02.03.2020 - 17:15 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

SV Loderhof und TuS Hand in Hand

Ein logischer Schritt in die richtige Richtung: SV Loderhof und TuS Rosenberg vereinbaren eine Kooperation. Es wird eine neue Spielgemeinschaft geben in der Saison 20/21. Sie heißt SG Loderhof 1/Rosenberg 2.

Blick ins Archiv: Die Mannschaften des TuS Rosenberg (hinten) und des Lokalrivalen SV Loderhof/Sulzbach begrüßen sich per Handschlag vor dem Anpfiff eines Derbys – beide Vereine hatten schon immer ein gutes Verhältnis.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Es gibt vier Sportvereine in der Stadt, und gerade bei den älteren Mitgliedern galten früher eherne Gesetze: Einmal TuSler, immer TuSler, hieß es da, und beim TV war das nicht anders. Die Lokalderbys hatten fast schon lokalpolitischen Charakter, und ein Vereinswechsel glich in den Augen mancher Hundertprozentiger eher einer Konvertierung.

Daumen hoch für den Fußball (von links): Alfred Glashauser und Joachim Bender (SVL), Manfred Seitz und Jürgen Drahota (TuS).

Knappheit bei Spielern

Das ist lange vorbei, und dafür sorgt eine Entwicklung, die alle Vereine in Stadt und Land gleich trifft: Die Alters-Pyramide der aktiven Fußballer spitzt sich immer mehr nach oben zu. Will heißen, dass es bei der 1. und 2. Mannschaft und auch schon in der oberen Jugend knapp wird mit Spielern. Auch SV Loderhof und TuS Rosenberg bekommen das zu spüren. Zwar sind in der Vierer-Spielgemeinschaft aus TuS, SVL, SV Kauerhof und Traßlberg genügend Jugendspieler in den Klassen A bis C gebündelt, doch nach oben hin wird es stetig enger.

Gemeinsame Lösung

Deswegen haben sich die Vorstände und Spartenleiter von TuS und SVL zu acht zusammengesetzt und gemeinsam eine Lösung gefunden: In der Spielsaison 20/21 wird es bei den Senioren in der A-Klasse eine Spielgemeinschaft aus der "Ersten" des SVL und der "Zweiten" des TuS geben. "Und das wird perspektivisch ausgeweitet", erklären die Vereinsvertreter beim Pressegespräch. Die TuS-Erste spielt ja momentan in der Kreisliga.

Vom TuS Rosenberg kamen 2. Vorsitzender Manfred Seitz und Spartenleiter Jürgen Drahota, vom SVL Vorsitzender Joachim Bender und Spartenleiter Alfred Glashauser. Alle vier zeigten sich zufrieden, dass dieses Ergebnis erreicht worden war.

Glashauser wies darauf hin, dass es im Spielbetrieb personell schon in drei, vier Jahren wieder sehr knapp werden könne - "drei, vier A-Jugendspieler bringen uns da nicht viel weiter". Idealerweise müsse man einen Fünf-Jahres-Plan aufstellen können.

TuS die einzige Option

Ähnlich äußerte sich sein Kollege Jürgen Drahota: "Wir haben alle miteinander den Wunsch, dass die jungen Fußballer unserer Stadt gemeinsam in höheren Klassen spielen werden."

Der TuS Rosenberg sei die einzige Option für diese Zusammenarbeit gewesen, stellte Joachim Bender heraus. Dafür gebe es gute Argumente. "Das hätte schon vor 15 Jahren passieren können", spielte er auf die Aufnahme der TV-Fußballer durch den "SV Loderhof-Sulzbach" in den Jahren 2004/05 an. Und außerdem habe der TuS den SV Loderhof schon 1988/89 einmal ein ganzes Jahr freundschaftlich beherbergt, als das Stadion neu gebaut wurde wegen der BePo-Ansiedlung.

Perspektivspieler vom SV Loderhof, erklärte Manfred Seitz, werden beim TuS Rosenberg für die Kreisliga herangeführt und einen neuen Spielerpass erhalten. Trainiert werden solle bei der neuen Spielgemeinschaft pro Woche je einmal in Rosenberg und am Loderhof.

Talente halten

Einig sind sich alle vier Vereinsvertreter in maßgeblichen Zielen: Zum einen soll diese Spielgemeinschaft wieder zum Aushängeschild der Stadt werden, zum anderen auch die Talente in der Stadt halten. "Wir haben tolle Spieler in beiden Vereinen, sie sollen auch dort bleiben." Nur so könne man Amberg Paroli bieten.

Die maßgebliche Entscheidung des Achter-Rates sei zeitgleich in beiden Vereinen bei den Mitgliedern kommuniziert worden. Wie ist sie aufgenommen worden? "Positiv!", lautet die Rückmeldung. Sicher seien organisatorische Fragen aufgetaucht zum Spielbetrieb.

"Aber", so das Schlusswort, "es gab und gibt keine Rivalität, sondern wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis." Vielleicht ist diese Aktion ja auch der Beginn einer völlig neuen Fußball-Ära zwischen Rosenberg und Loderhof. In höheren Spielklassen, selbstverständlich.

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