Sulzbach-Rosenberg
03.11.2019 - 16:44 Uhr

Willkommen: Empfang für 150 Polizeimeisteranwärter im Rathaus

Ausgebucht war der Rathaussaal, als der Bürgermeister sechs Klassen des 74. Ausbildungsseminars, 150 Polizeischüler, empfing. Hier werden 98 junge Männer und 50 Frauen in zweieinhalbjähriger Ausbildung auf den Polizeidienst vorbereitet.

150 Anwärter versammelten sich im Rathaussaal. Bild: gf
150 Anwärter versammelten sich im Rathaussaal.

89 Polizeianwärter haben allgemeine, weitere 21 eine fachgebundene Hochschulreife, 36 den mittleren und zwei den qualifizierenden Schulabschluss plus eine abgeschlossene Berufsausbildung, seien es Kaufleute, Informatiker, Handwerker, Mediengestalter, ja sogar eine Wirtschaftsjuristin und ein Anwärter mit Bachelor, Fachrichtung Patentingenieurwesen, und Maschinenbau sind dabei. Selbst eine Sportwissenschaftlerin und Reha-Sportlehrerin, ehemalige Soldaten sowie Tanz- und Skilehrer wollen Polizistin oder Polizist werden.

Hier wohl fühlen

Warum zur Polizei? Warum sie sich für eine Polizeiausbildung entschieden haben, dazu äußerten sich (von links) Lisa-Marie Nürmberger, Till Pumm, Lena Zientek, Patrick Steinberger und Cheyenne Siegemund. Letztere geht von einer vielseitigen Ausbildung aus, ist von Seiten der Eltern, beide Polizisten, vorbelastet, wurde aber nicht gedrängt, sondern hat sich selbst entschieden. Mit dem qualifizierenden Hauptabschulabschluss lernte Patrick Steinberger Gleisbauer, war auch einige Jahre im Beruf tätig, aber erhofft sich bei der Bepo eine abwechslungsreiche Ausbildung. Lena Zientek verwirklicht sich ihren Kindheitstraum. Groß- und Außenhandelskaufmann war doch nichts für Till Pumm, auch Zeitsoldat war nicht der Idealberuf, aber als Polizist geht der Norddeutsche von einem vielfältigen Arbeitsfeld aus. Als studierte Wirtschaftsjuristin war Lisa-Marie Nürmberger drei Jahre bei der Regierung von Oberfranken, hatte dabei häufig Kontakt mit der Polizei und will noch einmal von vorne anfangen. Bild: gf
Warum zur Polizei? Warum sie sich für eine Polizeiausbildung entschieden haben, dazu äußerten sich (von links) Lisa-Marie Nürmberger, Till Pumm, Lena Zientek, Patrick Steinberger und Cheyenne Siegemund. Letztere geht von einer vielseitigen Ausbildung aus, ist von Seiten der Eltern, beide Polizisten, vorbelastet, wurde aber nicht gedrängt, sondern hat sich selbst entschieden. Mit dem qualifizierenden Hauptabschulabschluss lernte Patrick Steinberger Gleisbauer, war auch einige Jahre im Beruf tätig, aber erhofft sich bei der Bepo eine abwechslungsreiche Ausbildung. Lena Zientek verwirklicht sich ihren Kindheitstraum. Groß- und Außenhandelskaufmann war doch nichts für Till Pumm, auch Zeitsoldat war nicht der Idealberuf, aber als Polizist geht der Norddeutsche von einem vielfältigen Arbeitsfeld aus. Als studierte Wirtschaftsjuristin war Lisa-Marie Nürmberger drei Jahre bei der Regierung von Oberfranken, hatte dabei häufig Kontakt mit der Polizei und will noch einmal von vorne anfangen.

Bürgermeister Michael Göth meinte, er halte es weiter mit der guten alten Sulzbach-Rosenberger Tradition, die neuen Polizeianwärter in das Rathaus einzuladen. Als der größte Arbeitgeber der Stadt 1987 Insolvenz anmeldete, seien schon Gespräche geführt worden, dass die Bereitschaftspolizei sich hier ansiedeln könnte. "Nächstes Jahr feiern wir schon Dreißigjähriges, und Sulzbach-Rosenberg hat damit den schönsten Polizeistandort nördlich der Alpen". Stolz sei er auf seine Stadt, so Göth, mit nur zwei Prozent Arbeitslosigkeit und einem historischen Höchststand an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Göth hoffte, dass sich die jungen Polizisten auch außerhalb des Dienstes in Sulzbach-Rosenberg wohlfühlen, Vereine gebe es genug, Kultur werde reichlich geboten und Altstadt- sowie das Annaberg-Fest seien weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebt.

Leitender Polizeidirektor Ludwig Härtl, der Abteilungsführer, gratulierte den Polizeianwärtern zur Berufswahl, denn Polizist sei kein eintöniger Beruf und biete durchaus Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. So kämen zwei Drittel des gehobenen Dienstes aus dem mittleren Dienst. Härtl unterstrich auch die Verantwortung, die ein Polizeibeamter habe, denn die Polizei sei das einzige staatliche Organ mit Gewaltmonopol, und darauf müssten sich die Bürger auch verlassen könne.

Bei jedem Einsatz sei abzuwägen, ob Eingreifen notwendig sei. Dann noch ein guter Rat des Abteilungsführers: "Achten Sie immer auf Ihre Eigensicherung!".

Zeit zum Lernen

Erster Polizeihauptkommissar Kurt Guggenberger, der Seminarleiter, meinte, dass "weit weg von zu Hause" viel Zeit zum Lernen biete - "und die 128 Franken werden sich sprachlich schon eingewöhnen". Manfred Butz, der Personalratsvorsitzende, wertete den Empfang im Rathaus als gutes Zeichen, dass Polizisten in Sulzbach-Rosenberg absolut willkommen sind.

 
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