10.09.2019 - 16:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

MEINE wirkt segensreich und unbürokratisch

Der Anlass ist freudig: Die Initiative MEINE begeht ihr zehnjähriges Gründungsjubiläum. Die drei Bürgermeister, Stadträte und Gäste hören die Geschichte einer weitgehend im Verborgenen wirkenden, aber äußerst effektiven Einrichtung.

Bürgermeister Michael Göth (links) und Vorsitzender Manfred Lilla (Zweiter von links) feierten mit Mitgliedern und Gästen zehn Jahre Erfolg
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil
Die Initiative brachte auch diesen achtjährigen Jungen aus dem Jemen nach einer Operation in Amberg zum Frankfurter Flughafen, Lisa Nerlich kümmerte sich um ihn.

Es geschah aus einer Bierlaune heraus: "Uns geht es gut, wir wollen anderen helfen!" Manfred Lilla und Christian Nerlich hoben am 9. September 2009 die Initiative MEINE (,,Menschen in Not erreichen") aus der Taufe, und bald fanden sie Mitstreiter. ,,Mit 14 aktiven Mitgliedern sind wir in der Lage, schnell, unbürokratisch und effektiv arbeiten zu können", bestätigt Vorsitzender Lilla.

Not lindern

Was tun die 14 Helfer nun konkret? Der Vorsitzende erklärt es schnell: Bedürftige unterstützen und Familie, Jugend- und Altenhilfe fördern. Die Palette reicht vom Kleiderkauf über Lebensmittelgutscheine bis zum Zuschuss. Deswegen arbeitet die gemeinnützige Initiative mit der Diakonie Sulzbach-Rosenberg, Donum Vitae, Kindergärten, Naegelsbach-Haus, Frühförderstelle, Hammer Forum und Kreisjugendamt zusammen.

In den vergangenen Jahren hatte MEINE immer einen Info-Stand vor der Teka beim Besenfest aufgestellt, um Kontakte mit den Bürgern zu knüpfen und Wege zu Bedürftigen zu finden. Die Mittel werden ausschließlich aus Beiträgen und Spenden aufgebracht. Geld- und Sachleistungen helfen, Not zu lindern. Da wird von den Mitgliedern ein Zaun oder ein Hausschaden repariert, da gibt es Kleidung für Kinder oder einen Zuschuss für die Medikamenten-Zuzahlung einer sozial schwachen Frau. ,,Die Liste ist lang", bilanziert Manfred Lilla, der aus einer Aufstellung zitiert. Es könnte noch viel mehr getan werden, meinte Lilla, aber es gibt einige Hürden: Zum einen stehen datenschutzrechtliche Bestimmungen der Meldung von bedürftigen Personen im Wege, zum anderen ist da die Scham, sich zu melden, bei vielen zu groß. Deswegen appellieren die Helfer, ihnen potenzielle Hilfsbedürftige mitzuteilen. Alles geschehe selbstverständlich anonym und datenschutzgerecht. ,,Aber wenn wir nicht wissen, wo, können wir auch nicht helfen."

Die Initiative beteiligte sich mit der Ausstattung eines Spielezimmers am neuen Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Amberg. Sie sponsert auch schon mal die Busfahrtkosten, damit Bedürftige zur Amberger Tafel fahren können. Etwa 40 000 Euro kamen so in den vergangenen Jahren an Geld- und Sachleistungen zusammen, von Arbeitseinsätzen ganz abgesehen. Es ist kein Ende in Sicht.

Könnten mehr sein

Was sind die Ergebnisse der zehn Jahre? ,,Über 220 Fälle, in denen wir unbürokratisch und schnell helfen konnten - oft, wenn es von Behördenseite keine Hilfe mehr gab", bilanziert Manfred Lilla. ,,Aber es könnten mehr sein, denn wir haben noch Kapazitäten, wenn wir die nötige Hilfsinformationen bekommen." Bürgermeister Michael Göth anerkennt die Initiative ausdrücklich, spendet und appelliert: "Bleibt am Ball." Petra Rumpler, Vertrauenslehrerin an der Krötensee-Mittelschule, bedankte sich nicht nur für die Förderung von Schulfrühstück und Schulobst, sondern auch für die Lese-Betreuung vieler fremdsprachiger Kinder in der 7. bis 9. Jahrgangsstufe. "Das ist enorm hilfreich und führt in vielen Fällen zur entscheidenden Verbesserung." Marianne Gutwein und Julia Möbus vom SkF dankten ebenfalls: "Sie helfen, wenn alle Mittel ausgeschöpft sind, unbürokratisch und segensreich, besonders an Weihnachten."

Maria Boßle, Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz, berichtet abschließend von der unglaublichen Freude und Verbesserung, die aus der Hilfe von MEINE für eine beinamputierte Frau durch behindertengerechten Umbau eines Autos entstanden war. "Wir sind euch so dankbar."

Die Organisation MEINE stellt selbst viele Aktionen auf die Beine, bittet aber auch die Bevölkerung um Spenden. Spendendosen stehen im Café Schmidt (auch der Kummerbriefkasten), bei Fußpflege Hudey- Deisel, Salon Karin Rosenberger, Möbel-Münch, Edeka Königstein, Bianca Ambros, Bäckerei Pirner-Mühle, Blumen-Pürzer, Heidtmann Rosenberg und Blendinger-Windmeisser. Dank sagte Vorsitzender Manfred Lilla den großzügigen Gönnern der Initiative, nämlich der Geschäftswelt und vielen Privatleuten, die fleißig spenden. ,,Auch aus Erbschaften haben wir Geld und Sachwerte erhalten.“

Info:

Lange Liste an Hilfen

Die Liste der Hilfsprojekte ist lang – hier ein kleiner Auszug: MEINE gibt Essensgeld im Kindergarten, Mittagsbetreuung und Kinderfrühstück an Bedürftige, organisiert Küchengeräte für Familien, organisiert Seniorennachmittage, gibt Lebensmittelgutscheine, besorgt Heizmaterial, ermöglicht Zoobesuche, kümmert sich um die Bedachung eines Hauses für eine sechsköpfige Familie, leistet Unterstützung nach einem Wohnungsbrand und gibt Medikamenten-, Reha- und Brillenzuschüsse. Container bei Umzügen werden gesponsort, ebenso Klassenfahrten, Rückstände bei der Stromrechnungs und Benzingutscheine. Auch verschiedene Kindergärten und Heime bekommen Einrichtungsgegenstände aus diesem Topf.

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