29.04.2020 - 10:25 Uhr
TännesbergOberpfalz

Tännesberg: Großteil des Marktrats verabschiedet

Ausschließlich einstimmig ging das bisherige Gremium am Dienstagabend auseinander. Sämtliche Beschlüsse im öffentlichen Teil der Sitzung erfolgten einmütig. Doch acht Teilnehmer gehören dem neuen Kreis nicht mehr an.

Zu den acht Mitgliedern, die dem neuen Marktrat in Tännesberg nicht mehr angehören, zählen auch die beiden Bürgermeister, Max Völkl (links) und Hans-Peter Klünner (vorne, Mitte).
von Josef ForsterProfil

„Unsere Periode neigt sich diese Woche zu Ende“, startete Bürgermeister Max Völkl die Verabschiedungszeremonie. Sieben Gremiumsmitgliedern galt es, Dank zu sagen. Als Ersten nannte der Bürgermeister Wolfgang Georg Nicklas junior, der seit 2014 Marktrat war und im Rechnungsprüfungsausschuss mitwirkte. Als Nachrücker für Alfred Eckl gehörte Matthias Bartmann seit 2015 dazu, der gleichfalls dem Rechnungsprüfungsausschuss angehörte. Nach dem Rücktritt von Matthias Grundler gesellte sich ab 2016 Rainer Heuberger mit Sitz in der Verwaltungsgemeinschaft dazu. Thomas Haberl war seit 2017 Marktrat. Den Start der Dorferneuerung für Tännesberg, Woppenrieth und Großenschwand erwähnte Völkl als wichtiges Projekt, das die Ausscheidenden mit auf den Weg gebracht hätten. Ebenso den Start der energetischen Sanierung von Schule und Turnhalle.

Bernhard Walter und Josef Hammerl wirkten seit 2008, Hammerl zusätzlich als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. In seinem Rückblick für dieses Duo packte der Bürgermeister den Neubau der Kläranlage als großes Bauvorhaben. Dazu die Sanierung der Schusterhalle mit neuen Herbergen für die Feuerwehr und den Bauhof sowie die Beschaffung von drei neuen Feuerwehrautos. Viele Maßnahmen seien während dieser Jahre im Zusammenhang mit dem Modellprojekt Biodiversität gelaufen. Auch die Gründung des Kommunalunternehmens mit dem Erwerb von 50 Prozent des Solarparks. Für den TSV sei der Neubau eines B-Platzes Wirklichkeit geworden.

Eine herausragende Rolle verschaffte der Bürgermeister im Anschluss seinem Stellvertreter. 42 Jahre gehörte Hans-Peter Klünner dem Rat an. Er habe vor allem „viel für die Ortsmitte getan“. Völkl erwähnte die Kanalisation und die Ausweisung mehrerer Baugebiete. Identifiziert habe sich Klünner mit vielen Maßnahmen auf dem Weg zur Biodiversitätsgemeinde und damit Tännesberg einer Vorreiterrolle verholfen. Innerhalb weiterer Punkte brachte der Bürgermeister den zweiten Schritt der Gebietsreform zur Sprache. So habe Klünner 1978 an der Auflösung des Schulverbands mit Gleiritsch mitgewirkt, dem eine neue Ära mit Moosbach gefolgt sei. Mit einem Frankonia-Gutschein überraschte Bürgermeister Völkl seinen Stellvertreter zum Schluss seiner Laudatio. Für alle scheidenden Markträte gab es darüber hinaus eine hochwertige Reproduktion der Urkatasteraufnahme zu Tännesberg aus dem Jahre 1840. Einzig die längst bestellten, aber bislang nicht gelieferten Rahmen müssten noch nachgereicht werden.

Für Montag, 4. Mai, kündigte der Bürgermeister die Wiederöffnung des Rathauses zu den gewohnten Öffnungszeiten an. Einzig donnerstags würde vorerst auf die langen Dienste am Nachmittag verzichtet. Völkl riet zur telefonischen Anmeldung vor einem Besuch, außerdem bestehe die Pflicht zum Tragen eines Mund-/Nasenschutzes. Eingelassen werden dürften jeweils maximal zwei Besucher. Im Bauhof sei zudem aus Schutz für die Mitarbeiter auf ein Schichtsystem umgestellt worden. Darüber hinaus würden aktuell nur noch Wasser- und Abwasserarbeiten weitergeführt.

