war eine fahrerische Herausforderung, die auf Zeit gewertet wurde. Das wochenlange heiße Wetter hatte den Vorteil, dass die Fahrer auf trockenem Untergrund fahren konnten - jedoch auch den Nachteil, dass sich das Gelände in eine Staubwüste verwandelt hatte. Auch die anschließende Steilauffahrt hatte wegen tiefer Staubpassagen einen hohen Schwierigkeitsgrad. Aber eine durch Staub verursachte Sichtbehinderung rief bei der Bevölkerung und den Lokalmatadoren höchstens Erinnerungen an die Maxhütte wach, als sie noch in Betrieb war. Ansonsten war die Veranstaltung durchdacht und perfekt organisiert. Anwohner der Strecke wurden im Vorfeld informiert.

Am Nachmittag übergaben die AMC-Vorsitzenden Manuel Pirner und Ralf Dittrich die Pokale an die Gewinner. Viele der Teilnehmer werden sich bereits am kommenden Wochenende in Sinsheim bei einer weiteren Geländeveranstaltung wieder sehen. Es ist eine große Familie, und wer weiß, ob in zwei Jahren nicht wieder so ein schönes Familientreffen in Sulzbach-Rosenberg über die Bühne geht.

Solche umgebaute BMW-Motorräder legten den Grundstein für die weltweit erfolgreiche GS-Serie. Dieses besterhaltene Exemplar scheucht Frank Koser aus Waldmichelbach über den Parcours der Sonderprüfung.

Die Duo Bachert/Bachert setzt sich mit seinem Yamaha-XS-Gespann mit nur 13 Sekunden Abstand hinter die Führenden.

Jürgen Petry vom AMC Hohe Aßlitz treibt hier sein AIM-Motorrad der Klasse bis 80 Kubik und bis Baujahr 1982 die steile Auffahrt nach der Sonderprüfung hinauf.

Start mit Landrat Richard Reisinger (Dritter von rechts) und Bürgermeister Michael Göth (Dritter von links).

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