Teublitz
21.08.2026 - 08:21 Uhr

Stier bereichert Wildpark Höllohe: Im Frühjahr Auerochsen-Nachwuchs?

Der zweijährige Stier „Sonic“ ist in Gesellschaft dreier weiblicher Tiere und damit der Hahn im Korb im Auerochsen-Gehege des Wildparks „Höllohe“ bei Teublitz. Man darf gespannt sein, ob sich im Frühjahr der erste Nachwuchs einstellt.

Die dreijährigen Kühe „Luja“ und „Luani“ und die siebenjährige „Luma“ bewohnen bereits seit einem Dreivierteljahr das zwei Hektar große Gehege im Wildpark "Höllohe". Dafür mussten die zuvor dort untergebrachten Damhirsche weichen und in einen anderen Bereich der Anlage umziehen. Vor kurzem ist nun auch der zweijährige Stier „Sonic“ in das Auerochsen-Gehege eingezogen. Er stammt aus einem Standort des Vereins zur Förderung der Auerochsenzucht im Donaumoos (Landkreis Neuburg-Schrobenbausen). „Sonic hat sich inzwischen gut bei uns eingelebt“, beobachtet Tierpfleger Mario Merl.

Die Baukosten für das Gehege, den Behandlungsstall und den Unterstand mit Futterraufe betrugen 380.000 Euro, die sich der Landkreis Schwandorf als Träger und der Förderverein „Höllohe“ teilen. Landrat Thomas Ebeling bedankte sich bei der Einweihung am Donnerstag für diese Unterstützung und sprach von einer „Attraktion, die den Wild- und Freizeitpark weiter aufwertet".

Die Schwergewichte

Vom Förderverein ging auch die Initiative zur Erweiterung des Tierbestandes aus. „Die Heckrinder passen gut in das Konzept der Höllohe“, ist Vorsitzender Georg Duschinger überzeugt. Sie gelten als Abbilder des im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Auerochsen.

In den 1920er Jahren kreuzten die Brüder Heinz und Lutz Heck in den Tiergärten München und Berlin 15 Rinderrassen, um einen Nachfahren des Ur-Auerochsen zu züchten. Dieser ist mit 1,50 Meter Schulterhöhe und 500 Kilogramm Gewicht etwas kleiner als der Vorfahre. Die vier Auerochsen sind die größten Tiere im aktuellen Bestand der „Höllohe“.

Die männlichen Tiere sind mit zwei Jahren geschlechtsreif. Stier „Sonic“ hat das Alter erreicht und soll nun für Nachwuchs sorgen. Die Paarungszeit liegt bei den Auerochsen zwischen Juli und September. Wenn es „klappt“, dann könnte im Frühjahr des nächsten Jahres das erste Kalb in der „Höllohe“ zur Welt kommen.

„Auerochsen sind sehr scheu“, erzählt Mario Merl. Sie halten sich am liebsten im Wäldchen auf, das zum Gehege gehört. Mit Rübenmelasseschnitzel lockt der Pfleger die Tiere an die Absperrung. Hauptsächlich fressen die Wiederkäuer Gras und Heu. Als am Donnerstag plötzlich ein Gewitter aufzog, flüchteten sie in den Unterstand. Die Pflege der schweren Tiere stellt die Mitarbeiter des Tierparks vor eine Herausforderung. Sie locken die robusten Rinder in einen massiven Treibgang und sind damit vor einem unmittelbaren Kontakt geschützt.

Mit Futter anlocken

Wie bekommen nun die Besucher die Tiere zu Gesicht? Der neue Höllohe-Beauftragte des Landkreises, Lukas Reichl, zeigt auf die Rutschen am Zaun, in die die Leute Futter hineinwerfen können, das am Eingang zum Park angeboten wird. Vom Geräusch werden die Tiere angelockt. „Auch Sonic kommt gerne her und holt sich das Futter ab“, beobachtet Tierpfleger Mario Merl. Der Eintritt des vor über 50 Jahren angelegten Wildtier- und Freizeitparks vor den Toren der Stadt Teublitz ist nach wie vor frei.

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Teublitz20.11.2025
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