09.08.2019 - 13:21 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

In Sulzbach-Rosenberg den letzten Schliff holen

SRIMF ist für Sulzbach-Rosenberg schon zu einem Zauberwort geworden. Das bedeutet Musik in einer Vielfalt, wie es keine Agentur bieten kann, und einer Qualität, die Erstaunen macht.

Stephen Weiss glänzt mit Solosuiten von Bach.

SRIMF steht für junge Musiker, die schon hohe musikalische Fähigkeiten haben, und dazu Professoren, die diese jungen Menschen führen können, Höchstleistung zu bringen. Dies alles ist zur Zeit in Sulzbach-Rosenberg vorhanden. Misha Quint hat inzwischen einen Ruf erreicht, dass junge, begeisterte Musiker nach Sulzbach-Rosenberg kommen, um den letzten Schliff zu erhalten. So entsteht ein vielfältiges, kammermusikalisches Programm.

Das zweite Konzert ausgewählter Preisträger begann mit einem Klavierquintett von Alexander Borodin, ein Musterbeispiel für russische Romantik. Bewundernswert haben sich die jungen Musiker zu einem Ensemble zusammengefunden, ohne als Solisten hervorzutreten. Das zweite dargebotene Werk war ein Caprice Espagnol von Moszkowski. Dies bedeutet pure Virtuosität, dem Ursula Hardianto (Piano) auch gewachsen war.

Bei zwei Sätzen aus der Suite Bergamasque von Debussy stellt Yuhe Wang am Klavier ihre technische Fertigkeiten ganz in den Dienst der musikalischen Interpretation.

Als musikalisches Gegenstück folgten anschließend zwei Sätze aus der Suite Bergamasque von Claude Debussy. Auch hier wird eine technische Fertigkeit verlangt, die aber ganz im Dienst der musikalischen Interpretation steht. Beides konnte Yuhe Wang vereinigen.

Selten hört man die Solosuiten von Bach für Viola solo. Dieses Erlebnis vermittelte Stephen Weiss geradezu puristisch und trotzdem mit einem warmen Bratschenton. Der anschließende Satz aus dem Violinkonzert von Tschaikowski ist für jeden Geiger eine Herausforderung. Man hätte Ngo Shing Yeung ein gleichwertiges Orchester zur Seite gewünscht.

Ngo Shing Yeung, Violine, und Yulia Balabicheva, Klavier.

Nach der Pause entfaltete der junge Virtuose Ting-Fu Hsieh auf der Marimba ein Feuerwerk an Variationen zu Porgy and Bess von Eric Sammut. Dieser Programmpunkt bereicherte den Abend als Abwechslung mit einem Instrument, von dem man in Zukunft gerne mehr hören möchte. Mit sicherer Leichtigkeit überzeugte die Ballade von Baby Doe von Douglas Moore von der Schönheit der zeitgenössischen Musik. Es folgten die Ballade Nr. 3 in As-Dur von Frederic Chopin, der 1. Satz der Violinsonate Nr. 2 in A-Dur "Meistersinger" für Violine und Klavier von Johannes Brahms und Reminiscences de Lucia di Lammermoor de Donizetti von Franz Liszt. Diese drei Stücke bildeten den instrumentalen Abschluss des Abends, bei denen die jeweiligen Komponisten ganz unterschiedliche, sehr hohe Anforderungen an die Interpreten stellen. Ein emotionaler Abschluss, der unter die Haut ging, war das Credo aus Otello von Giuseppe Verdi mit einer klaren, deutlichen Gestik.

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