26.05.2019 - 15:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Süßigkeiten für die Ohren

Ein Abend voller Nostalgie, das Capitol voll besetzt wie in den besten Kino-Zeiten. Aber es gab keinen alten Film, es ging um Süßes. Der „Chor mit Herz“ konnte nicht nur ein Lied davon singen.

Tupfenkleider und Lollipops passten zu den "süßen" Schlagern, die der "Chor mit Herz" im Capitol sang.
von Helga KammProfil

Schnaittenbach ist nicht weit entfernt. Für den dortigen Frauenchor Chor mit Herz aber war es der erste Auftritt in Sulzbach-Rosenberg, auch dank Thilo Hierstetter, der sein Capitol für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte. Trotz des schummrigen Lichtes im Saal war deutlich zu erkennen: Die ganz Jungen waren nicht gekommen, eher die Mittelalterlichen, diejenigen, die die Schlager noch im Kopf haben, die in den 60ern des vorigen Jahrhunderts aktuell und erfolgreich waren. Auf diese Ohrwürmer hat sich der Schnaittenbacher Frauenchor spezialisiert. Die Sängerinnen im Alter von 19 bis 65 Jahren haben sich vor neun Jahren unter der Leitung der Musikpädagogin Ulrike Straub, Geigenlehrerin am Max-Reger-Gymnasium in Amberg, zusammengetan. Es sind Hausfrauen, Berufstätige, Studentinnen, Mütter und Töchter, die sich dem Chorgesang verschrieben haben, mit großer Begeisterung.

Auf der mit überdimensionalen Lollipops dekorierten Bühne agierten sie in bunten Tupfenkleidern mit Petticoats, wippenden Röcken und Perlen um den Hals, so wie es halt Mode war in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Die Lieder des Chores wurden unterstützt von Paul Färber am Klavier und teilweise begleitet von einem kleinen Streichensemble von sieben Musikern sowie Daniel Zacher am Akkordeon. Vorgestellt wurden alle Stücke von der Chorleiterin. Ulrike Straub zeigte humorvoll deren Entstehungsgeschichte auf, plauderte über die Interpreten und die Zeit, in der sie "auf Platten für fünf Mark" zu kaufen waren.

Nach dem Motto des Abends "Die zarteste Versuchung, seit es Chormusik gibt" drehten sich alle Lieder und Musikstücke um Süßes, vor allem um den Zucker. Der "deutsche Elvis" Peter Kraus wurde bekannt durch "Sugar sugar Baby". Udo Jürgens "Aber bitte mit Sahne" aus dem Jahr 1976, "Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe" von Bill Ramsey in den 60ern , "Honey honey" von den Abbas oder "Ich mag keine Schokolade" von Trude Herr im Jahr 1960 - all diese Schlager waren für viele Gäste im Capitol Erinnerungen an Jugendjahre. Dass Ulrike Straub immer wieder mahnend den Finger erhob und vor dem Genuss von zu viel Süßem warnte, war dann eher den Erkenntnissen der heutigen Zeit geschuldet.

Der Strauss-Walzer "Wiener Bonbons"oder der "Tanz der Zuckerfee" aus Tschaikowskis "Nußknacker" waren Solo-Einlagen des Streichensembles, von Paul Färber am Klavier und Daniel Zacher am Akkordeon. Um die süße Versuchung ging es auch in Mary Poppins "Teelöffel Zucker" für jede Medizin, Henry Mancinis "Sweathart-Filmmusik" und Sinatras "When I take my sugar to tea". "Wenn Sie nach diesen vielen Süßigkeiten, tanzen wollen - da tut Bewegung richtig gut", animierte Ulrike Straub beim abschließenden Peppermint-Twist. Das Publikum beschränkte sich auf Beifall, der aber war überaus herzlich.

Info:

Der „Chor mit Herz“ hat einen weiteren Auftritt am Freitag, 28.6. um 19 Uhr im „La Vida“ in Amberg. Dabei muss mit einem ganz anderen Repertoire ein echter Kriminalfall gelöst werden. Hilfe bekommen die Sängerinnen dabei von hochkarätigen Kriminalisten wie Derrick, James Bond, Miss Marple und anderen. Auch das Publikum darf seinen musikalischen Spürsinn unter Beweis stellen.

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