Tännesberg
03.07.2026 - 16:09 Uhr

Unser Dorf hat Zukunft: Fachleute stimmen sich auf neue Wettbewerbsrunde ein

Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" startet im Herbst in eine weitere Runde unter neuer Betreuung. Bei einem Treffen in Tännesberg betonen Experten, wie der Wettbewerb den Gemeinsinn stärkt und zukünftige Dorfprojekte ankurbelt.

Die 29. Runde von „Unser Dorf hat Zukunft“ startet im Herbst und die Betreuung des Wettbewerbs wechselt zur Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Bei einer Informations- und Austauschveranstaltung begrüßte Kurt Hillinger, Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung Oberpfalz (AflE) am Dienstag im Haus der Biodiversität in Tännesberg eine fachkundige Runde.

Was brauchen Dörfer, um ihre Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Kreisfachberater der Oberpfalz sowie Multiplikatoren in dieser Informations- und Austauschveranstaltung des Bayerischen Kompetenzzentrums Ländliche Entwicklung (BayLE) und des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz. „Der Wettbewerb soll den Gemeinsinn stärken, bürgerschaftliches Engagement wecken, identitätsstiftend wirken und Wertschätzung und Anerkennung für Geleistetes geben“, sagte Hillinger.

Neue Inhalte vorgesehen

Der Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist ein staatlicher Wettbewerb für Menschen im ländlichen Raum. Er basiert auf bürgerschaftlichem und ehrenamtlichem Engagement. Seit 1961 steht der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Dr. Anne Ritzinger und Bettina Göttl vom Bayerischen Kompetenzzentrum für Ländliche Entwicklung gaben Einblicke in neue Inhalte des Wettbewerbs. Außerdem lernten die Teilnehmer Unterstützungsangebote des AflE kennen. So ist zum Einstieg und zur Motivation für noch mehr Dörfer ein Startgeld von 1000 Euro für gute erste Aktionen vorgesehen.

Mehr Dynamik erwünscht

In der Podiumsdiskussion berichteten Fachleute aus staatlichen Einrichtungen, freien Berufen und ehemalige Wettbewerbsteilnehmer aus der Praxis. Sie diskutierten darüber, wie der Dorfwettbewerb neue Dynamik gewinnen kann. „Der Wettbewerb ist wichtig, damit die Dörfer Zukunft haben. Er muss attraktiver werden und wird es auch, er muss greifbar sein“, betonte Albert Nickl, stellvertretender Landrat und Bürgermeister von Speinshart. Für Tännesbergs Bürgermeister Ludwig Gürtler sind sowohl der Wettbewerb als auch das Amt für Ländliche Entwicklung als Koordinator und Unterstützer unverzichtbar.

Bei einem Rundgang führte Amtsleiter Kurt Hillinger die Teilnehmer zu ausgewählten Stationen im Ort und zeigte, wie sich Tännesberg den Herausforderungen der Zukunft stellt. In der Polsterei „Querlage“ von Maria Uhlemann stellte Klaus Meyer, Altbürgermeister von Bad Neualbenreuth und Werksleiter des Sibyllenbads, fest, dass man ein Umfeld haben möchte, in dem man sich wohlfühlt.

Dorfentwicklung ist vielfältig

An der im Bau befindlichen Tagespflege, deren Eröffnung für den Herbst dieses Jahres geplant ist, stellte Karl-Heinz Dommer vom Büro Landimpuls den sozialen Zusammenhalt und das kulturelle Leben in den Vordergrund. Die dritte Station führte zur „Ledererscheune“ mit Gasthof. Architekt Peter Kuchenreuther betonte besonders die Baukultur dieses sanierten Altbaus. Für Anne Wendl bedeutet es eine Aufwertung des Marktplatzes und besticht vor allem durch das im Innenbereich gestaltete Grün mit heimischen Pflanzen.

In der abschließenden Diskussionsrunde waren sich die Teilnehmer einig, dass die Veranstaltung Raum für Vernetzung, Erfahrungsaustausch und neue Ideen rund um den Dorfwettbewerb bot. Praxisbeispiele zeigten, wie vielfältig erfolgreiche Dorfentwicklung aussehen kann. Die enge Zusammenarbeit mit den Kreisfachberatern sowie gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Wettbewerbs sollen mehr Dörfer zur Teilnahme bewegen.

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