08.07.2019 - 13:55 Uhr
TännesbergOberpfalz

Trauer um Hans Eger

Mit 90 Jahren spielt Hans Eger noch auf seiner Zither, die sein Heiligtum war. Im Alter von 92 Jahren ist er im Kreis seiner Lieben zu Hause gestorben.

von Erich SpickenreitherProfil

Im Requiem am Samstag in der Pfarrkirche "St. Michael", das Pfarrer Wilhelm Bauer zelebrierte, spielte Siegfried Paulus von der Wernberger Stubenmusi für den Verstorbenen die Zither, begleitet von seinen Töchtern Susi (Gitarre) und Steffi (Hackbrett). Die OVK-Familie (Oberpfälzer Volksliedkreis) mit Vorsitzendem Leohard Dayerl nahm in großer Zahl von ihrem Zitherspieler Abschied. Bei der Eucharistiefeier wechselten sich Kirchenchor unter Leitung von Rudi Schneider und OVK-Mitglieder mit Liedern aus der Bauernmesse von Anette Thoma ab.

Hans Eger wurde am 30. November 1962 als Jüngstes von vier Kindern der Eheleute Theresia und Franz Eger in Tännesberg geboren. Nach seiner Schulzeit in Tännesberg lernte er von 1939 bis 1942 das Schreinerhandwerk beim Schreiner Sieber in Vohenstrauß. Mit 16 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, kehrte aber am 10. Juli 1944 wegen einer Verwundung vor Kriegsende nach Hause zurück. Am 10. Juli 1948 heiratete er Theresia Krichleder aus Trausnitz und hatte mit ihr vier Kinder. Im Alter von sechs Monaten ist eines davon gestorben. Auf seine zehn Enkel und sieben Urenkel war der Verstorbene besonders stolz. Nach 67 Ehejahren starb seine Resi am 17. Juni 2015. Die Töchter Elisabeth und Reinhilde hatten sich seitdem um ihren Vater gesorgt, besonders in den letzten Wochen.

Pfarrer Bauer bezeichnete Hans Eger als einen eifrigen Kirchgänger. 60 Jahre lang war er mit seiner Tenorstimme eine Stütze im Kirchenchor. Er bedankte sich bei den Angehörigen für die Spenden für die St. Jodok-Kirche anstelle von Kranz- und Blumenspenden.

Die Musik, und hier vor allem das Zitherspielen, war bis ins hohe Alter die Passion des Verstorbenen. Eger war ein Liebhaber der Volksmusik und gab seine Künste an Jüngere weiter. Die Volksmusik in Tännesberg wird immer eng mit seinem Namen verbunden bleiben. Eger hatte sich auch bei der Kolpingsfamilie, der Marianischen Männerkongregation, beim VdK und der Feuerwehr engagiert. Vertreter der Vereine nahmen bei der Feier Abschied.

Groß ist auch die Trauer im OVK, dem Hans Eger 1968 mit den Tännesberger Moidla beigetreten ist. Vorsitzender Leonhard Dayerl würdigte nach dem Trauergottesdienst die Verdienste des Ehrenmitglieds des OVK Schwandorf. Bei den verschiedensten Anlässen habe Eger den Menschen mit seinem Zitherspiel eine große Freude bereitet und die Tännesberger Sänger seit 1972 und die Niedermuracher Sänger seit 1973 bei ihren Liedern mit seiner Zither begleitet. "Für seine Moila, Manna und seine Boum hat Hans immer Zeit gehabt", dankte ihm Dayerl im Namen des Liederkreises, der in nächster Zeit eine Messe für ihn aufopfern wird. Mitglieder der verschiedenen Gruppen verabschiedeten sich nach der Urnenbeisetzung mit dem Lied "Wahre Freundschaft soll nicht wanken", die Bläser intonierten "Im Grabe ist Ruh".

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