12.04.2019 - 14:03 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Mit dem Suzuki Jimny durch Wald und Flur

Das Auto mit der längsten Lieferzeit in Deutschland? Es ist kein Daimler, es ist kein Porsche, es ist ein kleiner Wald- und Wiesenhüpfer aus Japan.

Bilder zu Fahrbericht Suzuki Jimny
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Wer jetzt einen Suzuki Jimny bestellt, kann von Glück reden, wenn er ihn in anderthalb Jahren bekommt. So gefragt ist der Gelände-Zwerg hierzulande. Ergründen wir sein Erfolgsgeheimnis. Der Jimny zeigt ja seit Oktober 2018 - nach 20 Jahren - ein neues, kantigeres Gesicht, und er ist erstarkt - von zuletzt 84 auf jetzt 102 PS. Der Neue ist fünf Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, bietet aber dank Kastenform innen fünf Zentimeter mehr Platz. Kofferraum ergibt sich nur, wenn einer der beiden Rücksitze - oder beide - flach gelegt werden. Dann öffnet sich hinter der rechts angeschlagenen Hecktür ein Raum von mehr als 800 Litern. In der viersitzigen Konfiguration passt eine Aktentasche rein. Oder zwei. Es gibt den Jimny in zwei Ausstattungversionen, als Comfort und als Comfort Plus. Schon die Basis ist ordentlich ausgestattet, die um gut 2000 Euro teurere Plus-Variante (unser Testwagen) punktet u. a. mit Alufelgen, Klimaautomatik, Navi und LED-Licht. Aufpreispflichtige Extras? Gibt es nicht. Nur spezielle Lackierungen lässt sich Suzuki extra bezahlen.

Starrachsen und Leiterrahmen

Klein, wendig, leicht und - vor allem - absolut geländegängig. Das sind die Trümpfe, die der Kleine bei Waid-, Forst- und Landmännern (und -frauen) ausspielt. Weiterhin kommt er mit Leiterrahmen und Starrachsen. Standard ist Heckantrieb, die Vorderräder lassen sich zuschalten. Eine Getriebereduktion hilft in extremen Fällen, und die Elektronik simuliert durch radselektiven Bremseingriff eine Quersperre. Neu auch: die Bergabfahrhilfe. Die Wahl bei den Motoren ist leicht, denn man hat sie nicht. Suzuki bietet nur diesen einen Motor an, einen Vierzylinder mit knapp 1500 Kubik und 102 PS. Trotz eines auf dem Papier mageren Drehmoments von 130 Newtonmetern stürmt der Kleine willig voran. Das liegt zum einen an der Drehfreude des Triebwerks, zum anderen am geringen Gewicht des Geländewägelchens und in erster Linie am kurz gestuften manuellen Fünfganggetriebe.

Sechster Gang wäre schön

Schon im Stadtverkehr bist du im vierten unterwegs, nicht selten auch im großen Gang. Ein 6-Gang-Getriebe mit lang übersetztem Sechsten wäre schön. Wobei: Wer geht mit dem Jimny schon auf die Autobahn? Wir.

Bei Richtgeschwindigkeit 130 spielt der Suzuki nicht mehr mit. Er könnte zwar noch ein wenig schneller, zeigt durch Lärm, störrisches Hoppeln und indifferente Lenkansprache aber mehr als deutlich: "Freund, das ist nicht meine Welt!" Lassen wir den Kleinen also in Ruhe und führen ihn seinem natürlichen Habitat zu. Wald, Feld und Flur. Da tobt er dank kleinen Wendekreises fröhlich ums Eck, passt durch, wo andere kapitulieren müssen, und springt, kurz wie er ist, über Kuppen, die Längere mit dem Unterboden küssen.

Dezent und in kleinen Displays hat die Moderne Einzug gehalten. Wer's braucht: Der Jimny kann jetzt Verkehrszeichen lesen (nicht immer) und vor dem Verlassen der Spur warnen. Er erkennt Hindernisse und piepst sie lauthals an. Mit Handys redet er jetzt auch, und er navigiert.

Alles im Blick

Das Zielpublikum wird's hinnehmen, wichtig ist es ihm vermutlich eher nicht. Da zählen die robusten Planken an Kotflügeln und Stoßfängern schon mehr. Haltstarke Griffe und leicht zu reinigendes Material innen wie außen kommen an. Gerne auch aus Hartplastik. Komfort? Nun ja, die Sitze sind bequem, die Rundumsicht dank großer Glasflächen phänomenal. Start-Stopp-System? Fehlanzeige. Völlig zu Recht ist der Jimny bei Menschen, die abseits der Straße unterwegs sind, geachtet und beliebt. Der große Rest braucht ihn nicht.

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