Harald Wohlfahrt wirkt entspannt. Kein Wunder, läuft doch alles bestens in diesen Monaten: Das neue Betriebsgebäude am östlichen Ortseingang von Weißenberg ist fast fertig, im März startet dort die Biokäserei durch. Und das neue Genussrechte-System zur Finanzierung erweist sich als absoluter Schlager: Schon zwei Modelle sind praktisch ausgebucht, und auch beim dritten brummt es.
Aber von Anfang an: Seit 30 Jahren bewirtschaftet die Familie von Harald Wohlfahrt den geerbten Bauernhof in Weißenberg streng ökologisch. "Nach dem erfolgreichen Start der Biokäserei nach traditionellem Handwerk im Jahr 1990 beschlossen wir, die eigene Viehwirtschaft im Jahr 2011 einzustellen und uns ganz dem Thema Käse zu verschreiben", erinnert sich der geborene Sulzbach-Rosenberger. Mittlerweile produziert der Betrieb Käse aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch, von Frischkäse-Variationen, diversen Weich- und Schnittkäsen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bis hin zu lang gereiften Hartkäsen.
1,5 Millionen Investition
Das Interessante ist: Die Milch für die Käseproduktion beziehen die Weißenberger in Rohmilchqualität ausschließlich von biozertifizierten Höfen aus der Region. Hoher Qualitätsanspruch und besondere Vermarktungsstrategie mit fahrenden Verkaufsräumen zeige sich im Erfolg der Biokäserei, erklärt Wohlfahrt: "Unseren Biokäse gibt es bayernweit in Naturkostläden, Käsefachgeschäften, Lebensmittelläden sowie Hof- und Bauernläden, auch auf Wochenmärkten." Gesucht sind die Produkte ebenfalls in der anspruchsvollen Küche vieler Gastronomen.
Steigende Nachfrage in weiterhin hoher Qualität heißt die Herausforderung, deswegen investiert der Betrieb rund 1,5 Millionen Euro in das neue Gebäude: "Deutliche Erweiterung der Käseproduktion, Vergrößerung des Reiferaums und Umbau der gesamten Hofkäserei zu einer Gläsernen Käserei, das ist das Ziel." Staatliche Förderung fließt auch.
Rund 500 Quadratmeter modernste Käserei entstehen hier, die Halle aus Massivziegeln besitzt eine 52-KW-Solaranlage, eine Pellets-Heizung und als Clou eine Galerie, von der aus die erwarteten Besucherströme die Käseproduktion live mitverfolgen können, ohne sie zu stören. Die Wände sind mit einer neuartigen Lebensmittel-Paneele versehen, der Boden spezialgefliest. Fast nur Handwerker aus der Region sind hier tätig.
Milchverarbeitung wächst
1,5 bis 2 Millionen Kilo Bio-Milch, bei den Vertragspartnern der Region mit eigenem Tanklastwagen abgeholt, werden hier demnächst pro Jahr verarbeitet: Je zwei Betriebe liefern Ziegen- und Kuhmilch, einer melkt Schafe, hier werden wohl noch zwei weitere einsteigen.
Stolz ist Harald Wohlfahrt auch auf seine zuverlässigen und fleißigen Leute: Rund 20 Personen arbeiten in der Biokäserei, die meisten von ihnen schon sehr lange. "Eine arbeitsgerechte Umgebung für sie ist uns sehr wichtig", erklärt er. Momentan sind die Wege nämlich noch zu lang und zu kompliziert, das wird sich alles bessern, wenn der Startschuss fällt..
Kunden als Partner im Betrieb
Am drei Jahrzehnte währenden Erfolg der Biokäserei, der einzigen im Landkreis, will Harald Wohlfahrt auch die treuen Kunden teilhaben lassen – sie können ihr Geld in sogenannten Genussrechten anlegen. Drei Angebote gibt es, sie umfassen Anteile für insgesamt 400 000 Euro. Zwei sind schon praktisch voll vergeben, beim dritten Angebot gibt es einen Naturalzins (Gutschein) für 4,8 Prozent, die Barverzinsung beträgt 2,4 Prozent. Mindestens 5000 Euro muss der Anleger hier investieren. Die Anlagedauer beträgt zehn Jahre.
34 Prozent der Anteile sind bereits weg – und während unseres Gespräches auf dem Hof trudelten gleich mehrere weitere Orders per Telefon und E-Mail ein. „Wir legen viel Wert darauf, ein Familienbetrieb zu sein, der nicht abgehoben ist, sondern sich um seine Kunden kümmert“, meint der Inhaber, der die Genussrechte als vertrauensbildende Maßnahme zwischen Kunden und Betrieb sieht. „Wir laden sie als Kunden und Partner ein, am Erfolg der Biokäserei Wohlfahrt teilzuhaben und unsere weiteren Investitionen zu unterstützen.“




















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