22.03.2021 - 11:09 Uhr
TännesbergOberpfalz

Tännesberg: Baumaßnahmen laufen wieder an

Zwei Häuser an der Tiefen Gasse in Tännesberg werden abgerissen. Im Gegenzug stehen einige Bauvorhaben an, über die der Architekt den Marktrat informiert.

An der Tiefen Gasse sollen zwei Häuser abgerissen werden.
von Redaktion ONETZProfil

Der Abbruch der Anwesen Tiefe Gasse 9 und 11 erfolgt innerhalb der Dorfsanierung als ortsgestalterische Maßnahme. Für die künftige Nutzung und Bebauung können die Abstandsflächen problematisch werden. Beabsichtigt sind auch ein Garagengebäude und Stellplätze. Mit einer entsprechenden Begrünung und der Ausweitung des Mündungsbereichs soll wieder ein Blickfang im Innerortsbereich entstehen. Einzuholen sind aber zunächst die erforderlichen Genehmigungen mit den entsprechenden Untersuchungen. Auf die Sicherung der alten Bruchsteine und Elemente sowie sonstiges Erhaltungswürdiges wird geachtet. Sie stellen wertvolles Baumaterial für andere Projekte dar. Bis spätestens Anfang 2022 soll die Maßnahme fertig sein.

  • Katholisches Kinderhaus

Die Arbeiten zu den aktuellen Baumaßnahmen laufen wieder an. Um einen Überblick zu bekommen, informierte Architekt Christian Schönberger über den Sachstand. Im katholischen Kinderhaus St. Martin ist lediglich die Bodenplatte fertig. Als nächstes steht der Baukörper mit den Fensterelementen an. Da die Fertigstellung bereits in sechs Wochen beabsichtigt ist, muß man sich jetzt die Dachgestaltung überlegen, die auch teilweise den Altbestand betrifft. Beabsichtigt ist, ein Biodiversitätsdach mit neuen Lebensräumen für Flora und Fauna. Mit Variationen der Substratoberfläche sollen unterschiedliche Lebensräume für eine artenreiche Kräuter- und Gräservegetation geschaffen werden. Sandlinsen und Grobkiesbeete sollen Insekten und anderen Dachbewohnern als Versteck, Brut- und Sonnenplätze dienen. Temporäre Wasserflächen verbessern das Wasserangebot für Insekten und Vögel. Futterpflanzen für Insekten und Vögel werden gezielt ausgewählt. Insekten-Nistkästen (z.B. für Wildbienen und Schlupfwespen sowie Hummelnistkästen und Ameisenstein) werden zur dauerhaften Insekten-Ansiedlung auf dem Dach eingesetzt.

Lesen Sie hier einen weiteren Bericht über die Marktratssitzung

Tännesberg
  • Haus der Biodiversität

Die Baugenehmigung für das Haus der Biodiversität ist in Sicht. Das umfangreiche Brandschutzkonzept wird zur Zeit vom Landratsamt geprüft. Beim Rückbau des Gebäudes ist stufenweise vorzugehen, um denkmalpflegerische Belange und Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Entfernung der Büsche und Sträucher im Umgriff erfolgt selbstverständlich nach naturschutzrechtlichen Vorgaben in Zusammenarbeit mit der Behörde. Die spätere Nutzung soll auf max. 100 Personen beschränkt werden.

  • Seniorengerechtes Wohnen

Die ursprünglich vorgestellten Planungen bleiben bestehen. Eine geringfügige Änderung gibt es nur bei der auf 20 Personen reduzierte Tagespflege. Um eine spätere Erweiterung der Tagespflege auf 25 Personen zu ermöglichen, sind im Dachgeschoss bauliche Vorkehrungen zu treffen. Momentan könnte eine Wohnung oder Appartement für das Personal eingebaut werden, das später gegebenenfalls problemlos für die Tagespflege genutzt werden kann. Bis spätestens Juni erfolgt die Kozepterstellung mit einer Kostenschätzung für die Förderbehörden.

  • Projekt „Land belebt“

Den Sachstandsbericht über das Projekt „Land belebt“ hat Landschaftspfleger und Gärtnermeister Johannes Weinberger in vier Handlungsfelder eingeteilt. Im Handlungsfeld 1 (Verbesserung der Arten- und Lebensraumvielfalt innerorts und in der Flur) nannte er die Realisierung von 60 Kleinmaßnahmen und die Planung zur Umsetzung von 80 Kleinmaßnahmen 2021. Bei der Biodiversität soll vor allem das Mahdverfahren optimiert werden. Das Handlungsfeld 2 beinhaltet die Agrobiodiversität und Netzwerk Biodiv-Produkte mit der Umsetzung von strukturverbessernden Maßnahmen wie Lebensvielfalt am Ortsrand, die Unterstützung des regionalen Vermarktungsnetzwerks für Naturprodukte wie Bio-Streuobstsaft, alte Kartoffelsorten, Tännesberger Biodia-Honig) die Optimierung des Obstlehrpfads und die Koordinierung der Umsetzung des Regionalmarktes als Kooperationsprojekt mit der Ökomodellregion. Das Handlungsfeld 3 befasst sich mit dem aktiven Naturerleben und der Besucherlenkung unter Einbeziehen örtlicher Akteure und Personen. Im Handlungsfeld 4 befindet sich die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit mit öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen wie den Biodiv-Kalender.

Bürgermeister Ludwig Gürtler wies noch darauf hin, dass die Biodiversitätsgemeinde Tännesberg im Haushaltsplan 2020 Ausgaben in Höhe von etwa 290.000 Euro für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen eingesetzt hat. Nach Abzug der Zuwendungen von rund 180.000 Euro müsse die Kommune immerhin noch 110.000 Euro tragen. Ein Anliegen war ihm auch die korrekte Darstellung der Lage und Dinge. Bevor jemand öffentlich unfachliche oder unsachliche Stellungnahmen abgibt, sei er gern bereit, in Zusammenarbeit mit Projektmanager Weinberger Auskünfte zu erteilen.

 

 

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