Der Markt Tännesberg feiert in diesem Jahr das 230-jährige Bestehen des St.-Jodok-Ritts. Gemeinsam mit dem Förderverein St.-Jodok-Ritt wurde dazu ein abwechslungsreiches Festprogramm vorbereitet. Die Feierlichkeiten beginnen am Samstag, 25. Juli, um 19 Uhr mit der Proklamation auf dem Marktplatz. Anschließend sorgt die Jugendkapelle Roggenstein beim Festbetrieb auf dem Gelände der Grundschule für Unterhaltung. Das Herzstück des Jubiläums bildet am Sonntag, 26. Juli, die traditionelle Pferdewallfahrt. Um 9 Uhr setzt sich der Kirchenzug zur St.-Jodok-Kirche in Bewegung. Dort beginnt um 9.30 Uhr der Freiluftgottesdienst mit Pferdesegnung. Anschließend zieht der Kirchenzug zurück zur Pfarrkirche im Ortskern, wo am Marktplatz der Schlusssegen erteilt wird. Danach sind die Besucher zum Festbetrieb mit Mittagstisch und musikalischer Unterhaltung durch die Gleiritscher Blaskapelle eingeladen.
Anlässlich des Jubiläums setzt sich um 14 Uhr – wie in früheren Jahren – ein großer Festzug durch die Straßen des Marktes in Bewegung. Im Anschluss spielt die Kapelle „Bayrisch Blech“ im Festzelt. Für die jüngsten Besucher werden Hüpfburgen und Ponyreiten angeboten.
Schwere Viehseuche
Die Wurzeln des St. Jodok-Ritts reichen bis ins Jahr 1796 zurück. Damals grassierte in Tännesberg eine schwere Viehseuche, der innerhalb kurzer Zeit rund 200 Stück Hornvieh zum Opfer fielen. Beim damaligen Besitzer des heutigen Zeugmacherhauses überlebte als erste Kuh ein Tier die Seuche. Aus Dankbarkeit wurde ein Marterl zu Ehren des heiligen Wendelin errichtet, des Schutzpatrons gegen Viehkrankheiten. Dieses Denkmal steht noch heute an der Oberviechtacher Straße in Richtung der St.-Jodok-Kirche.
Aus diesem Anlass gelobten die Tännesberger Bürger, alljährlich eine feierliche Prozession zur St.-Jodok-Kirche abzuhalten. Im Laufe der Zeit wurde diese Tradition jedoch aufgegeben; aus heute nicht mehr bekannten Gründen soll der St. Jodok-Ritt zeitweise sogar verboten gewesen sein.
Mangel an Pferden
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pferdewallfahrt 1949 von Pfarrer Friedrich Reichl und Heimatpfleger Karl Eckl wiederbelebt. Neben der Erfüllung des alten Gelübdes wollten die Gläubigen damit auch ihre Dankbarkeit ausdrücken, dass ihre Heimat von den schlimmsten Zerstörungen des Krieges verschont geblieben war. Bis 1964 fand der St. Jodok-Ritt jährlich am zweiten Sonntag im Juli statt.
Wegen des zunehmenden Mangels an Pferden und des schlechten baulichen Zustands der Wallfahrtskirche musste die Tradition jedoch erneut unterbrochen werden. Im Frühjahr 1976 begann die Renovierung des Gotteshauses, das im Volksmund „Gost“ genannt wird. Zahlreiche Spenden und unzählige ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden trugen dazu bei, dass die Kirche wieder in neuem Glanz erstrahlte. Am 17. Oktober 1976 weihte Abt Anastas von Rohr die renovierte Kirche. Damit waren die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Pferdewallfahrt geschaffen. Bereits 1977 ließ der Markt Tännesberg den St.-Jodok-Ritt nach 13-jähriger Unterbrechung wieder aufleben und führt diese Tradition seither fort.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.