14.06.2019 - 13:40 Uhr
Oberpfalz

Surreale Szenen hyperrealistisch dargestellt

Der Künstler Zhao Bin aus China stellt in der Galerie Erdel in Regensburg aus. Dort ist er kein Unbekannter.

Der Galerist Wolf Erdel (rechts) und der Künstler Zhao Bin können auch über eine Entfernung hinweg gut zusammen lachen.
von Susanne WolkeProfil

Zhao Bin selbst ist an diesem Tag nicht anwesend im "artspace Erdel". Und doch scheint der chinesische Künstler gegenwärtig. Eine Wand seiner aktuellen Ausstellung in der Regensburger Galerie hängt voller Selbstportraits des Malers: grinsend, lachend, mit und ohne Bildunterschrift, stets jedoch "Made in China". So lautet auch der Titel der Ausstellung des in München ausgebildeten und zwischen zwei Kontinenten hin- und herspringenden Künstlers.

Zhao Bin ist bei Erdel kein Fremder. Nach etlichen Ausstellungen in der Galerie an der Donau kann man ihn als Stammgast bezeichnen. Wer dort nun allerdings von früheren Aufenthalten her einen Haufen Schweine vermutet, der liegt nur teilweise richtig. Hin und wieder hat sich dieses einstige Lieblingsmotiv Zhao Bins zwar auch in der aktuellen Schau erhalten. Auf etlichen Bildern aber sind die Schweine hier durch andere Vierbeiner ersetzt: Pandabären hocken nun zwischen leicht bekleideten Frauenkörpern, Früchten und Lotusblüten. Geblieben sind die kräftigen Farben und die virtuose Malerei Zhao Bins. In hyperrealistischer Manier stellt er surrealistische Szenen dar. Immer wieder geht es dabei um gesellschaftliche Themen, wie sie der Künstler in seinen beiden Heimatländern erlebt.

Eigenbild und Fremdbild nehmen diesmal einen großen Raum ein in Zhao Bins Ausstellung bei Erdel. Es geht um die Selbstpräsentation in sozialen Medien, aber auch um die in China allgegenwärtigen Kameras, die man nur als ständige Überwachung bezeichnen kann. In den Bildern Zhao Bins spiegelt sich das wider, in knallbunten und an die Werbesprache angelehnten Darstellungen einerseits und isolierten Bildprotagonisten andererseits.

Die Ausstellung "Zhao Bin. Made in China" läuft bis zum 18. Juli im artspace Erdel am Fischmarkt 3 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr oder nach Absprache (Telefon 0941 702194).

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