23.10.2019 - 12:05 Uhr
TännesbergOberpfalz

Viele Minis und genügsamer Papst

In einer zweitägigen Klausurtagung in Johnnisthal beschäftigen sich Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung mit dem Verhältnis von Orts- und Weltkirche. Pfarrer Alfons Forster informiert über die seelsorgische Arbeit im HPZ Irchenrieth.

von Erich SpickenreitherProfil

Klausurtagungen mit einem Blick nach vorne sind bei politischen Parteien an der Tagesordnung, um daraus Schlüsse für die zukünftige Arbeit zu ziehen. Die beiden Gremien gingen zunächst vom Ist-Zustand in der Pfarrei Tännesberg aus. Nach einer Führung durch die neue Kapelle in Johannisthal machten sich die Teilnehmer nach einem Gebet und Lied an die Arbeit. Dafür hatte Pfarrer Wilhelm Bauer vier Fragenkomplexe zusammengestellt. Ohne die einzelnen Fragen zu beurteilen, sollte sie jeder nach seinem Empfinden beantworten.

Aktive Jugendliche

Der erste Komplex richtete sich an alle. Die Frage war, was ihnen in Tännesberg gefalle: Schöne Natur, sich frei entfalten können, viele junge Familien bei den Gottesdiensten, eine große Schar von Ministranten, aktive kirchliche und weltliche Vereine, gute finanzielle Lage der Pfarrei, aktive Mitarbeit von Jugendlichen in der Pfarrgemeinde, außerdem die Begegnung von Pfarrer Bauer mit den Menschen, lauteten die Antworten.

Der zweite Fragenkomplex befasste sich damit, was die Teilnehmer in Tännesberg störe: der Rückgang des Kirchenbesuchs an den Sonntagen, keine Firmvorbereitung und Firmung mehr in der Pfarrei. Auffällig sei, dass die Kinder kaum noch christliche Grundkenntnisse in ihren Familien erhielten, ältere Leute allein gelassen würden und das Fehlen von Jugendlichen nach Entlassung aus der Schule bei Gottesdiensten.

Blick zur Weltkirche

Mit diesen zwei unterschiedlichen Fragenkomplexen befassten sich die Teilnehmer auch bei der Weltkirche. Gefallen hat ihnen die schöne Kirchenmusik, der genügsame Lebensstil des Papstes und wie er sich in der Weltkirche einbringe, außerdem das Zusammenwachsen der beiden großen christlichen Kirchen, die Bedeutung jedes Einzelnen in der großen Gemeinschaft, das Beschreiten von neuen Wegen durch die Bischöfe. Dem hielten sie entgegen: Zulassung von geschiedenen und wieder verheirateten Christen zur Kommunion, fehlende Verhütung in den Drittländern, teils unverständliche Sprache der Führungsgremien, Frage des Zölibats und der hohe moralische Anspruch.

Ständiges Lernen

Der zweite Tag begann mit einem Bericht von Pfarrer Alfons Forster über seine Arbeit als Seelsorger im HPZ Irchenrieth. Ein ständiges Hinzulernen begleite seine Tätigkeit. Die Beziehungen mit den Menschen seien intensiver und fordernder als in der sonstigen Pfarreiarbeit. Darauf habe er sich erst einlassen müssen.

Für den Rest der Klausurtagung hatte Diakon Norbert Hammerl die Bibelstelle von der Heilung des Blindgeborenen beim Teich Schiloach (Joh 9, 1-12) ausgewählt und machte Begegnungen mit Menschen in der Pfarrei an konkreten Situationen fest. Praktische Antworten auf Hilfe im Einzelfall wurden in der Runde erarbeitet. Die Lieder beim Abschlussgottesdienst in der Kapelle begleiteten Sonja Schmid-Herdegen (Keyboard) und Gerti Braun (Gitare).

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