11.01.2019 - 15:42 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zwangspause für Lesungen im Literaturarchiv

Dunkle Wolken sehen anders aus, aber eine kleine Regenfront ist aufgezogen. Gemeint ist der Betrieb im Literaturarchiv, der zurzeit mit einigen Hürden zu kämpfen hat. Ursache dafür ist der Brandschutz im historischen Gebäude.

Im Literaturarchiv/Literaturhaus ruht aus brandschutztechnischen Gründen der Programm-Betrieb.

Das Thema "Generalsanierung" steht beim Literaturarchiv schön seit längerer Zeit im Raum. Wie Programmleiterin Patricia Preuß erklärte, sei die Machbarkeitsstudie von allen Stellen ohne Kritik aufgenommen worden. Lediglich der Startschuss für das Sechs-Millionen-Projekt, das in die Zuständigkeit des Freistaats Bayern als Besitzer fällt, sei noch nicht terminiert.

"Die Studie, die sich mit Brandschutz, Barrierefreiheit, klimatischen Bedingungen, energetischer Sanierung, Neukonzeptionen für Dauerausstellungen und Anbau fürs Archiv auseinandersetzt, ist grundsätzlich auf Wohlwollen gestoßen. Aber die Zuständigkeit von drei Ministerien vereinfache die Umsetzung des Großprojekts nicht gerade", ergänzt Michael Peter Hehl als Wissenschaftlicher Leiter.

Eine Aufnahme in den Nachtragshaushalt 2020 sei zwar in Aussicht gestellt worden, aber auch das werde wahrscheinlich nicht einzuhalten sein. Deshalb ruhen die Hoffnung auf eine Aufnahme in den Jahren 2021/22, so dass der Startschuss zur Sanierung nicht vor 2022 fallen werde, sind die Vertreter des Literaturarchivs überzeugt. "Wichtig ist aber für uns, dass die zentrale Rolle des Literaturhauses von oberster Stelle weiterhin explizit gewollt ist", ergänzt die Programmleiterin.

Bei der auf Wunsch des Personals durchgeführten Überprüfung des bestehenden Brandschutzkonzepts kam der zuständige Beauftragte des Staatlichen Bauamtes zu dem Schluss, dass dringend Nachbesserungen erforderlich seien, um den künftigen Betrieb zu gewährleisten. "Da das Gebäude momentan über keinen zweiten Fluchtweg verfügt, ist derzeit die zulässige Personenzahl in den beiden oberen Stockwerken, wo sich Veranstaltungs- und Ausstellungsräume befinden, auf insgesamt 20 Personen beschränkt worden. Das bedeutet, es können dort momentan keine Veranstaltungen stattfinden", erklärt Patricia Preuß im SRZ-Gespräch. Abhilfe wird für die Zeit bis zur Realisierung der Baumaßnahme eine provisorische Fluchttreppe an der Außenseite des Gebäudes schaffen, die das für uns zuständige Staatliche Bauamt Amberg installieren lässt. Da auch in diesem Fall erst Planungsmittel beantragt werden müssen, ist vor dem Frühjahr nicht mit der Installation der Fluchttreppe zu rechnen.

Oker-Geburtstag

"Wir werden nun eine Veranstaltungspause einlegen und können hoffentlich im Mai mit einem neuen Programm weitermachen, in dem wir den Schwerpunkt ,Tschechien' der Leipziger Buchmesse aufgreifen und auch den 100. Geburtstag Eugen Okers im Juni gebührend feiern werden."

"Sobald nähere Informationen zu den Gästen und Terminen vorliegen, gibt es weitere Informationen. Für Einzelbesucher bleibt das Haus zu den üblichen Zeiten geöffnet. Ausstellungsführungen für Kleingruppen sind nach Terminabsprache weiterhin möglich", fasst die Programmleiterin die Planungen zusammen.

Michael Peter Hehl (links) und Patricia Preuß vor dem Fenster im ersten Stock, das den Weg zur neuen Feuertreppe öffnen wird.
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