18.03.2019 - 18:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Mit Tagespflege schließt Sozialstation eine Lücke

Ein Haus weicht, und doch wird eine Lücke geschlossen: In der Asamstraße 4 entsteht die erste Seniorentagespflege der Stadt. Bauherr ist die benachbarte Sozialstation. Pflegebedürftige finden hier tageweise Aufnahme.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Schon lange beschäftigte sich die Vertreterversammlung der Sozialstation Sulzbach-Rosenberg, einer gemeinnützigen GmbH unter Beteiligung aller vier Kirchengemeinden der Stadt, mit dieser Idee. Koller, Geschäftsführer der Caritas Amberg-Sulzbach und auch der Sozialstation, berichtet der SRZ von einem einstimmigen Beschluss der Versammlung im November. "Und dann kauften wir das Grundstück." Gemeint ist ein ehemaliges Wohnhaus neben der Hosenfabrik Hiltl in der Asamstraße, bisher genutzt als Verwaltungsgebäude.

Haus wird abgebrochen

Gut 1000 Quadratmeter groß, grenzt die Fläche im Norden an den Rosenbach. Das Haus wird demnächst abgebrochen, dann entsteht dort ein flaches, komplett barrierefreies Gebäude mit 273 Quadratmetern Nutzfläche in moderner Bauweise. Geheizt wird mit Gas. "Wenn alles klappt, können wir nächstes Jahr um diese Zeit den Betrieb mit 23 Plätzen und sieben bis acht neuen Arbeitsstellen aufnehmen", meint Günter Koller. Mit "Betrieb" meint er die Seniorentagespflege zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen: Sie schließt einerseits die Lücke zwischen der Versorgung zu Hause und den vollstationären Dienstleistern, also dem Heim. Sie will durch verschiedene Angebote die noch vorhandene Selbstständigkeit der Gäste erhalten und darüber hinaus körperliche und geistige Fähigkeiten fördern.

"Um diesem Anspruch bei demenziell erkrankten Gästen gerecht zu werden, muss auch das Lebensumfeld in den Blick genommen werden", erklärt der Geschäftsführer. Hierzu gehöre die Seniorentagespflege, in der die Gäste mehrmals die Woche den ganzen Tag verbringen.

Kann man in der heutigen Zeit so ein Haus kostendeckend betreiben? Koller ist nach umfangreichen Berechnungen ganz sicher: "Wenn wir 60 Kunden pro Woche haben, also beispielsweise 20 Menschen mit je drei Tagen, sind wir schon auf der sicheren Seite." Geöffnet wird die Pflege von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 17 Uhr. Ein Hol- und Bringdienst ist bei Bedarf ebenfalls im Angebot enthalten.

Ohne Zuzahlung

Sehr hilfreich, da macht der Geschäftsführer gar kein Hehl daraus, seien die seit 2017 geltenden Hauptleistungsbeträge der Pflegeversicherung: Bei Pflegegrad 2 etwa gibt es 689, bei Grad 3 schon knapp 1300 und bei Grad 5 etwa 2000 Euro monatlich für die Tagespflege. "Für ein paar Tage die Woche müsste dies bei den meisten sogar ohne Zuzahlung reichen." Und so schließt sich dadurch gewissermaßen wieder eine Lücke. Zum Wohle der Menschen.

Info:

Hintergrund

Beschäftigung wird es in dem neuen Gebäude genug geben: Räume für gemeinsame Spiele, aber auch für Menschen mit Bewegungsdrang, eine große Küche, in der alle mithelfen können beim Kochen, Ruheräume und ein Garten werden den Senioren sicher gefallen. Betreut werden sie von Altenpflegern, Geronto-Fachkräften und Hauswirtschaftskräften.

Die Nähe zur Ökumensichen Sozialstation in der Hofgartenstraße legt natürlich eine Idee nahe: „Wir sprechen gerade mit der Stadt darüber, dass wir einen Steg über den Rosenbach bauen dürfen. Dann noch eine Tür in den südlichen Zaun der Sozialstation gesetzt, und man ist in zwei bis drei Minuten im Haupthaus.“ Das, so Günter Koller, könne enorme Synergien freisetzen.

Rund 1,5 Millionen Euro investiert die Sozialstation in das Projekt, erwartet werden etwa 300- bis 400 000 Euro Fördermittel vom Deutschen Hilfswerk und aus kirchlichen Quellen. Die Pläne sind bereits mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt und werden jetzt, nach kleinen Änderungen, eingereicht. Dann kann es losgehen, als erstes wird das alte Wohnhaus abgerissen.

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