19.09.2018 - 16:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Weihnachtsmarkt in Sulzbach-Rosenberg vor dem Aus?

Die teilweise noch sehr hohen Temperaturen lassen eigentlich keine Gedanken an die Winterszeit zu. Aber das Wirtschafts- und Kulturforum pro Su-Ro muss sich mit ihr beschäftigen, denn es geht um den Weihnachtsmarkt.

Der Weihnachtsmarkt mit seiner kleinen Budenstadt rund um den Löwenbrunnen am Luitpoldplatz wird dieses Jahr seine 25. Auflage verpassen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die kleine Budenstadt rund um den Löwenbrunnen wird es in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr geben. Nach einer kontrovers geführten Diskussion sprach sich pro Su-Ro für das Aus des Weihnachtsmarktes am Luitpoldplatz aus. Zunächst soll ein Jahr pausiert und danach überlegt werden, ob und mit welchem Konzept dieser in den nächsten Jahren wiederbelebt werden kann.

Wie pro Su-Ro-Geschäftsführerin Yvonne Rösel im Pressegespräch angibt, sei für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes, der immer an allen vier Adventswochenenden über die Bühne ging, schon ein erheblicher Aufwand betrieben worden, was sich aber schon seit Jahren nicht mehr rentierte. Stets stand ein Defizit zu Buche. „Da hilft das schönste Rahmenprogramm nichts, wenn dann nur ein paar Hanseln kommen“, fasst Rösel den Trend zusammen.

Vorsitzender Kurt von Klenck erwähnt, dass der Weihnachtsmarkt im letzten Jahr bereits seine 24. Auflage erlebte. Von den Organisatoren sei stets versucht worden, für Attraktivität zu sorgen, was sich aber nur sehr verhalten in der Publikums-Frequenz widerspiegelte. „Wir haben vor allem auf ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit lokalen Chören und Kapellen oder Höhepunkte, wie die Gans-Verlosungen gesetzt, um den Besuchern eine angenehme Atmosphäre zu bieten.“

Letztlich aber haben sich nach Überzeugung des Vorsitzenden all diese Bemühungen nicht gelohnt. „Wir schreiben seit Jahren beim Weihnachtsmarkt ein vierstelliges Defizit. Das können und wollen wir uns nicht länger leisten.“ Weitere Gründe für die Absage sieht Kurt von Klenck auch im geringer werdenden Interesse der Fieranten, auch seien vom Stamm auch schon einige verstorben. Wieder andere könnten auch aus Altersgründen nicht mehr mitmachen, was das Angebot insgesamt weiter schmälert.

„Wir haben uns nun in der Mitgliederversammlung mehrheitlich für die Absage des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr entschieden. In einem zweiten Schritt wollen wir die Reaktionen abwarten und bewerten, um die zukünftige Marschrichtung auszuloten“, ergänzt der pro Su-Ro-Chef. Er könne sich auch bereits nach einem Jahr Pause eine Wiederbelebung vorstellen, an einem anderen Standort und mit einem anderen Konzept. Hier sei noch alles in der Schwebe, aber Ideen gebe es viele.

Ob zukünftig der Standort Auf der Schanze im Stadtgraben, eine Zusammenarbeit mit der historischen Gruppe Stiber-Fähnlein und eine zeitliche Begrenzung auf ein Adventswochenende schon in die engere Wahl gerückt sind, ließ von Klenck am SRZ-Telefon offen.

„Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es dann mit den Weihnachtsmärkten von St. Marien am Annaberg, in der Rosenberger Dorfmitte, auf der Hochofen-Plaza und unserem Angebot künftig an vier verschiedenen Wochenenden lukrative Anziehungspunkte in der Vorweihnachtszeit geben könnte“, resümiert der Vorsitzende. Es ist demnach noch nichts spruchreif. Fakt ist aber, dass das Christkind in diesem Jahr am Luitpoldplatz erst einmal stumm bleibt.

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