20.11.2019 - 17:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Treffen der Sicherheitswachten: Lebensqualität der Bürger verbessern

Dass Zivilcourage nicht an Bedeutung verliert, stellen Sicherheitswachten eindrucksvoll unter Beweis. Ihr Dienst verlangt dabei professionelles Handeln und Fachkompetenz. Bei einem Austausch ging es auch um neue Herausforderungen.

Mitglieder der Sicherheitswacht aus der ganzen Oberpfalz trafen sich zum Austausch und zur Weiterbildung bei der VII. Abteilung der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg
von Andreas Royer Kontakt Profil

Thomas Schöniger, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz und zugleich der Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheitswacht in Bayern, referierte vor den Sicherheitswachtangehörigen aus der gesamten Oberpfalz. Gemäß einer Pressemitteilung stellte er dabei die besondere Rolle der Ehrenamtlichen bei der Verbesserung der subjektiven Sicherheit heraus.

„Obwohl die Statistik die niedrigste Kriminalitätsbelastung der letzten Jahre ausweist, ist die Besorgnis Opfer einer Straftat zu werden, teilweise angestiegen. Die Präsenz von Polizei und de der Sicherheitswacht leistet hierbei einen großen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger. Die Sicherheitswacht ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung“ so Schöninger.

In den Räumlichkeiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei Sulzbach-Rosenberg lauschten die etwa 80 Sicherheitswachtangehörigen aus Amberg, Burglengenfeld, Sulzbach-Rosenberg, Schwandorf, Cham, Neumarkt, Neutraubling, Regensburg, Tirschenreuth, Weiden und Waldsassen gespannt den Ausführungen der Referenten aus den verschiedensten Bereichen der Bayerischen Polizei. Neben den Informationen zu politischem Extremismus wurde auch die Einbruchsprävention beleuchtet. Ein interessanter Vortrag zum Thema Kommunikations- und Konfliktmanagement und Filmbeiträge rundeten den Fortbildungstag inhaltlich ab, heißt es weiter im Pressetext.

Den letzten Programmpunkt des Tages nutzten die Mitglieder der Sicherheitswacht nach eigenen Angaben, um Fragen zu stellen sowie Ideen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Vizepräsident Thomas Schöniger und weitere Verantwortliche waren hier die Adressaten. Auch Erster Bürgermeister Michael Göth hieß die Ehrenamtlichen in Sulzbach-Rosenberg willkommen.

Interessierte Bewerber für das Ehrenamt, welches mit einer Aufwandsentschädigung vergütet wird, finden zu diesem Thema im Internetangebot der Bayerischen Polizei ausführliche Informationen: www.polizei.bayern.de/wir/sicherheitswacht.

Hintergrund:

Informationen:

Durch die Arbeit der Sicherheitswacht wird nicht zuletzt dem Grundgedanken Rechnung getragen, dass der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zukommt. Einer möglichen Unkultur des Wegschauens tritt die Sicherheitswacht wirkungsvoll entgegen.

In der gesamten Oberpfalz leisten derzeit 112 Ehrenamtliche, angegliedert bei elf Polizeiinspektionen ihren Dienst. Der Anteil der weiblichen Mitglieder der Sicherheitswacht konnte von 31 auf nun 41 erhöht werden.

Bayernweit engagieren sich derzeit 1103 Ehrenamtliche, davon 358 Frauen, bei 128 Sicherheitswachten in 162 Gemeinden. Es ist geplant die Anzahl der Sicherheitswachtangehörigen bayernweit auf rund 1500 zu erhöhen.

Interessierte Bewerber für das Ehrenamt, welches mit einer Aufwandsentschädigung vergütet wird, finden zu diesem Thema im Internetangebot der Bayerischen Polizei ausführliche Informationen: https://www.polizei.bayern.de/wir/sicherheitswacht.

Hauptkommissar Peter Krämer stellt der örtlichen Sicherheitswacht ein sehr gutes Zeugnis aus.
Info:

Sicherheitswacht Sulzbach-Rosenberg

Wie Polizeihauptkommissar Peter Krämer als stellvertretender Inspektionsleiter am Rande der Tagung in der Bepo erklärte, sei die achtköpfige Sicherheitswacht (SiWa) organisatorisch bei der Polizei angegliedert. Der Dienst der Ehrenamtlichen beginnt bei der Inspektion. Hier steht ihnen ein Raum, zum Umziehen, und Aufbewahren der Uniform- und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung. Sie werden auch über aktuelle Lageentwicklungen, wie Tatorte, neue Phänomene oder Bereiche, die zu bestreifen sind, informiert. Nachdem sich die Ehrenamtlichen vor ihrer Streife beim Dienstgruppenleiter angemeldet haben, erhalten sie dort ein Funkgerät. Sollten sich in diesem Zeitraum zum Beispiel Fahndungen ergeben, wird die SiWa mit eingebunden.

„Sulzbach-Rosenberg war mit eine der ersten Städte in Bayern, in denen die SiWa aufgestellt wurde. Seit 1997, also seit über 22 Jahren sind die Damen und Herren in ihrer Freizeit zum Wohle der Gesellschaft und zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung unterwegs. Bei vielen Gelegenheiten erhalten wir ein durchweg positives Feedback aus der Bevölkerung zum Engagement der Ehrenamtlichen“, sagt Peter Krämer. Weiter stellt er zu den Befugnissen gegenüber der SRZ fest, dass es sich bei der Sicherheitswacht in Bayern nicht um eine Hilfspolizei handle. Vielmehr stelle sie ein Bindeglied zwischen den Bürgern und der Polizei dar. Ihr Grundsatzauftrag laute „Prävention“. Jedoch sei sie im Bedarfsfall dazu befugt, Befragungen und Identitätsfeststellungen von Personen durchzuführen. „Sie dürfen personenbezogene Daten an die Polizei und an die Stadtverwaltung weiterleiten und auch Platzverweise erteilen“, ergänzt Krämer.

Auf Nachwuchsprobleme angesprochen, informiert der Polizist, dass in der Herzogstadt – nach zwei Abgängen bei der SiWa im Jahr 2018 – dieses Jahr versucht wurde, Neumitglieder zu gewinnen. „Dazu muss man sagen, dass vor dem Einsatz im Streifendienst eine 40-stündige Ausbildung steht. Mit einem Verbund der Inspektionen von Sulzbach-Rosenberg, Schwandorf und Amberg unter deren Federführung wurde die Ausbildung 2019 durchgeführt. Für die Herzogstadt konnten wir eine weitere Dame zur Verstärkung des Teams gewinnen.“

Das Team zeichne sich nicht nur durch sein Engagement, sondern auch dadurch aus, dass es sich durchwegs um langjährige und sogar Gründungsmitglieder der Sicherheitswacht in der Herzogstadt handle. „Derzeit sind wir mit dem Mitgliederstand zufrieden und sind auch aktuell nicht auf der Suche nach weiteren Interessenten“ ergänzt der Hauptkommissar, der von der großen Teilnehmerzahl bei der Si-Wa-Tagung in der Wagensaß beeindruckt war. Bürgermeister Michael Göth habe dort explizit die enge Verbindung der Stadt zur Sicherheitswacht herausgestellt.

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