10.02.2021 - 09:30 Uhr
TeublitzOberpfalz

Landwirte protestieren gegen Insektenschutzgesetz

Mit einem Mahnfeuer auf dem Münchshofer Berg bei Teublitz wollten Landwirte ein Zeichen gegen weitere gesetzliche Auflagen machen. Doch die Untere Naturschutzbehörde hatte etwas dagegen.

Auf der Zufahrt zum Gipfelkreuz wurde es eng. Die Landwirte protestierten auf dem Münchshofener Berg gegen das geplante Insektenschutzgesetz.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Aus allen Himmelsrichtungen näherten sich die Landwirte mit ihren schweren Traktoren und steuerten das Gipfelkreuz auf dem Münchshofener Berg an. Dort wollten sie ein Feuer entzünden und mit ihrer Aktion ein Zeichen setzen gegen weitere gesetzliche Auflagen.

Das Mahnfeuer sollte weithin sichtbar leuchten und auf die Kritik der Landwirte am geplanten Insektenschutzgesetz aufmerksam machen. Die Untere Naturschutzbehörde untersagte allerdings das Entzünden eines offenen Feuers. So verschafften die 30 Teilnehmer im Lichtkegel der Scheinwerfer ihrem Ärger Luft.

„Uns reicht's, wir haben das ständige Draufhauen auf die Landwirtschaft satt“, kritisierte der stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Johann Hahn (Nittenau), das Gesetzespaket. Mit dem Insektenschutzgesetz würden wieder einmal nur die Landwirte in die Pflicht genommen.

Bundesweite Proteste der Landwirte

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Die Bauern befürchten erhebliche Einbußen. „Das geplante Gesetz hilft weder der Landwirtschaft noch den Insekten“, ist Johann Hahn überzeugt. Die Landwirte kritisieren, dass mit dem Entwurf „der kooperative Naturschutz konterkariert“ werde. Denn über die Hälfte der bayerischen Landwirte würden schon jetzt freiwillig auf einem Großteil ihrer Flächen Agrarumweltmaßnahmen ergreifen. Der stellvertretende Kreisobmann befürchtet mit einer weiteren Verschärfung „einen Eingriff in das Eigentum“ und beklagt „einen massiven Vertrauensbruch“.

Das Insektenschutzgesetz sieht die Unterschutzstellung von artenreichem Grünland und Streuobstwiesen vor. In diesen Gebieten sollen keine Pflanzenschutzmittel mehr verwendet werden dürfen. Diese Verordnung soll auch für zehn Meter breite Streifen an Gewässern gelten. „Leider wird kaum wahrgenommen, dass der schützenswerte Zustand erst durch unsere Nutzung entstanden ist und nur durch die weitere Nutzung erhalten werden kann“, gab Johann Hahn zu bedenken.

Er erinnerte „die Politik“ an ihr Versprechen, „Natura-2000-Gebiete“ weiterhin landwirtschaftlich nutzen zu können. Mit den Auflagen des geplanten Insektenschutzgesetzes müssten aber weitere landwirtschaftliche Flächen aus der Produktion genommen werden. Der Ersatz für den fehlenden Ertrag müsse die Bundesrepublik durch steigende Importe aus Drittstaaten sicherstellen, so Hahn. Dort spiele der Insekten- und Naturschutz aber nur eine untergeordnete Rolle.

Am Montag fanden gleichzeitig landesweit Protestaktionen statt. Einen ersten Erfolg haben die Kundgebungen bereits bewirkt. Die in dieser Woche geplante Verabschiedung des Insektenschutzgesetzes wurde zunächst verschoben.

„Das geplante Gesetz hilft weder der Landwirtschaft noch den Insekten“, betont Johann Hahn, stellvertretender BBV-Kreisobmann.
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