01.10.2018 - 08:15 Uhr
TännesbergOberpfalz

Zauber der Schöpfung bewahren

Der 14. Schöpfungstag des Bistums Regensburg unter dem Motto "Von meinen Früchten könnt ihr leben" am Samstag in der Modellgemeinde Biodiversität Tännesberg stößt auf große Resonanz. Im Mittelpunkt stehen auch harte Fakten.

Tradition hat beim Schöpfungstag das ökumenische Mittagsgebet.
von Erich SpickenreitherProfil

Darüber hatte sich Ansprechpartnerin Beate Eichinger aus der Domstadt bei ihrer Begrüßung um 9.30 UIhr im Sporthotel "Zur Post" gefreut. Für Bürgermeister Max Völkl ist der Artenschutz ein Thema, das allen am Herzen liegen müsse. Den Teilnehmern wünschte er, die Tännesberger Vielfalt mit nach Hause zu nehmen.

Georg Schlapp, Chef des bayerischen Naturschutzfonds, überzeugte mit seinem leidenschaftlichen Impulsvortrag die letzten Zweifler mit Fakten und Zahlen für den Einsatz für die Vielfalt der Natur. Er nahm die interessierten Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in der jeder noch eine große Artenvielfalt erlebt hatte. Landschaften hätten sich aber zuletzt gewandelt. Er bedauerte, dass das Naturbewusstsein immer weniger und schwieriger werde, und forderte alle auf, den Zauber der Schöpfung für Kinder und Enkel zu bewahren.

"Für das Leben der Menschen ist die Artenvielfalt wegen ihrer Funktion im Naturhaushalt unverzichtbar", erläuterte der Experte an anschaulichen Beispielen, belegt mit erschreckenden Zahlen. auch weltweit. Der Rückgang und die Gefährdung betreffe nicht nur die Arten, sondern auch die Biomasse mit ihren negativen Auswirkungen.

Nach den Worten von Schlapp reiche es nicht aus, die Ursachen des Rückgangs der biologischen Vielfalt nur anzuprangern. "Wir müssen uns alle fragen, wo wir ansetzen sollen: im Strukturwandel der Landwirtschaft ebenso wie bei der Siedlungs- und Verkehrspolitik. Auf allen Ebenen muss entgegengesteuert werden." Den Erhalt der biologischen Vielfalt bezeichnete er als eine große Herausforderung. An vier Säulen machte der Fachmann unseren Einsatz fest: Schutz der Arten- und Sortenvielfalt mit Artenhilfsprogrammen und -projekten, Schutz der Lebensräume, Biotopverbund und Bewusstseinsbildung.

Politik, Kommunen und Kirchen seien dazu aufgefordert, aber auch jeder von uns. Für die Erhaltung der Artenvielfalt in einem lebenswerten Umfeld müssten wir uns alle im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten einsetzen, brachte es Schlapp auf den Punkt: "Unser Ziel muss die Bewahrung der Schöpfung sein." Der Beifall für den wegweisenden Vortrag wollte am Ende des Vortrags nicht enden.

Verschiedene Gesprächs- und Aktionsangebote standen bis zum Mittagsgebet um 12 Uhr auf dem Programm, dieselben auch nach dem Mittagessen: Erdzeitalter und Gesteinsvielfalt im geologischen Lehrpfad mit Geeoparkranger Hans Maier, Flurbegehung im Kainzbchtal mit BN-Vorsitzendem Toni Wolf, Streuobstwiese und Bienenstand mit Imker Josef Seegerer, kommunale Verantwortung (Projektvorstellung) mit Thomas Schwarz, Biodiversität und Schöpungsspiritualität mit Theologen und Biologen Benjamin Schwarz, Bibelarbeit mit Dr.Reinhold Then.

Für Kinder hatten die Kolpingsfamilie mit Vorsitzendem Josef Schneider und die Landjugend Großenschwand mit Vorsitzender Julia Schönberger im Pfarrheim ein Programm ausgearbeitet. 20 Kinder aus Syrien und Afrika hatten mit Eltern und Begleitern beim Schminken, Basteln mit Naturmaterialien ihre große Freude, vor dem Eingang zur Kirche auch beim Malen mit Erdmalfarben.

Das ökumenische Mittagsgebet, diesmal von 12 bis 13 Uhr in der Pfarrkirche, ist inzwischen eine schöne Tradition. Es stand unter dem Motto "Von meinern Früchten könnt ihr leben" mit Domkapitular Thomas Pinzer, dem griechisch-orthodoxen Archimandrit Georgios Siomos aus München und Pfarrer Wilhelm Bauer. CHORlibri aus Weiden unter Leitung von Martina Troidl und Katharina Mois begleiteten die Gebetsstunde mit stimmungsvollen Liedern. Bei der Beziehung zu Gott könne man seine Schöpfung nicht ausklammern, legte der griechisch-orthodoxe Pfarrer allen ans Herz.

Das Sporthotel "Zur Post" meisterte anschließend den großen Ansturm bei der Ausgabe einer Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen. 22 Kuchen hatten Mitglieder des Frauenbundes, des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung zum Kaffee gebacken.

Kolping und Landjugend pflanzten mit den Ministranten aus Sinzing am Nachmittag einen roten Boskop als Erinnerungsbaum in der Nähe des Forstamts-Gebäudes unter der fachmännischen Anleitung des KF-Vorsitzenden Josef Schneider. Die Verleihung des Schöpfungspreises GENESIS, immer nach drei Jahren, und das Konzert mit Hubert Treml & Partner bildeten im Sporthotel zum Schluss einen weiteren Höhepunkt dieses Tages (Bericht folgt).

Die Kolpingsfamilie und die Landjugned machen Kindern aus Syrien und Afrika eine große Freude. Das gemeinsame Basteln macht allen Spaß.
Georg Schlapp, Chef des bayerischen Naturschutzfonds, rüttelt mit seinem Impulsvotrag die Zuhörer auf.
Zum Schöpfungstag wird geschminkt und gebastelt. Nicht nur die Kinder haben ihren Spaß.

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