Tännesberg
26.11.2024 - 09:01 Uhr

Abschied vom "Kramer Bepp": Große Trauer um Tännesberger Josef Grötsch

Tännesberg verliert einen heimatverbundenen Akteur und Gestalter. Am 10. November ist Josef Grötsch, der „Kramer Bepp“, plötzlich und unerwartet in München verstorben.

Einer seiner Lieblingsplätze am sonnigen Südhang in Tännesberg. Bild: Kerstin Kappl/exb
Einer seiner Lieblingsplätze am sonnigen Südhang in Tännesberg.

Einmal Tännesberger, immer Tännesberger. So könnte man die Heimatliebe von Josef Grötsch, den „Kramer Bepp“, wie er landläufig genannt wurde, umschreiben. Auch wenn Weiden sein Wohn- und Geschäftssitz war, verbrachten er und seine Ehefrau Elisabeth viele Stunden in ihrem Wochenendhaus am „Südhang von Tännesberg“. Nun ist er im 78. Lebensjahr verstorben und hat seine letzte Ruhestätte in seiner Tännesberger Heimat gefunden.

Eine große Trauergemeinde nahm Abschied vom „Kramer Bepp“. Der Waldsassener Pfarrer Dr. Thomas Vogl , ein ehemaliger Klassenkamerad, zelebrierte das Requiem. Örtliche Vertreter des Sports und der Kultur würdigten sein Wirken in den Vereinen. Bereits 1960 ist er in den TSV Tännesberg, damals nur Fußball, eingetreten und glänzte mit seinem „körperlosen“ Spiel in der Jugend- als auch anschließend in der ersten Mannschaft.

Bald schon wurde sein Interesse am Tennissport geweckt. Als einer der Pioniere war er 1976 Gründungsmitglied der Abteilung Tennis. Unnachahmlich waren auch seine Soloauftritte bei den Faschingsbällen der Abteilung. In den Jahren 1994 bis 1999 war er sogar Abteilungsleiter. Eine weitere sportliche Leidenschaft war das Skifahren. Mit ihm wurde der jährliche Kurzurlaub in den Tiroler Bergen ein fester Bestandteil des Vereinsjahres, der heute noch in seinem Sinne fortgeführt wird. Die sonntägliche Bocciarunde ließ er sich nicht entgehen.

Was wäre der Tännesberger „St. Jodok-Ritt“ ohne „Kramer Bepp“ gewesen. Er war Motor und Ideengeber in einem. Sowohl um die Verteilung als auch die Pflege der Gewänder kümmerte er sich mit seinen Helfern unermüdlich. Ein absoluter Höhepunkt war wohl der Historische St. Jodok-Ritt Mitte der 90er Jahre, den er mit Alfred Eckl organisierte. Schmuckstück des Kirchenzuges ist der Allerheiligstenwagen, der nach seinen Ideen gestaltet wurde. Wenn man von Weiden kommend die letzte Kurve vor Tännesberg genommen hat, fällt das Symbol des „St. Jodok-Rittes“, ein geharnischter Reiter, sofort ins Auge, den beide ins Leben gerufen haben. Eine verkleinerte Ausführung steht auch bei der „St. Jodok-Kirche“.

Geboren wurde Grötsch am 10. Juli 1947 in Tännesberg als viertes und jüngstes Kind der Eheleute Karl und Maria Grötsch. Dort wuchs er auch mit seinen Geschwistern Fanny, Sophie und Karl auf. Nach der Grundschule und dem Bischöflichen Seminar in Weiden machte er eine Drogerielehre und leistete beim Bundesgrenzschutz seinen Dienst, bis er 1968 mit seiner Frau Elisabeth, die er im gleichen Jahr auch heiratete, die Boutique „Jeunesse“ eröffnete. Aus der Ehe stammen zwei Kinder, Sohn Stefan und Tochter Kerstin. Besonders stolz war er auf seine Enkel Anna, Lina und Josef.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.