Verabschiedung von Bürgermeister Max Völkl:

Als dienstältester Marktrat übernahm Hans-Peter Klünner die Laudatio zum Abschied von Bürgermeister Max Völkl. Ab 1. Mai 2002 gehörte er dem Marktrat an, seit 1. Mai 2008 war er Rathauschef. Rückblickend betrachtete habe Völkl in diesen Jahren gemeinsam mit dem Marktrat für Tännesberg eine große Nachhaltigkeit geschaffen. Unter Nennung vieler Maßnahmen erinnerte Klünner an den Umbau der Schusterhalle mit den Ausbauten für den Bauhof und das Feuerwehrhaus. Verdient gemacht hatte sich Völkl um die Grundschule und Woppenrieth, Fischerhammer sowie Kainzmühle zum Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung verholfen. Als „besonderes Anliegen“ bezeichnete der zweite Bürgermeister Völkls Einsatz für die Biodiversität: „Dafür hat Tännesberg mehrere Auszeichnungen erlangt und wurde bayernweit bekannt.“ Zu seinem Amtsende hinterlasse er der Kommune keinerlei Schulden, sondern mehr noch eine Rücklage in einer Größenordnung von fast zwei Millionen Euro.

Zum Abschied beider Bürgermeister ergriff Thomas Bäuml im Namen der CSU-Fraktion das Wort. Mit der Erinnerung an eine Anekdote zum Amtsantritt Völkls im Jahr 2008 hatte er schnell alle Zuhörer auf seiner Seite. Schließlich sei Bäumls eigene Hochzeit am 7. Juni Völkls erste Amtshandlung als Standesbeamter gewesen: „Der war mindestens genauso nervös, wie das Brautpaar.“ Abschließend habe er auch noch die Dekoration des Trauzimmers an die Braut überreicht. Völkl merkte sofort an: „Ich dachte, das sei der Strauß für das Brautpaar.“

Seinen „herzlichen Dank“ für jene 12 Jahre als Bürgermeister unterstrich Bäuml mit der Aussage: „Du hast es wirklich geschafft, den Markt auf den Kopf zu stellen und ihn in eine finanziell sehr positive Lage für die Zukunft zu versetzen.“ In seinem Resümee erwähnte der Sprecher die Ansiedlung neuer Unternehmen in Tännesberg „und dadurch so viele Arbeitsplätze, wie selten zuvor“. Für das Kinderhaus konnte Völkl eine Rekordfördersumme erreichen und als „einen deiner geschicktesten Schachzüge“ bezeichnete Bäuml die Vorarbeiten zur Ausweisung eines innerörtlichen Baugebiets. Das „größte Geschenk“ für die Bürger sah der Laudator jedoch in der Übergabe eines „finanziell kerngesunden Markts“.

Seinen Dank weitete Bäuml auf Klünner aus, der Völkl „immer zur Seite stand und unterstützte, wo es nur ging“. Mit all diesen Leistungen würden Beide wohl in die Geschichtsbücher des Marktes eingehen und viele zukünftige Generationen noch dankbar für diese Leistungen und dieses Engagement sein. Allen ausscheidenden Markträten dankte Bäuml für das Opfern zahlreicher Stunden und kündigte für die Zukunft noch eine „würdige Verabschiedung“ an. „Ich habe das Amt des Bürgermeisters gerne ausgeübt und dabei viel gelernt, auch für das Leben“, sagte Völkl. Ihn freue besonders, nun ein „gut bestelltes Haus“ übergaben zu können. Auch die Verwaltung sei gut aufgestellt, obwohl er selbst die eine Hälfte seiner Amtszeit ohne Geschäftsleiter und die andere Hälfte ohne Kämmerer auskommen musste. Dann warb er für ein Vorantreiben der Dorferneuerung für Tännesberg, Großenschwand und Woppenrieth als „einmalige Chance für Tännesberg, die man nutzen muss“. Dankesworte rundeten seine Rede ab, bevor er schloss: „Es war mir eine Ehre, diesem Gremium angehört zu haben.“

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„Hanseller“ ist der Hausname des Anwesens, in dem das Gasthaus „Zur Sonne“ lange Zeit etabliert war. Nun gibt es eine Bauvoranfrage zur Umwandlung in ein Wohnhaus. „Dieses Vorhaben freut mich, weil das alte Anwesen hergerichtet, saniert und wiederbelebt wird“, sagte Bürgermeister Max Völkl. Er rechnete fest mit einem Beitrag zur Verbesserung des Ortsbildes und appellierte an die Markträte: „Von unserer Seite spricht nichts dagegen.“ Vor der Abstimmung informierte Völkl über den Denkmalschutz-Status des gesamten Anwesens, vonseiten der Gemeinde bestehe Ensembleschutz. Zwei Anträge auf Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zur weiteren Bewirtschaftung von Weiheranlagen beschieden die Ratsmitglieder ein positives Signal.

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