13.02.2020 - 16:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Tropfen" sorgen für mehr Sicherheit auf der Staatsstraße

Wer einfahren will in die Vorfahrtsstraße, kann links und rechts weit schauen. Und doch kam es hier schon zu schweren Unfällen. Der Gemeinderat Illschwang will die Kreuzung bei Aichazandt sicherer machen. Doch so einfach ist das nicht.

So in etwa könnte die umgestaltete Kreuzung aussehen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Der Plan flattert im Wind: Bürgermeister Dieter Dehling und Baudirektor Stefan Noll stehen an der Kreuzung der Staatsstraße St 2164, besser bekannt als Autobahnzubringer, bei Aichazandt. Hier münden die Gemeindeverbindungsstraße von Haar im Osten und die Kreisstraße AS 36 von Westen her genau gegenüber in die Staatsstraße ein. Es gibt hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung, und der Verkehr ist respektabel.

An der Aichazandter Kreuzung inspizierten Baudirektor Stefan Noll (links) und Bürgermeister Dieter Dehling die Situation vor Ort. Aus Richtung Aichazandt gibt es dort schon ein Stoppschild.

Stoppschild gewünscht

"Der Gemeinderat Illschwang will die Kreuzung sicherer gestalten", erklärt Dehling beim Ortstermin mit unserer Zeitung. Auf Initiative von Elke Pirner habe man zwei Vorschläge erarbeitet, die der Bürgermeister dem Abteilungsleiter vom Staatlichen Bauamt jetzt vorträgt: "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 in diesem Bereich und ein Stoppschild für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Haar."

Was sagt der Experte dazu? Noll stellt zunächst einmal fest, dass es sich hier nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Es habe zwar schwere Unfälle gegeben, aber keine Häufung. Stets sei das Einfahren in die vorfahrtsberechtigte Staatsstraße ursächlich gewesen.´"Allerdings ist die Sicht fast schon zu gut", meint Stefan Noll und spielt auf ein Phänomen an, das schon oft beobachtet wurde: Nähert sich ein Fahrzeug aus einem komplett freien Bereich, wird es manchmal von den Einfahrenden einfach übersehen.

Geschwindigkeit bleibt

Noll anerkennt die Bemühungen der Lokalpolitik, weist aber darauf hin, dass für eine durch die zuständige Verkehrsbehörde beim Landratsamt zu erlassende Geschwindigkeitsbeschränkung hier die Voraussetzungen nicht gegeben seien. Weiter oben bei der Neuöder Kreuzung liege der Fall aufgrund der Sicht etwas anders.

Aber er macht einen Vorschlag: Man könnte die Kreuzung nachrüsten und etwas ausbauen und dabei mit Fahrbahnteilern, sogenannten Tropfen, versehen. Das würde Orientierung beim Ein- und Abbiegen auf die Staatsstraße geben und bestimmt auch für mehr Aufmerksamkeit bei den Autofahrern sorgen. Erforderlich wäre lediglich etwas Grunderwerb in den "Achseln" der jetzigen Einmündungen.

All das ließe sich mit rund 150 000 Euro gestalten, die das Bauamt aufbringen werde. Zum Vergleich: Ein Kreisverkehr als Alternative würde immense 800 000 Euro kosten und in keinem Verhältnis stehen. Dehling und Noll zeigten sich einig, in Vorgespräche einzutreten zwecks des nötigen Grunderwerbs, zudem wird der Baudirektor auch im Illschwanger Gemeinderat noch über das Projekt sprechen.

Änderungen dieser Art an den Straßen im Landkreis bedürfen der Anordnung der Verkehrsbehörde des Landkreises. Ihr Leiter Christian Luber erklärt die Sachlage in Aichazandt folgendermaßen: „Für die Einrichtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen und die Aufstellung eines Stopp-Schildes gibt es gesetzliche Vorgaben“, meint er und verweist ebenfalls darauf, dass es hier zum einen keine Unfallhäufigkeit gebe wie an anderen Kreuzungen, zum anderen die Sichtverhältnisse ausgezeichnet seien. Diese beiden Argumente alleine verhinderten schon eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Einer Umgestaltung mit Fahrbahnteilern durch das Bauamt werde er sich allerdings nicht entgegenstellen.

Auch Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck als Chef der Sulzbach-Rosenberger Polizeiinspektion hat kein Problem mit diesen moderaten Umgestaltungsplänen des Staatlichen Bauamtes – er kennt die „Tropfen-Lösung“ und würde sie ebenfalls unterschreiben. Auch mit einem Stoppschild aus Richtung Haar, das beim Umbau eventuell aufgestellt würde, könnte er leben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.