05.04.2020 - 15:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger Solidarität: Geschenke durchbrechen Einsamkeit

Der auf der Suche nach Hilfsmöglichkeiten aus der Taufe gehobene Lieferservice für Leute über 65 Jahre oder mit einer Immunkrankheit hat sich als feste Größe etabliert. So gibt es Dienstpläne und täglich rufen Leute bei der Zentrale an.

Grüße zu Ostern von den Mitbürgern kommen als Mutmacher gut an.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Laut Stefan Thar, dem Initiator der Idee, wird der Lieferservice mehr und mehr angenommen, auch wenn noch Luft nach oben sei, denn noch immer gibt es mehr freiwillige Helfer als Arbeit für sie. "Es ist keine Schande die Nummer 0160/97 37 59 58 zu wählen und darum zu bitten, dass jemand die Besorgungen für einen macht. Vielmehr handelt man umsichtig und vernünftig und das sei in unser aller Interesse", so Mike Schulz Mitinitiator des Projekts und Spender des Arbeitshandys im Pressegespräch. "Die große Anzahl an freiwilligen Helfern und der Wille, etwas Gutes zu tun, hat dann eine neue Idee ins Rollen gebracht", so Stefan Thar. Leuten, die zur Zeit der Ausgangsbeschränkung allein und einsam sind, soll jetzt eine kleine Freude bereitet werden.

So stellten die Initiatoren Ständer mit Grußkarten der Sulzbach-Rosenberger in den Supermärkten und Apotheken auf. Im Anschluss folgte die Suche nach Personen, die in dieser schweren Zeit allein leben und nicht oder kaum besucht werden. Es sei darum gebeten worden, die Namen und Adressen der betreffenden Person unter 0160-97375958 per E-Mail unter info[at]fwu-suro[dot]de oder per Facebook-Messenger als persönliche Nachricht mitzuteilen.

Enormer Zuspruch

Wie Thar weiter erläutert, folgten im Anschluss die Weitergabe der anonymisierten Daten zu den infrage kommenden Personen in eine interne Facebookgruppe und die Bitte um Hilfe. "Wenn sich ein Freiwilliger findet, bekommt er die Adresse und den Namen der Person mitgeteilt und bereitet ein kleines Präsent mit einem Gruß der Sulzbach-Rosenberger vor. Beim nächsten Einkauf oder Spaziergang wird es dann vor der Tür abgestellt. "Das Ergebnis ist überwältigend. Ich stelle jeden Tag ein bis zwei anonymisierte Personen in die Gruppe und binnen Minuten melden sich Freiwillige. Auf diese Art konnten wir in der letzten Woche über 25 einsamen Sulzbach-Rosenbergern eine Freude bereiten", sagt Stefan Thar.

Kleine Präsente helfen

"Gerade für Leute, die allein leben müssen, ist diese Zeit, in der man sich nicht besuchen kann, sehr schwer und da hilft manchmal schon ein kleines Präsent wie ein Kuchen, selbst gemachte Marmelade, Honig, Blumen etc. und ein paar Zeilen, dass man an sie denkt. Wir leben alle zusammen in dieser schweren Zeit und werden diese auch gemeinsam überstehen. Deshalb bleibt auch niemand allein in SuRo", ergänzt Alexandra Ottmann, Begleiterin des Projektes.

Es gibt viele engagierte Helfer, die bei der Geschenkaktion mitmachen.

"Wir bedanken uns bei allen Unterstützern, die so etwas in der Stadt Sulzbach-Rosenberg möglich machen. Mögen noch viele Präsente und Grüße vor den Türen einsamer Bürger abgestellt werden, auf das wir alle diese Zeit unbeschadet überstehen", so die Initiatoren der Idee gegenüber der SRZ. "Wenn also eine Person in den nächsten Tagen ein kleines Präsent vor der Tür findet, dann weiß sie, dass da jemand an sie denkt und sie nicht allein ist - auch wenn man sie jetzt aktuell nicht besuchen darf", freuen sich Ottmann, Schultz und Tahr .

Der Lieferservice wird gut angenommen. Jetzt wollen die Initiatoren in einer weiteren Aktion alleinstehenden Menschen mit Geschenken eine Freude machen.
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